Torwart Marius Gersbeck (KSC 35) zuversichtlich beim Aufwärmen.
Torwart Marius Gersbeck (KSC 35) zuversichtlich beim Aufwärmen.
Bild: Carmele|TMC-Fotografie
Lautstark, schnell, selbstkritisch: KSC-Keeper Marius Gersbeck "ist die Säule unserer Mannschaft"
Karlsruhe
07.04.2021 06:00
Darüber gibt es wohl sicher keine zwei Meinungen: KSC Torhüter Marius Gersbeck lieferte auch gegen den VfL Osnabrück eine Topleistung ab. "Gersi" hielt das insgesamt schwache Team der Badener gegen den abstiegsgefährdeten VfL im Spiel - schon nach zwei Minuten eine Glanztat.

KSC Innenverteidiger Christoph Kobald ging im Strafraum übermotiviert in einen Zweikampf mit Ulrich Bapoh, grätschte den Osnabrücker um. Elfmeter für die Gäste! Sebastian Kerk trat an - "Gersi" ahnte die Ecke, parierte prächtig, verhinderte so den frühen Rückstand.

"Diese Klasseleistung hat uns im Spiel gehalten"

"Marius hat uns durch diese Klasseleistung im Spiel gehalten", lobt denn auch Trainer Christian Eichner seinen Stammkeeper. "Er ist eine Säule in unserer Mannschaft, einer der Leistungsträger und Führungsspieler. Er ist immer positiv, er dirigiert die Mannschaft mit lautstarken Anweisungen."

Gersbeck in der laufenden Saison: Ein lautstarker, reaktionsschneller Schlussmann, mit einer guten Strafraumbeherrschung, einer der viel antizipiert. Kurz vor Spielende wollte der KSC-Keeper den "Torlosbann der Badener in Heimspielen" - die Blau-Weißen warten im Wildpark seit gigantischen 624 Minuten auf einen selbst erzielten Treffer - brechen.

Die mannschaft jubelt mit Torwart Marius Gersbeck (KSC 35) zum gehaltenen Elfmeter
Die Mannschaft jubelt mit Torwart Marius Gersbeck (KSC 35) zum gehaltenen Elfmeter Bild: Carmele|TMC-Fotografie

Doch sein Ausflug in den gegnerischen Strafraum blieb ohne Torerfolg. Der KSC kassierte eine schmerzhafte 0:1-Niederlage gegen die Osnabrücker. Der gebürtige Berliner, der zum Ausgleich vom Fußball auch gerne Tennis spielt, konnte trotz nahezu fehlerfreien Auftritts die Heimniederlage nicht verhindern.

Gersbeck hielt, was zu halten war

Siebenmal schossen die Gäste auf Gersbecks Gehäuse. Der Keeper hielt, was zu halten war. Beim Siegtreffer, erzielt von Christian Santos, war er machtlos. 36 Pässe spielte Gersbeck, 28 davon landeten beim Mitspieler. Die Passquote von 78 ist gut.

Gersbeck, der KSC-Garant für wenig Gegentore, hat im Jugend- und Juniorenbereich internationale Erfahrung gesammelt. 2013 debütierte er in der deutschen U-18-Nationalelf, ein Jahr später zählte er zum Kader der DFB-U-19-Auswahl, nahm an der U-19-Europameisterschaft in Ungarn teil und wurde dort als Ersatztorhüter Europameister.

Torwart Marius Gersbeck (KSC 35) gibt den Ball weit raus.
Torwart Marius Gersbeck (KSC 35) gibt den Ball weit raus. Bild: Carmele|TMC-Fotografie

Jetzt heißt es: volle Konzentration auf den KSC. "Wir haben mit den 50 Punkten das nächste Ziel vor Augen." Man sei "insgesamt auf einem sehr guten Weg". Jeder versuche "Woche für Woche das Beste rauszuholen", so Gersbeck, der es schaffte, dass an seinen Vorgänger Benjamin Uphoff, der zum SC Freiburg abgewandert ist, wohl keiner mehr denkt.

"Es ist meine erste Zweitliga-Saison, damit kann ich zufrieden sein"

Der 1,87 Meter große Marius Gersbeck zeigt sich dennoch wohltuend selbstkritisch. "Es gibt natürlich immer Sachen, die man verbessern kann. Aber: Es ist meine erste Zweitliga-Saison, damit kann ich zufrieden sein." Gersbeck denkt über den Tellerrand hinaus, ist für alles offen, testet alles, um immer noch besser zu werden.

Tim Breithaupt (KSC 38) schießt den Ball ins Tor gegen Torwart Marius Gersbeck (KSC 35)
Tim Breithaupt (KSC 38) schießt den Ball ins Tor gegen Torwart Marius Gersbeck (KSC 35) Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Auch die Zusammenarbeit mit einem Psychologen wäre für ihn "sehr interessant". Während seiner Zeit als Profi in Osnabrück habe er das "positiv wahrgenommen". Dort stand ein Psychologe auf Wunsch zur Seite.

Trotz allen Eifers und der eigentlich für Samstag anstehenden nächsten Partie gegen Fortuna Düsseldorf muss der Keeper - genauso wie alle seine Mannschaftskollegen - die Fußballschuhe nun erst einmal stehen lassen, denn: Nach einer weiteren Corona-Infektion innerhalb des KSC-Kaders am Dienstag ist für die Profis die kommenden 14 Tage nun Quarantäne angesagt. 

 

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