Torwart Marius Gersbeck (KSC 35) schießt den Ball
Torwart Marius Gersbeck (KSC 35) schießt den Ball
Bild: Carmele/TMC-Fotografie
KSC-Torwart-Monster Marius Gersbeck bleibt nach Glanzleistung gegen Rostock bescheiden: "Man muss sich immer beweisen"
Karlsruhe
28.07.2021 06:00
In der abgelaufenen Saison war er erstmals die Nummer eins bei einem Verein und bis auf wenige Fehler ein sicherer Rückhalt für den Karlsruher SC. Jetzt ist Marius Gersbeck ähnlich gut in die neue Saison gestartet. Er hielt was zu halten war und sorgte mit seinen Paraden im ersten Abschnitt dafür, dass seine Kollegen einen Zwei-Tore-Vorsprung herausschießen konnten. Die Nummer eins des KSC ist da, weiß aber: "Unumstritten? Das gibt es nicht." Im KSC-Spotlight wirft Peter Putzing einen genauen Blick auf "Gersi."

In der Vorbereitungszeit auf die aktuelle Saison erlebte Marius Gersbeck ein neues Gefühl. Der Torhüter bereitete sich auf eine Spielrunde als die absolut unumstrittene Nummer eins im Gehäuse seines Clubs vor. In den Jahren zuvor war er zu diesem Zeitpunkt meist der Keeper im Wartestand, die Nummer zwei. "Unumstritten? Das gibt es so einfach nicht. Man muss immer Leistung bringen. Man muss sich immer beweisen", sagt der geborene Berliner in den Reihen der Badener.

"Man muss es bestätigen"

Aber der bodenständige 26-Jährige bekennt, dass es "ein schönes Gefühl ist, mit einer Menge Rückendeckung zu starten. Doch: Das darf man nicht verspielen, das muss man bestätigen." Und das gelang ihm schon beim ersten Ligaspiel, der Partie des KSC in Rostock. "Gersi" bestätigte das Vertrauen, das ihm der Trainerstab gab, das ihn zum Stammkeeper ernannte. Vom Anpfiff an strahlte er Ruhe und Souveränität aus.

Marius Gersbeck (KSC 35)
Marius Gersbeck (KSC 35) Bild: ka-news.de

Der Spielfilm in Kurzform: In der 10. Minute: Tolle Fußabwehr mit der er die Führung der Rostocker verhinderte. Sieben Minuten danach: Die Führung des FC Hansa. Aber: Glück für Gersbeck, der Treffer wurde annulliert. "Ich habe einen Kontakt gespürt. Ich weiß nicht von wem. Ob ich den Ball sonst gehalten hätte? Auch das weiß ich nicht. Da war das Glück auf unserer Seite." Der Schiri habe ihm gesagt, er hätte annulliert, weil Gersbeck von einem Gegner berührt worden wäre.

25. Minute: Tolle Parade nach einem Mamba-Schuss. Gersbeck lenkte die Kugel mit den Fingerspitzen der linken Hand zur Ecke. 90.+1: Kurz vor Ende gewann er eine knifflige Eins-gegen-eins-Situation, ersparte so hektische Schlussminuten.

Insgesamt dirigierte der Keeper seine Vorderleute lautstark, puschte die Kollegen immer wieder. Dass der KSC In Rostock schwer ins Spiel kam erklärt er so: "Das war ein Aufsteiger, der hat enorm viel Druck gemacht", da könne es schon mal vorkommen, dass man hinterherläuft. "Dass dieses 0:1 annulliert wurde, hat uns am Leben gehalten." Man sei anfangs etwas zu passiv gewesen. "Und uns fehlte die Ruhe im Spiel, wir haben den Ball zu oft zu früh hergegeben, hatten wenig Ballbesitz und sind daher hinterhergelaufen", analysiert er ohne Schönrednerei.

"Uns darf man nie abschreiben"

Dass das Team abgezockt auftrat überraschte ihn nicht: "Uns zeichnet aus, dass man uns nie abschreiben darf. Egal wie schlecht es in einem Moment für uns aussieht. Man darf uns nie abschreiben." Trotz des Auswärtsdreiers redet er noch von einem Traumstart: "Es ist ein gutes Gefühl, es ist schön, dass wir von den Punkten her gesehen da weitermachten, wo wir vergangene Saison aufhörten Trotzdem sollten wir den Ball flach halten. Es war das erste Spiel."

Torwart Marius Gersbeck (KSC 35) hält die Torchance aus dem letzten Freistoß.
Torwart Marius Gersbeck (KSC 35) hält die Torchance aus dem letzten Freistoß. Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Wichtig sei in den kommenden Partien, "dass wir es schaffen, den Spielverlauf auf unsere Seite zu bekommen und so lange wie möglich die Null zu halten. Für Tore sind wir immer gut. Daher: Stehen wir hinten gut, können wir immer Spiel gewinnen."

Gegen Darmstadt müsse man nun versuchen, besser als in Rostock ins Spielt zu kommen. Dass der KSC aufgrund des Auftaktsieges und der gleichzeitigen Heimniederlage der Darmstädter gegen Regensburg am Freitag bei der Partie gegen die "Lilien" Favorit ist – sieht er nicht so. "Das wird ein Spiel gegen einen Gegner auf Augenhöhe. Wir müssen unsere Schwächen beseitigen und beweisen was wir draufhaben. Sonst verlieren wir auch mal enge Spiele."

Das endlich wieder viele Zuschauer im Wildpark zugelassen sein werden, ist für ihn "absolut positiv. Das kann helfen, ich finde es super. Zuschauer sind einer der wichtigsten Bestandteile beim Fußball und unser Publikum ist sensationell. Ich freue mich darauf und hoffe, dass es immer mehr werden."

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