Benjamin Uphoff (KSC 1) ist enttäuscht.
Benjamin Uphoff (KSC 1).
Bild: Carmele | TMC-Fotografie
"Pobacken zusammenkneifen und weitermachen!": KSC-Keeper Uphoff will raus aus der Abwärtsspirale
Karlsruhe
10.02.2020 20:00
Gegen Wiesbaden und Fürth hatte er gepatzt, stand vor der Winterpause noch heftig in der Kritik - aus der Ruhe bringen konnte das KSC-Torhüter Benjamin Uphoff aber nicht, im Gegenteil. Wie er sich zurück zu alter Form gekämpft hat, wie er mit dem Konkurrenzdruck zu Kollege Marius Gersbeck umgeht und wie er die Mannschaft nach den letzten Niederlagen wieder zurück in die Spur bringen will - Peter Putzing rückt ihn in der exklusiven ka-news.de-Serie ins "KSC-Spotlight".

Vor der Winterpause sah sich KSC-Torhüter Benjamin Uphoff heftiger Kritik ausgesetzt. Er hatte in zwei Spielen gepatzt, bei den Heimniederlagen gegen Fürth und Wehen Wiesbaden. Der gebürtige Bayer stand zu seinen Fehlern, beschönigte nichts, analysierte selbstkritisch und blieb dennoch selbstbewusst: "Da gingen Tore auf meine Kappe, das passiert leider."

Havard Nielsen (Fürth 16) trifft zum 4:1 in der 2. Halbzeit gegen Torwart Benjamin Uphoff (KSC 1). Bild: Tim Carmele

Trotz Konkurrenzdruck: Uphoff bleibt gelassen

Vor dem Trainingslager in Spanien hatte Ex-Trainer Alois Schwartz den Kampf um den Platz im Tor der Badener eröffnet, hat die Chance für Uphoff und seinen Konkurrenten Marius Gersbeck als "fifty-fifty" bezeichnet.


KSC vs Greuther Fürth

Philipp Hofmann (KSC 33) am Ball im Angriff vor dem Ggegnerischen Tor. Marco Meyerhöfer (Greuther Fürth 18) im Zweikampf mit Philipp Hofmann (KSC 33) Erste Torchance für den KSC. Anton Fink (KSC 30) im Zweikampf mit Marco Caligiuri (Greuther Fürth 13) Philipp Hofmann (KSC 33) Jubelt zu seinem 1:1 Ausgleich.

Uphoff blieb cool und gelassen. "Dadurch hat sich für mich im Training nichts geändert." Der Druck brachte ihn nicht aus der Ruhe. Er gab im Training Vollgas, schaffte es zurück zur alten Topform. Beim Spiel in Hamburg lieferte er eine absolute Topleistung ab. Trainer Christian Eichner bescheinigte ihm kurz nach dem Schlusspfiff "eine Klasseleistung."

Benjamin Uphoff (KSC 1) nimmt den Ball an. Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Der 26 Jahre alte Torhüter war hoch konzentriert, es war ihm zu verdanken, dass der KSC bei den Hanseaten lange ohne Gegentor blieb. Als Sonny Kittel in der 41. Minute völlig allein vor Uphoff auftauchte, regierte der glänzend. Auch beim Schuss von Lukas Hinterseer, kurz nach dem Seitenwechsel, konnte Uphoff mit einer prächtigen Parade die Führung der Gastgeber verhindern.

"Wir können uns auf gar keinen Fall unserem Schicksal ergeben"

Trotz der Niederlage nach guter Leistung und trotz der tiefen Enttäuschung gab sich Uphoff kämpferisch: "Man hat im HSV-Spiel vor allem in der ersten Halbzeit gesehen, dass wir mutiger gespielt haben, als das in den letzten Wochen der Fall war. Wir haben eine Riesenchance und können das Spiel auf den Kopf stellen. Solch ein Moment fehlt uns, das war zu Rundenanfang anders, da sind wir mit der ersten Chance in Führung gegangen", sagt er.

Torwart Benjamin Uphoff (KSC 1) springt zum Ball. Bild: Tim Carmele

Die Mannschaft sei in einer kleinen Abwärtsspirale, die sie "unbedingt durchbrechen müssen". Uphoff ergänzt: "Wir können uns auf gar keinen Fall unserem Schicksal ergeben. Das erste Gegentor war sinnbildlich für unsere Situation. Aber: Pobacken zusammenkneifen und weitermachen!"

Bleibt Uphoff beim KSC?

Gegen Osnabrück wird er sicher in der Startelf stehen. Die Torwartdiskussion ist beim KSC zunächst einmal beendet. Im Zweikampf mit dem sportlich absolut fairen Herausforderer Marius Gersbeck ist Uphoff weiterhin die Nummer eins. Der neue Cheftrainer Eichner war voll des Lobes.

"Beni hat so gespielt, so wie ich ihn kenne, so wie ich es mir vorstelle", sagt "Eiche" und fährt fort: "Er ist inzwischen sehr lautstark, hat sich nochmals einen Schritt nach vorne entwickelt. Wenn er so weitermacht, kann er in den nächsten Wochen der Rückhalt der Mannschaft werden. Diesen Torwart brauche ich." Auch fußballerisch habe sich Uphoff verbessert.

Benjamin Uphoff (KSC 1) lauert schon zum Torschusstreffer durch Sonny Kittel (HSV 10), Lukas Fröde (KSC 4) versucht zu retten. Bild: Carmele | TMC-Fotografie

"Wir haben einen Torwart, der mitspielt" - und das ist Eichner, der auf Passspiel statt auf lange Bälle setzt, besonders wichtig. Uphoffs Vertrag im Wildpark läuft Ende dieser Saison aus. Wie es weitergeht, soll nach Absprache mit dem KSC bis März geklärt werden.

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