Benjamin Uphoff
Bild: Caro Reisenauer
KSC-Keeper Uphoff: "Fahren mit dem Ziel nach Köln, dort zu gewinnen"
Karlsruhe
16.08.2017 07:00
Er ist der neue Mann im Gehäuse des Karlsruher SC: Benjamin Uphoff. Nach seiner guten Leistung im Pokal gegen Leverkusen wurde er von den Fans zum "Man of the Match" gewählt. Jetzt steht der harte Alltag in Liga drei bevor- und die nächste Herausforderung gegen Fortuna Köln.

Herr Uphoff, gegen Leverkusen wurden Sie während der Partie am Knie behandelt. Wie sieht es mit dieser Verletzung aus?

Das war ein Schlag auf das Knie. Das war zunächst ziemlich schmerzhaft, ist aber wieder alles gut.

Das heißt gegen Fortuna Köln sind Sie wieder einsatzbereit?

Ja, das Knie macht keine Probleme mehr.

Nach der Partie gegen Leverkusen wurden Sie zum "Man of the Match" gewählt. Das macht Sie sicher stolz?

Das hat mich natürlich sehr gefreut. Auch, weil es mein erstes DFB-Pokalspiel war. Aber ich hätte diese Auszeichnung samt Trophäe gerne sofort eingetauscht gegen einen Sieg unserer Mannschaft. Dennoch nimmt man eine solche Auszeichnung gerne an.

Sie erwähnten das Pokalspiel gegen Leverkusen. Wie schätzen die Leistung und das Ausscheiden ein?

Es ist schade und ärgerlich, dass wir verloren haben. Aber wir können und müssen trotz Niederlage positive Sachen aus diesem Spiel ziehen. Vor allem hat die kämpferische Leistung absolut gestimmt. Es war auch klar, dass wir defensiv nicht alles abräumen können, dafür ist Leverkusen ganz einfach zu stark. Aber jeder hat alles gegeben, jeder hat sich in jeden Schuss geworfen. Diese Einstellung müssen wir beibehalten.

War es nicht schon positiv, dass der KSC erstmals in dieser Saison in der regulären Spielzeit von 90 Minuten ohne Gegentor geblieben ist?

Natürlich, gerade für einen Torhüter ist das enorm wichtig. Insgesamt beweist das, dass unsere Defensivleistung – vor allem gegen einen Bundesligisten – gestimmt hat. Ich hoffe, dass wir jetzt auch in der 3. Liga ohne Gegentor bleiben.

Die Abwehrformation des KSC wechselte aus diversen Gründen permanent. Vier Außenverteidiger und drei Innenverteidiger kamen schon zum Zug. Ist das ein Nachteil für den Torhüter?

Nein, das stellt mich vor kein Problem. Mir ist egal, in welcher Kombination wir antreten. Ich kenne die Spieler aus dem täglichen Training, das sind ja keine "Unbekannten". Da braucht man keine Eingewöhnungszeit, man kennt sich. Ich weiß wie jeder tickt.

Zu Beginn der Saison zeigten Sie ein, zwei Unsicherheiten. Jetzt spielen Sie absolut fehlerfrei. Haben Sie damit gerechnet?

Mir ist bewusst, dass in den ersten ein, zwei Spielen die eine oder andere Unsicherheit dabei war. Das habe ich mit unserem Torwarttrainer Kai Rabe analysiert und überlegt, wie das besser werden kann. Dass anfangs etwas Nervosität dabei war, ist klar. Ob ich erwartet habe dass es schnell besser wird? Erhofft ist wohl die bessere Beschreibung. Die letzten Spiele waren in Ordnung.  

Sie sind erst 24 Jahre alt, strahlen aber schon enorme Ruhe aus. Kann man so etwas lernen oder entspricht das Ihrem Naturell?

Ob man so etwas lernen kann, weiß ich nicht. Ich bin grundsätzlich ein Torwart, der Ruhe ausstrahlen will. Das zum einen und zum anderen will ich das Spiel schnell machen, wenn es die Situation erfordert. Grundsätzlich liegt das ruhige Auftreten in meinem Naturell.  

Eine Ihre Stärken ist die Strafraumbeherrschung. Trainieren Sie da speziell? Oder ist das eine angeborene Fähigkeit?

Das war schon immer eine Stärke von mir. Im ersten Spiel gegen Osnabrück gab es wenige solcher Situationen, über die ich mir hätte Sicherheit holen können. In den Spielen danach mehr - das half, da wird man automatisch ruhiger.  Jetzt kommt der harte Drittligaalltag.

Was rechnen Sie vom Spiel bei der Kölner Fortuna?

Ich hoffe, dass wir offensiv an das anknüpfen, was wir gegen Wehen-Wiesbaden gezeigt haben. Da hatten wir viele gute Szenen nach vorne. Wenn wir es dann noch schaffen, so zu verteidigen wie gegen Leverkusen, dann sind drei Punkte absolut möglich. Wir fahren mit dem Ziel nach Köln, dort zu gewinnen.  

Der KSC muss in Köln, beim bisher ungeschlagenen Spitzenteam der dritten Liga, gewinnen, sonst wird der Abstand nicht verringert. Dann käme Unruhe auf. Denkt man daran?

Darüber nachzudenken, was passiert wenn irgendetwas schief geht, das ist ein schlechter Ratgeber. Ich denke an keine Niederlage, daran verliere ich keinen Gedanken und keine Energie.

Die Fragen stellte Peter Putzing. 

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