Edgar Schmitt alias "Euro-Eddy", hier noch als Trainer in Busenbach nach einem Benefizspiel gegen Mönchengladbach.
Bild: (ks)
Euro-Eddy ist wieder beim KSC: "Eine große Chance für die Jugend"
Karlsruhe
12.03.2018 12:00
Er ist eine Legende beim KSC. Edgar Schmitt war Topstar im UEFA-Cup, Vierfachtorschütze beim 7:0 gegen Valencia, Torjäger in der Bundeliga, und: Einfach ein Typ. Jetzt, nach vielen Jahren, kehrt "Euro-Eddy" oder auch "Stier von Dudeldorf" genannt, in den Wildpark zurück.

In welcher Funktion, das ist aus dem bisher Bekannten, nicht so eindeutig abzuleiten. Nebentrainer beim zukünftigen Farmclub in Spielberg? Talentscout? Talentberater? Auch darüber sprach Peter Putzing mit "Euro-Eddy", der sowohl die DFB-Fußballlehrerlizenz wie auch ein Sportmanagementstudium mit einer "Eins" vor dem Komma in der Endnote abschloss.

Herr Schmitt, wie kam es zu Ihrer Rückkehr in den Wildpark?

Vor einiger Zeit nahm Vize-Präsident Günter Pilarsky Kontakt zu mir auf. Es wurde langsam immer konkreter in der Diskussion einiger KSC-Probleme. Wir waren der gleichen Meinung, dass man sich konzeptionell auf manchen Gebieten besser aufstellen kann und muss, um am Markt zu bestehen. In der Jugend gibt es zum Beispiel in der Region mehr Talente, als die jeweils 20, die in Hoffenheim und in Stuttgart spielen. Um auf Dauer in diesem Bereich eine höhere und nachhaltigere Qualität zu erzeugen, bedarf es einer individuelleren und inhaltlich hochwertigeren Betreuung der Toptalente. Denn, am Ende, und das weiß jeder, der mit dem professionellen Fußball zu tun hat, geht es im Fußball darum, Geld zu verdienen, um sich am Markt behaupten zu können.

So ganz klar ist es nicht, welchen Aufgabenbereich Sie übernehmen. Man liest Sie verstärken das Trainerteam beim neuen "Farmclub", dem Oberligisten...

Das ist ein kleiner Bereich, dort zu helfen ist eine Facette. Ich will kein Trainer werden. Es geht um die Position des Talentmanagers beim KSC. Scouten, betreuen, Talente einfach besser machen. Ich sehe mich als Talentmanager und versuche so dem KSC zu helfen, sich nachhaltig im Jugendbereich besser zu positionieren.

Sind Sie Angestellter des KSC oder weiterhin bei einem Sportvermarkter tätig?

Ich bin selbstständig tätig und arbeite unter anderem für das größte Unternehmen im Bereich Sportrechtehandel "Lagardere Sports" und einem der bekanntesten Autohäuser in Baden "Graf Hardenberg
". Der KSC hat keine vollen Kassen. Da habe ich gesagt: Ich will das gerne machen, und - wenn es sein muss – auch zum Nulltarif. Daraufhin hat mir Herr Pilarsky einen symbolischen, kleinen Betrag angeboten. Der KSC hat, wie jeder weiß, eine gewisse finanzielle Not, da will und kann ich keine Forderungen stellen.

War es nicht, im Rahmen Ihrer zukünftigen Arbeit, ein Fehler die U23 aufzugeben?

So wie es zuletzt gemacht wurde, war es nicht allzu zielführend. Da waren zehn, zwölf Jungs da, die haben gespielt, wurden aber nicht umfassend intensiv individuell gefördert. Es wäre nötig, als konstruktiver Unterbau, diese Mannschaft in die Regionalliga zu befördern. Aber dazu braucht man mindestens 1,5 Millionen Euro. Die hat der KSC momentan nicht. Die Entscheidung der Abmeldung ist vor diesem Hintergrund nachvollziehbar. Gerade hier habe ich die Möglichkeit NLZ-Leiter Edmund Becker, mit meiner Erfahrung und Wissen zu helfen und zu unterstützen. Es ist für die Toptalente wichtig zu wissen, dass der Karlsruher SC alles dafür tut, das Fehlen der U23 optimal zu kompensieren, und dass die jungen Spieler eine große Chance haben direkt einen Profivertrag zu erhalten. Egal, ob man mit Oliver Kreuzer, Alois Schwartz oder mit Edmund Becker spricht, sie alle sehen diesen Weg als große Chance für die Jugendförderung und man spürt, dass sie das neue Denken schon total verinnerlicht haben.

Natürlich haben wir nicht die monetären Gegebenheiten wie die zwei Großvereine in unserer Region, aber: Der KSC bietet den jungen Spielern eine Perspektive auf eine Profikarriere wie kaum ein anderer Verein. Wenn ich als junger Mensch meine Karriere planen müsste, würde ich mich genau für diesen Weg entscheiden. Das sage ich aus absoluter Überzeugung und nicht nur deshalb, weil ich den KSC als den geilsten Verein, ever, sehe.

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