Benjamin Uphoff (KSC 1) ist enttäuscht.
Benjamin Uphoff (KSC 1) ist enttäuscht.
Bild: Carmele | TMC-Fotografie
KSC-Keeper Uphoff über das Derby gegen den VfB: "Wenn kein Tor fällt, dann kann die Stimmung der Heimfans schnell kippen - zu unseren Gunsten"
Karlsruhe
22.11.2019 07:20
Das Derby beim VfB Stuttgart steht bevor. Beim KSC haben die Feldspieler Marvin Wanitzek - wie VfB Cheftrainer Tim Walter gebürtiger Bruchsaler - und Alexander Groiß eine VfB Vergangenheit. Torhüter Benjamin Uphoff, gebürtiger Bayer, stand mehr als zwei Jahre bei den VfB Amateuren, dem Talentteam der Schwaben, zwischen den Pfosten. Peter Putzing hat Benjamin Uphoff zum Interview getroffen.

Herr Uphoff, es geht im Derby gegen VfB Stuttgart - Ihren Ex-Club. Ist das etwas Besonderes?

Na ja, das ist Jahre her und so etwas gehört im Fußballgeschäft dazu. Und ich kenne nur noch ein wenige vom VfB…

… und wen kennen Sie denn noch von den Schwaben?

Hauptsächlich Leute vom Funktionsteam. An Spielern: Mit Marcin Kaminski habe ich zusammengespielt, er ist leider verletzt. Auch mit Emilio Insúa habe ich gespielt und ich kenne auch Torhüter Jens Grahl. Philipp Klement war einst mit mir beim 1. FC Nürnberg.

Sie können wegen der Länderspielpause ausgeruht in Stuttgart antreten. War die Pause gut?

So ein freies Wochenende tut immer mal gut. Ich bin in Karlsruhe geblieben, habe mich erholt.

Torwart Benjamin Uphoff (KSC 1) hat den anfliegenden Ball im Fokus, und hält. Bild: Carmele/TMC Fotografie

Die Fans sind vom Derby elektrisiert, da ist das Ziel bestimmt ein Sieg. Das wäre der erste Auswärtserfolg in Stuttgart nach 54 Jahren.

Klar wollen wir gewinnen, aber das wollten wir die letzten sieben Spiele auch. Das Ziel, zu siegen, ist immer da. Wie weit es am Sonntag klappt, das werden wir sehen. Wir werden auf alle Fälle alles geben, um mit drei Punkte im Gepäck aus Stuttgart nach Hause zu fahren.

Sie sprechen die Unentschiedenserie von sieben Remis in Folge an. Das hat zwei Seiten. Ungeschlagen: Ja, das ist gut. Viel gepunktet: Nein, also weniger gut. Dennoch, das Remis Nummer acht in Folge beim Topfavorit wäre doch ein Erfolg, oder?

Das kann man so jetzt nicht sagen. Das kommt darauf an, wie das Spiel läuft. Wenn wir führen und bekommen in der letzten Minute den Ausgleich, dann können wir mit einem Unentschieden nicht zufrieden sein. Wenn es andersherum läuft, muss man zufrieden sein. Man kann nicht generell sagen, dass ein Unentschieden beim VfB ein Erfolg ist.

Der KSC zeigte zuletzt spielerische Mängel, agierte oft mit langen Bällen. Auch Sie haben das schon angesprochen. Was sollte man für die Partie in Stuttgart verändern, verbessern, um zu punkten?

Die Partie wird natürlich schon ein Stück weit so laufen, wie wir es gerne haben. Der VfB hat extrem viel Ballbesitz. Wir werden unser Spiel nicht verändern, denn unsere Stärke ist das Umschaltspiel. Und das ist einer der wenigen Punkte, bei dem der VfB ein wenig verwundbar scheint. Wir bleiben unserem Spielsystem treu.

Sie sind sicher der Meinung ihres Trainers Alois Schwartz, der sagte: "Wir haben viel zu viele Gegentore gefressen!"

Auf jeden Fall. Es sind schon 24, das sind eindeutig zu viel…

Torwart Benjamin Uphoff (KSC 1) kann den Ball von Hendrik Weydandt (Hannover 26) nicht halten. Bild: Tim Carmele/TMC-Fotografie

… und das, obwohl Torhüter Benni Uphoff eine sehr starke Saison spielt.

Der Erfolg wie der Misserfolg hängen nicht von einem Spieler ab. Für die Gegentore sind alle verantwortlich. Alle - auch ich - müssen sich verbessern. Wir müssen wieder, wie in den letzten zwei Jahren, defensiv stabiler werden. In der 3. Liga waren die Abschlüsse der Gegner nicht so gut, da ist in der 2. Bundesliga die Qualität anders. Daher müssen wir noch konzentrierter sein.

Der VfB verlor beide Begegnungen gegen Aufsteiger. Der KSC ist auch Aufsteiger…

Wenn es so bleibt, dann nehme ich das gerne mit. Aber mit solchen Statistiken tue ich mich generell schwer. (lacht)

Bild: Deniz Calagan (dpa)

Wie schätzen Sie die Chancen ein? Fifty-fifty?

Fifty-fifty - das hört sich gut an.

Die Kulisse wird groß sein. Vorwiegend VfB-Fans, da KSC-Anhänger zum Teil wegen Fehlverhaltens ausgeschlossen wurde. Meinen Sie, dass das die Partie beeinflussen kann?

Bild: Deniz Calagan (dpa)

Das kann durchaus sein, hängt aber auch vom Spielverlauf ab. Ich kenne die VfB-Fans, wenn es lange 0:0 steht, kann das in unsere Richtung kippen, dann kann es sein, dass das Heimteam ausgepfiffen wird.

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