Christian Eichner (KSC Trainer) im Interview nach dem Testspiel.
Christian Eichner (KSC Trainer) im Interview nach dem Testspiel.
Bild: Carmele/TMC-Fotografie
Der KSC im Soll, aber: Diese Probleme muss Christian Eichner jetzt in den Griff bekommen
Karlsruhe
15.09.2021 11:43
Quo vadis, Karlsruher SC? Zwar ist der Start mit nun neun Punkten aus sechs Spielen absolut in Ordnung, doch es gibt Tendenzen die Cheftrainer Christian Eichner nicht gefallen dürften. Die Blau-Weißen warten nun seit dem 2. Spieltag auf einen Sieg und die Neuzugänge erwiesen sich bisher nicht als Verstärkung. Gegen Kiel stand keiner von ihnen in der Startelf.

Der KSC nach sechs Spielen in Liga zwei? Absolut im Soll! Was die Punkteausbeute angeht und auch, was den aktuellen Tabellenplatz betrifft. Im Ranking der zweiten Bundesliga belegen die Badener Position acht. Einen gesicherten Mittelfeldplatz.

Spielerisch ist Luft nach oben

Mit neun Zählern auf dem Konto sind die Badener auf dem Weg, ihr Ziel - eine "sorgenfreie Saison" zu spielen - zu erreichen. Hält man den Punkteschnitt weiterhin, wird gar die 50er Marke geknackt.

Bild: Michaela Anderer

Leistungsmäßig enttäuschte das Wildpark-Team nicht. Es wurde aber auch deutlich: Da ist noch Luft nach oben. Vor allem in Sachen Kreativität und Torgefahr. Kämpferisch ist der KSC - top! Spielerisch nicht so ganz.

Die Badener tun sich im letzten Drittel ungemein schwer, Torchancen zu kreieren. Zwar sieht der Spielaufbau bis 30 Meter vor des Gegners Gehäuse ordentlich aus, doch dann fehlt Tempo, Idee, Kreativität, Mut und Entschlossenheit. Auffallend: Keiner von den sieben externen Neuzugängen stand gegen Kiel in der Startelf. Stattdessen gab der 33 Jahre alte Marc Lorenz sein Startelfdebüt auf der linken Außenbahn.

Was ist los mit den Neuen?

Er war nun der achte Akteur, der auf einer Außenbahn eingesetzt wurde. Sein Auftritt: Durchwachsen, nur 25 Prozent gewonnener Zweikämpfe belegen das. Diese Baustelle gab's schon vergangene Saison und konnte trotz der vielen Neuen noch nicht geschlossen werden.

Die Neuzugänge des KSC Fabio Kaufmann (KSC 37), Christian Eichner (KSC Trainer), Lazar Mirkovic (KSC 40) links unten Leon Jensen (KSC 6), Lucas Cueto (KSC 17)
Die Neuzugänge des KSC Fabio Kaufmann (KSC 37), Christian Eichner (KSC Trainer), Lazar Mirkovic (KSC 40) links unten Leon Jensen (KSC 6), Lucas Cueto (KSC 17) Bild: Carmele/TMC-Fotografie.de

Weder Fabio Kaufmann noch Lucas Cueto und auch Fabian Schleusener drängten sich bei ihren Einsätzen so auf, dass Cheftrainer Christian Eichner sie unbedingt nominieren müsste. Die Neuzugänge zündeten bisher nicht. Dass die Neuzugänge bisher noch keine Verstärkungen sind, ist mit ein Grund, dass der KSC seit vier Spielen auf einen Sieg wartet. Unter dem Problem der stumpfen Flügelzange leidet Angriffsführer Philipp Hofmann.

Ohne Hofmann geht wenig

Der fast Zwei-Meter-Mann wartet meist vergeblich auf gut getimte Flanken, die er zu Kopfballtreffern nutzen könnte. Von den Außenbahnen gab's bisher wenig Unterstützung. Torgefahr strahlt vorwiegend Hofmann aus. Auch gegen Kiel hatte, wenn es gefährlich wurde, meist Hofmann seinen Fuß oder den Kopf im Spiel. Wie es gehen kann zeigte Sebastian Jung beim späten Ausgleich gegen die Störche. Von solchen Aktionen braucht Hofmann deutlich mehr.

Philipp Hofmann (KSC 33) im Training.
Philipp Hofmann (KSC 33) im Training. Bild: Carmele|TMC-Fotografie

Apropos Hofmann: Der Hüne ist die Lebensversicherung des KSC. Toll, dass er so oft trifft und dazu sich noch als Vorbereiter auszeichnet. Aber: Was ist, kommt es zum Supergau? Sprich: Was ist, fällt Hofmann aus irgendeinem Grund aus? Vielleicht sogar länger?

Im Moment scheint er unersetzbar, im Moment ist das Team von seinen Toren abhängig. In Sachen Transfers war das aber anscheinend kein KSC Thema in der KSC-Chefetage. Da wurden Defensivspieler mit Zweijahresverträgen ausgestattet, die keine Erfahrung haben und den Kader vor allem in der Breite helfen sollen.

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