Marco Thiede
Alois Schwartz (li.) und Marco Thiede arbeiteten bereits beim SV Sandhausen in der Zweiten Liga erfolgreich zusammen.
Bild: Bernd Thissen (dpa)
KSC-Neuzugang Thiede: "Egal wo ich spiele, ich gebe Vollgas!"
Karlsruhe
18.10.2017 07:01
Marco Thiede wurde auf Wunsch von Cheftrainer Alois Schwartz zum Karlsruher SC geholt- obwohl das Transferfenster geschlossen hatte. Möglich wurde das, weil der 25 Jahre alte Allrounder zu diesem Zeitpunkt vereinslos war. Der kommenden Partie in Münster schaut der Neuzugang zuversichtlich entgegen.

Herr Thiede, Sie waren vertragslos, ehe der KSC Ihnen ein Kontrakt bis 2018 anbot. Das war sicher kein schönes Gefühl. 

Das kann man ungefähr so ausdrücken. Es gab in der Zeit zwar Angebote, aber da war keines dabei, zu dem ich sagen konnte: "Da steh' ich zu hundert Prozent dahinter, das kann ich mir für die Zukunft vorstellen." Es war eine schwierige Situation und eine anstrengende Phase.

Verliert man in solch einer Phase der Unsicherheit nicht etwas das Selbstbewusstsein?

Ich muss zugeben, dass es anfangs noch ging, aber je länger die Zeit fortschritt, desto mehr merkte ich: "Oh, die Ex-Kollegen sind ja schon fast drei Wochen im Training." Da gab es dann einen Punkt, an dem einen das schon beschäftigt.

Sind Sie zufrieden damit, wie es sich beim KSC für Sie entwickelt?

Ich bin absolut zufrieden. Ich bin dem KSC dankbar, dass ich die Chance bekommen habe, hier zu spielen. Es macht enorm Spaß, auch weil ich von den Kollegen super aufgenommen wurde. Ich weiß natürlich, dass es mir in die Karten gespielt hat, dass ich den Trainer gut aus meiner Zeit in Sandhausen kannte.

Sie erwähnten es: KSC-Trainer Alois Schwartz glaubt an Sie, hat Ihre Verpflichtung vehement gefordert. Haben Sie ihn schon zum Essen eingeladen?

(lacht) Nein, das habe ich noch nicht gemacht.

Was zeichnet Alois Schwartz als Trainer aus?

Er ist immer ehrlich. Wenn ich in Sandhausen mal nicht spielte, hat er mir das ehrlich erklärt, hat mir die Defizite erläutert. Da kommt man dann besser damit zurecht. Man kann mit ihm gut arbeiten, weil er alles transparent macht.

Er lobt Ihre Fitness.

Anfangs habe ich allein trainiert, dann gemerkt, dass mir der Fußball fehlt und in Illertissen (Anm. d. Redaktion: Regionalliga Bayern) mittrainiert. Ich habe die ganze vertragslose Zeit täglich trainiert.

Als Sie unterschrieben hatten, erlebten Sie das erste Spiel auf der Tribüne, dann standen Sie im Kader. Gegen Würzburg kamen Sie zum ersten Einsatz. Wenn es so weitergeht, stehen Sie in Münster in der Startelf. 

Ich wurde schon im Pokal eingewechselt. Davor habe in der U23 gespielt, und das habe ich gerne gemacht. Egal wo ich spiele, ich gebe Vollgas. An die Startelf zu denken, ist noch etwas früh. Aber ich will dahin, gebe Vollgas und bin glücklich mit der Entwicklung. Ich bin sicher, mit der Zeit kommt das, im Moment, nach dieser langen Pause, fehlen noch ein paar Prozent.

Der Trainer lobt Ihre Vielseitigkeit. Auf welcher Position sehen Sie sich?

Diese Frage stellt man mir oft. Ich habe keine explizite Lieblingsposition, agiere aber gerne auf den Außenpositionen. Da kann ich meine Ausdauer, meine Laufstärke ausspielen, wenn ich die Linie rauf und runter marschiere. In der zweiten Liga habe ich am häufigsten über die linke Bahn gespielt, dann hat mich Trainer Schwartz als Rechtsverteidiger aufgestellt. Auch das macht Spaß, die defensiven Zweikämpfe liebe ich auch.

Sie konnten einige Spiele des KSC von außen beobachten. Was muss sich in Münster ändern, was muss sich verbessern, damit endlich der erste Auswärtssieg eingefahren wird?

Wir müssen die generelle Entwicklung und den daraus resultierenden Trend der letzten Wochen fortsetzen.

Unter Alois Schwartz gab es sechs Spiele, vier davon ohne Gegentreffer. Das heißt: In Münster muss die Null stehen.

Anfangs hatten wir eine Gegentorflut, das muss Vergangenheit sein. Als Mannschaft kompakt stehen, Kontinuität rein bringen, unsere Stärken, die wir in der Offensive haben, auf den Platz bringen. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass wir aus Münster drei Punkte mitbringen.

Verraten Sie uns etwas Privates? 

Wir haben einen Hund, der ist toll, nimmt aber auch viel Zeit in Anspruch. Dann fahre ich gerne mal mit meiner Freundin, um abzuschalten, in einen Freizeitpark.

Die Fragen stellte Peter Putzing. 

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