Karlsruher SC beim Training, Herren, dritte DFB Liga, Saison 2018/2019, auf dem Kunstrasenplatz 3,  am 08.01.2019 in Karlsruhe (Wildparkstadion), Germany
MARIN SVERKO (Karlsruher SC #15)
Bild: Tim Carmele | TMC-Fotografie
KSC-Pechvogel Marin Sverko glaubt an den Aufstieg: "Nach meiner Verletzungspause versuche ich zu helfen, wo es geht"
Karlsruhe
17.04.2019 13:15
Auf die Leistungen des Karlsruher SC lohnt immer wieder ein genauerer Blick. Diesen wagt regelmäßig am Mittwoch Peter Putzing und rückt Erfolge der Profis in der exklusiven ka-news-Serie ins "KSC-Spotlight".

Vorgestellt hat sich Marin Sverko das anders - ganz anders. Er ließ sich von Mainz 05 an den KSC, an den Verein, bei dem er ausgebildet wurde, ausleihen, um Spielpraxis zu bekommen. Der Linksverteidiger, der auch Innenverteidiger spielen kann, wollte sich verbessern, wollte in Liga 3 lernen.

; am 08.02.2019, Herren, Fußball, Saison 2018/2019, 3.Liga, Training, Karlsruher SC.
Von einem harten Schuß in den Rücken getroffen, und zu Boden gegangen, Marin Sverko (KSC 15) Bild: Tim Carmele

Und jetzt? Dauergast auf der Tribüne. Kein Einsatz in der Liga, nicht einmal in den Kader schaffte es der gebürtige Pforzheimer bisher.

Er will, aber kann nicht

Dabei hat Marin Sverko, der es in Kroatiens U-Nationalmannschaften auf 14 Berufungen brachte, die Voraussetzungen, sich im Profigeschäft durchzusetzen. Er ist körperlich stark, schnell, technisch versiert und ein guter Zweikämpfer. Am Boden und in der Luft.

; am 24.02.2019, Herren, Fußball, Saison 2018/2019, 3.Liga, Training, Karlsruher SC.
Marin Sverko (KSC 15) am Ball Bild: Tim Carmele | TMC-Fotografie

Aber, trotz dieser Fähigkeiten - Frust pur. Der Grund? Er hatte immer und immer wieder körperliche Probleme. Verletzungen, Krankheiten setzten ihn immer wieder außer Gefecht. Sein Körper ließ lange keine kontinuierliche Arbeit zu. Er ist der Pechvogel Saison, die Spielrunde war für ihn bisher - eine Seuchensaison.

"Keine wusste, was los war!"

"Es begann schon blöd. Nach zwei Wochen im Wildpark bekam ich massive Probleme am Rücken, das zog sich lange hin und ich konnte nichts dagegen tun. Keiner wusste genau was ich hatte und: Was ich dagegen tun konnte", erzählt der 21-Jährige im Gespräch mit ka-news.

"Ich war bei einigen namhaften Spezialisten, einer sprach gar von einem Ermüdungsbruch, das hat sich später als nicht korrekt herausgestellt. Anfangs sagte man mir, es wären Ermüdungserscheinungen im Lendenwirbelbereich, das würde längstens sechs Woche dauern, dann waren es drei Monate. Am 1. Oktober bin ich mit einem riesen Rückstand wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen, denn ich hatte ja die komplette Sommervorbereitung verpasst. Ich habe viel zusätzlich gearbeitet, damit ich nicht in die nächste Verletzung reinstürze", sprudelt es geradezu aus ihm heraus.

Marin Sverko
Marin Sverko Bild: Tim Carmele | TMC-Fotografie

Inzwischen sieht er Licht am Ende des Tunnels. "Jetzt bin ich wieder topfit. Das war ich schon nach dem Wintertrainingslager in Spanien. Meine Laktatwerte haben sich geradezu unfassbar gut verbessert. Da konnte man sagen: Der Junge kann spielen. Aber - das hat bisher noch nicht geklappt." Er fühlt sich "zu hundert Prozent bereit. Ich trainiere - in meinen Augen - richtig gut!"

Viel Training und der Besuch beim Experten

Er fiebert geradezu einem Einsatz entgegen. Er will unbedingt auflaufen, macht alles dafür. Trainiert zusätzlich. Fährt am freien Tag mit dem Zug nach München, zu Ralph Frank, einem Biostatiker, einem Physio, der in der Fußballszene bekannt ist. "Meine Teamkollegen Alex Groiß und Justin Möbius waren auch schon dort. Viele aus der Premier League sind dort. Ich fahre alle zwei, drei Wochen dorthin, um meine Statik checken zu lassen, um danach gezielt zu arbeiten."

Karlsruher SC beim Training, Herren, dritte DFB Liga, Saison 2018/2019, auf dem Kunstrasenplatz 3,  am 08.01.2019 in Karlsruhe (Wildparkstadion), Germany
MARIN SVERKO (Karlsruher SC #15) Bild: Tim Carmele | TMC-Fotografie

Auch neben dem Platz ordnet er alles dem Fußball unter, wohnt nicht bei den Eltern in Pforzheim, sondern hat eine Wohnung in Grünwinkel. "Die Anfahrt aus Pforzheim, die vielen Staus, das ist mir zu nervig. Das kostet Kraft und Konzentration."

Hoffnung auf einen Einsatz

Trotz aller Anstrengungen blieb er bisher außen vor. Dennoch hat der kroatische Nationalspieler Verständnis dafür. "Die Mannschaft steht vorne, da ist es nicht zwingend notwendig zu wechseln." Dennoch wäre es "sehr, sehr schön dabei zu sein. Ich hoffe, dass ich noch eine Chance bekomme." Eines liegt ihm nach der langen Leidenszeit am Herzen: "Es ist schwer, sich unter solchen Umständen zu motivieren. Das einzige Gute: Dass es hier in Karlsruhe passiert ist. Hier habe ich meine Familie, meine Freunde, die haben mir geholfen, haben mich immer super aufgebaut", sagt er demütig.

; am 22.02.2019, Herren, Fußball, Saison 2018/2019, 3.Liga, Training, Karlsruher SC.
Marin Sverko (KSC 15) in der Ballannahme, von hinten kommt Manuel Stiefler (KSC 8) Bild: Tim Carmele | TMC-Fotografie

"Ich muss meinem Umfeld dafür 1.000 Mal Danke sagen. Ich arbeite in jeder Trainingseinheit und in jeder zusätzlichen Einheit, die ich absolviere, hart. Ich hoffe, dass die schwierige Phase langfristig ist vorbei. Im Moment schöpfe ich wieder Kraft und ich freue mich jeden Tag auf das Training." Hoffnung, in der Restsaison noch in den Kader zu rutschen, hat er. "Ich gebe in jeder Übungseinheit alles dafür."

"Aufstieg ist für den KSC möglich"

Für das Team sieht er die Zukunft rosig. Vom KSC-Aufstieg geht er aus. "Dazu haben wir die individuelle Qualität im Kader." Sein Vertrag in Mainz läuft bis 2021. Wie seine Zukunft nach dieser Saison aussieht, darüber macht er sich keine intensiven Gedanken.

am 20.03.2019, Herren, Fußball, Saison 2018/2019, 3.Liga, Training, Karlsruher SC.
v.l. Anton Fink (KSC 30) im Zweikampf gegen Marin Sverko (KSC 15) Bild: Tim Carmele | TMC-Fotografie

"Es sind noch einige Spieltage bei uns und in Mainz. Weder hier noch dort ist etwas entschieden. Wie es weitergeht steht in den Sternen", sagt er und fügt fast etwas trotzig hinzu: "Ich weiß eines: Trotz der Verletzungsseuche habe ich mich weiterentwickelt, ich bin mental stärker geworden. Ich kann mir für die Zukunft alles vorstellen. Aber im Moment zählt nur der Aufstieg mit dem KSC. Ich mache was geht, um zu helfen!"

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