SG Dynamo Dresden - Karlsruher SC
Interimstrainer Lukas Kwasniok betritt das Stadion.
Bild: Thomas Eisenhuth
Früher KSC-Nachwuchstrainer, jetzt Coach von Carl-Zeiss Jena: Lukas Kwasniok hofft auf "gute" Karlsruher Gäste
Karlsruhe/Jena
08.02.2019 12:10
Der Karlsruher SC trifft am Samstag, 9. Februar, 14 Uhr, auf einen alten Bekannten. Die Zusammenkunft findet aber nicht etwa auf dem Spielfeld statt - sondern am Rand des Rasens. Der langjährige KSC-Nachwuchscoach Lukas Kwasniok ist mittlerweile als Cheftrainer und Sportdirektor in Jena tätig - dem kommenden KSC-Gegner. Peter Putzing hat mit ihm vor der Partie am Samstag gesprochen.

Der Abgang von Lukas Kwasniok aus dem Wildpark war nicht ganz geräuschlos verlaufen. Zweitligist Erzgebirge Aue wollte den damaligen U19 Coach des KSC verpflichten, war bereit 120.000 Euro als Ablöse zu bezahlen. Die Karlsruher sollen 200.000 Euro gefordert haben. Es gab keine Einigung. Nur wenige Wochen danach: Die endgültige Trennung, Kwasniok wurde abgefunden.

Der 37-Jährige, der den Fußballlehrerlehrgang mit der Traumnote 1,0 abschloss, hatte einige Angebote, entschied sich Anfang Dezember 2018 Cheftrainer beim FC Carl-Zeiss Jena zu werden - beim kommenden Gegner des KSC. Bisher mit Erfolg. Vier Spiele: Keine Niederlage, sechs Punkte geholt und dabei nur einen Gegentreffer kassiert.

Kwasniok, dessen Familie noch in der Karlsruher Region lebt, spielte als Jugendlicher zehn Jahre beim KSC. Dann war der einstige Kapitän der deutschen U16 Nationalelf vier Jahre Jugendtrainer im Wildpark, zwischenzeitlich Interimscheftrainer.

Herr Kwasniok, was ist wahrscheinlicher: dass Jena die Klasse hält oder dass der KSC aufsteigt?

Prozentual sehe ich das gleich, denn ich glaube beide werden ihre Ziele erreichen. Der KSC steigt auf, auch wenn er hier nicht gewinnt. Wir haben ihnen geholfen, weil wir in Halle einen Punkt geholt haben. Da könnten sie gute Gäste sein und die Punkte hier lassen.

Das Ziel des FCC heißt? Drei Punkte - oder wären Sie mit einem Remis zufrieden?

Jede Partie gegen ein Topteam ist für uns ein Bonusspiel. Wir haben gegen Münster und Halle zwei Bonuspunkte sammeln können. Und natürlich gehen wir in das Spiel und wollen drei Punkte holen. Alles andere wäre Quatsch. Wir sind auch in der Lage sie mehr als nur zu ärgern.

Ist die Partie gegen den KSC, den Ex-Club - den einstigen Herzensverein - etwas Besonderes?

Auf jeden Fall. Ich freue mich auf das Wiedersehen mit vielen Freunden. Ich habe zu ganz vielen ein sehr gutes Verhältnis.

Sie geben in Jena als Trainer den "Alois Schwarz", so wie der beim KSC begann. Hinten sicher stehen, gelingt vorne ein Tor - ist der Dreier da. Das war beim KSC die Grundlage für die momentanen Erfolge.

Da habe ich mir wohl unbewusst eine Scheibe von ihm abgeschnitten. Sowohl "Alu", als auch ich haben eine Mannschaft übernommen, die einfach zu viele Gegentore kassiert hat. Da muss man die Defensive stabilisieren, das geht zu Lasten der Trefferquote, weil man mehr Spieler hinter dem Ball braucht. Es gibt einen großen Unterschied: Der KSC startete damals mit großen Ambitionen vorne mitzuspielen, bei Jena ist das nicht der Fall. Auch daher sind die Qualitäten in der Mannschaft unterschiedlicher Natur.

Spielen Sie Dreierkette?

Nein, klassisch mit Viererkette. Wir wurden stabiler, weil alle nach hinten arbeiten, wenn das der Fall ist, dann ist die Anordnung relativ wurscht… "Alu" spielt auch Viererkette, hat die Stabilität auch im 4-4-2 hinbekommen.

Sie kennen den KSC. Wo hat das Team Schwächen?

(lacht): Ich kenne das aktuelle Team nicht so gut, es gab Veränderungen. Diesbezüglich zolle ich großen Respekt, wie man es geschafft hat, trotz der vielen Abgänge wieder Homogenität in die Mannschaft zu bringen. Eine große Stärke ist: Die Elf verliert nie die Fassung. Auch bei einem Rückstand wissen sie immer ganz genau: Wir sind in der Lage ein Tor zu erzielen. Eine weitere Stärke: Sie machen aus relativ wenig relativ viel, sind enorm effektiv. Der KSC ist clever, ist sich nicht zu schade, den Ball auch mal dem Gegner zu überlassen, um letztendlich Erfolg zu haben… Aber: Auch sie sind verwundbar.

Wo denn?

Es ist nicht neu, dass der KSC in der letzten Kette nicht die ganz große Geschwindigkeit hat. Das Problem ist aber - ich habe vorne nicht die große Geschwindigkeit, kann ihnen da nicht so weh tun.

Mit Jannis Kübler und Pierre Fassnacht verpflichteten Sie während der Winterpause zwei Ex-KSC-Jugendspieler. Werden die zum Einsatz kommen, eben weil sie als Ex-KSC'ler besonders heiß sind?

Kübler ist Stammspieler. Bei Fassnacht muss man abwarten. Wir haben am Mittwoch ein Testspiel gegen Dresden, da kommen die Jungs, die bisher hinten anstanden, zum Zug. Ich hoffe, dass er seine Sache so gut macht, dass er eine Option darstellt.

Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert:
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