PK vor Meppen
Der Blick von Alois Schwartz und seiner Mannschaft geht weiter nach oben
Bild: Reisenauer
KSC-Coach Schwartz zur Relegation: "Der Zweitligist muss teilnehmen - wir dürfen"
Karlsruhe
15.05.2018 13:26
Alois Schwartz führte den KSC vom Abstiegsplatz in die Relegationsspiele, kann so die Rückkehr in Liga zwei noch wahr werden lassen - wenn die Badener gegen das Team von Erzgebirge Aue bestehen. Wie das gelingen kann, darüber sprach Peter Putzing mit dem 51 Jahre alten Cheftrainer des Wildparkclubs.

Herr Schwartz, Sie hatten ein gutes Näschen, als Sie sich entschieden, die Partie Darmstadt gegen Aue zu beobachten. Jetzt wissen Sie wie Aue auswärts agiert. Was sind die Erkenntnisse?

Man sah während der Partie, dass beide Mannschaften unter nervlicher Anspannung waren. Aue hat das sehr gut weggesteckt, hat einen guten Ball gespielt und war über 90 Minuten die bessere Mannschaft, die eigentlich hätte gewinnen müssen.

Wo liegen die Stärken und Schwächen des Sachsen-Teams?

Sie arbeiten insgesamt gut. Wichtig wird sein: Unsere Stärken auf den Platz zu bekommen und die Schwächen des Gegners, über die ich nicht reden will, auszunutzen.

Wie stehen die Chancen? Fifty-fifty?

In einer Relegation ist das so. Aber: Wir freuen uns, wir haben uns diese Teilnahme erkämpft und erspielt. Der Zweitligist muss daran teilnehmen, der muss länger arbeiten - wir dürfen. Aber: Aue hat 40 Punkte geholt - das hätte meist zum Klassenerhalt gereicht. Sie haben Qualität, spielen eine Liga höher.

Bei Aue stehen mit Köpke, Kempe und Nazarov drei Ex-Karlsruher im Kader. Die werden besonders motiviert sein. Ist das egal?

Dima Nazarov hat bei mir in der zweiten Mannschaft von Kaiserslautern trainiert. Im Fußball gibt es immer wieder Verbindungen, das ist insgesamt uninteressant, ohne Auswirkungen.

Sie sagten, es wird nichts Besonderes in der Vorbereitung gemacht. Jetzt trainieren Sie unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Warum?

Weil wir nicht wollen, dass man uns in die Karten schaut, normal kommt in der dritten Liga kaum einer, um das Training zu beobachten, jetzt wäre das wohl wahrscheinlich und das wollen wir vermeiden.

Erhöhen Sie dadurch nicht den Druck auf die Mannschaft?

Nein, das ist alles okay so.

Haben Sie bei Amtsantritt an die Relegation gedacht, oder gar daran geglaubt?

Für mich war klar, dass ich keine Prognosen abgeben werde. Ich dachte immer an die kommende Begegnung. Die Mannschaft hat großen Charakter und eine tolle Mentalität gezeigt, daher diese Superserie von 21 Spielen ohne Niederlage, 21 Spiele ohne Gegentor - das ist phänomenal.

Gegen Jena schonten Sie Keeper Uphoff, Torjäger Schleusener und Kreativspieler Muslija. Kehren sie in die Startelf zurück?

Ich habe Aue angeschaut, werde Videos analysieren, mir die Jungs im Training ansehen - und dann werden wir schauen, was am besten zu diesem Spiel passt und so die Personalien entscheiden.

Mit dem 2:3 gegen Jena wurde die Generalprobe verpatzt. Ein gutes Omen?

Vielleicht war das ein Warnschuss zur richtigen Zeit. Vielleicht hat man bis dahin alles als selbstverständlich angesehen, hat gedacht: Das läuft eh. Man hat gesehen: Wenn man nicht alles abruft, gibt es auf die Ohren. Es ist allen klar: Es kommt auf Kleinigkeiten an, auf Kleinigkeiten, die so groß sind wie der Dreck unter dem Fingernagel. Und diese Kleinigkeiten musst du richtig machen.

Torhüter Dirk Orlishausen bot Ihnen an, dass Sie gerne auf ihn verzichten könnten, aus Aberglaube, denn er verlor bisher jede Relegation mit dem KSC…

Schwartz (lacht): Fußballer sind meist etwas abergläubisch, auch ich. Aber: Andere Mannschaft - andere Situation. Dirk gehört sicher zum Kader.

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