Karlsruhes Trainer Alois Schwartz.
Karlsruhes Trainer Alois Schwartz.
Bild: Daniel Bockwoldt/dpa/Archivbild
KSC-Coach Alois Schwartz über die Winterpause, Verstärkung und Vorbereitung: "Wir arbeiten daran, besser zu werden!"
Karlsruhe
25.12.2019 13:25
Es hätte für den KSC ein so schönes Jahr sein können. Souveräner Aufstieg in die Zweite Bundesliga, dann legten die Badener dort einen beeindruckenden Start hin. Aber: Zuletzt kassierten die Blau-Weißen zwei Heimniederlagen in Folge und das trübte die Bilanz etwas. Da einige Spieler Schwächen zeigten und sich nur wenige der Neuzugänge als Verstärkungen erwiesen, kam der Karlsruher SC der Abstiegszone nahe. Über all das sprach Peter Putzing mit KSC-Cheftrainer Alois Schwartz.

Herr Schwartz, die Liga hat Pause. Können Sie überhaupt vom Fußball abschalten? Sie müssen sich ja mit eventuellen Neuzugängen beschäftigen - gar treffen. Denken Sie zudem an die schwere Auftaktpartie in Dresden?

Man versucht abzuschalten, auch wenn es schwer ist, runter zu kommen. Ich fahre ein paar Tage in die Berge - aber richtig abschalten, das geht nicht.

Alois Schwartz (KSC Trainer) beim Training. Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Nach der Winterpause steht gleich das Duell in Dresden auf dem Spielplan, bei einer stark abstiegsgefährdeten Mannschaft, die vom Ex-KSC-Coach Markus Kauczinski trainiert wird. Ist das richtungweisend?

Ich habe immer gesagt, dass man als Aufsteiger einen langen Atem und Geduld braucht. Sicher wird das eine wichtige Partie, aber ein Spiel ist nicht richtungweisend. Wir müssen so weiterarbeiten wie bisher. Schade ist: Wir haben uns eine gute Ausgangsposition durch die zwei Niederlagen etwas kaputt gemacht. Eines ist klar: Für uns ist jedes Spiel enorm wichtig.

Schauen wir etwas zurück. Was überwiegt: Die Genugtuung, dass der Aufsteiger KSC auf einem Nichtabstiegsplatz überwintert – oder der Frust, zwei Heimspiele in Folge verloren zu haben?

Vor den beiden Heimspielen hatten wir uns eine gute Ausgangsposition erarbeitet. Insgesamt hatten wir ein gutes Jahr 2019, deswegen überwiegt mit etwas Abstand zum Spiel schon etwas die Freude. Auch wenn es schade ist, dass wir das Jahr nicht abgerundet haben.

Der KSC hat 36 Gegentore kassiert. Zu viele. Der Trainer Schwartz hat es bei all seinen Mannschaften geschafft, dass die Abwehr dicht war. Warum klappt das momentan beim KSC nicht so?

Wir arbeiten daran, besser zu werden. Es hat ja lange gut funktioniert. Es läuft auch einiges gegen uns, da sind zum Beispiel die vielen Elfmeter, die gegen uns gepfiffen werden. Dann kommt die Qualität der Gegner dazu, auf die mussten wir uns erst einmal einstellen. Zudem unterliefen uns einige individuelle Fehler.

Alois Schwartz (KSC Trainer) gibt lautstarke Anweisungen . Bild: Tim Carmele/TMC-Fotografie

Sie erwähnten die individuellen Fehler: Immer wieder hat einer der Spieler Aussetzer. Zuletzt war es der sonst so zuverlässige Keeper Benjamin Uphoff. Haben Sie dafür Erklärungen?

Eigentlich nicht. Die Trainingsleistungen waren gut, bei der ganzen Mannschaft kann ich da nicht klagen. Auch Spieler, die nicht so oft zum Einsatz gekommen sind, arbeiten gut.

Worauf liegt Ihr Fokus in der Vorbereitung?

Es wird eine Restrunde, die von uns alles abverlangen wird. Vielen anderen Mannschaften auch, denn: Fast zwei Drittel der Ligaclubs kämpfen ums sportliche Überleben. Dafür müssen wir gerüstet sein. Wir werden viel im physischen Bereich arbeiten, aber auch an der Stabilität im Defensivbereich.

Vor der Saison kamen sechs neue Feldspieler. Meist standen nur einer oder zwei in der Startelf. Dieses halbe Dutzend Neuzugänge hat den Aufstiegskader in der Qualität kaum verstärkt.

Das muss man das differenziert sehen und auch Geduld haben. Philipp Hofmann hat gut eingeschlagen, auch Lukas Fröde hat sich stabil gezeigt, mit einem kleinen Durchhänger. Dirk Carlson hat in der U23 von Grasshopper Zürich gespielt, klar, dass er sich erst einmal anpassen musste. Er wurde als Backup für links hinten geholt. Lukas Grozurek kam relativ spät dazu, hat schnell Fuß gefasst – bis zu seiner Krankheit. Nur Marco Djuricin hatte wenig Einsätze, er kam bisher noch nicht so richtig ins Laufen. Es liegt in der Natur der Sache, dass einer schneller als der andere zurechtkommt. Ich hoffe natürlich, dass uns Djuricin nach der Pause helfen wird und seine Leistungsfähigkeit abrufen wird. Da muss man auch mal etwas Geduld haben.

Sie sagten: Der Kader hat immer wieder bewiesen, dass er zweitligatauglich ist. Denken Sie dennoch, auch vor dem Hintergrund der Gegentorflut daran, Verstärkungen zu holen? Für welche Mannschaftsteile?

Ich bin in engem Austausch mit Sportchef Oliver Kreuzer. Wenn wir was machen, muss es wirtschaftlich und sportlich passen…

Karlsruhes Sportdirektor Oliver Kreuzer (r.) spricht mit Trainer Alois Schwartz. Bild: David Inderlied/dpa/Archivbild

Aber wenn es geht: für welche Mannschaftsteile?

Ich will nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen. Wir werden in Ruhe analysieren. Da gibt es ja auch noch die Frage: Wollen Spieler weg? Ich werde keinen Spieler wegschicken, aber wenn einer wo anders vielleicht bessere Einsatzchancen sieht, müssen wir natürlich offen darüber sprechen. Dann muss man sehen: Kyoung-Rok Choi hat bei uns Fuß gefasst, hat ordentliche Spiele gemacht und wird uns wegen des Kreuzbandrisses den Rest der Saison fehlen. Da haben wir eine Alternative weniger im Kader.

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