Mitgliederversammlung des Karlsruher SC
Rolf Dohmen war von 2002 bis 2009 Manager des KSC.
Bild: Uli Deck (dpa)
Hindernis Mitgliedersatzung: Warum Rolf Dohmen (noch) kein KSC-Präsident werden kann
Karlsruhe
08.09.2019 07:00
Es war die Überraschung im Sommer 2018, als Rolf Dohmen erklärte, für das Amt des KSC-Präsidenten zu kandidieren. Ein Jahr später sind die Pläne zwar noch nicht weiter gediehen - aber die Idee ist noch da, und der Wille auch. Es scheitert allerdings an der Mitgliedersatzung des Karlsruher SC

"Neues Präsidium? Rolf Dohmen bestätigt Interesse an Kandidatur" schrieb ka-news.de vor ziemlich genau einem Jahr am 8. September. Und auch heute noch hat der gebürtige Nordrhein-Westfale weiterhin Interesse an diesem Job. "Ich stehe zur Verfügung", sagt der ehemalige KSC-Profi gegenüber ka-news.de. "Ich habe schon immer viele Anfragen bekommen, ob ich nicht das Amt ausfüllen möchte und seit ich damals gesagt habe, dass ich Interesse habe, kamen noch mehr Menschen auf mich zu!" 

Rolf Dohmen (Mitte) bei der KSC-Mitgliederversammlung 2018. (Archivbild) Bild: Thomas Riedel

Er geht die Kandidatur für das Amt des Vereinspräsidenten allerdings nicht aktiv an. "Ich möchte keine Schlammschlacht mit dem KSC, denn obwohl das Team gerade drei Spiele verloren hat, sind alle glücklich und zufrieden: Der Stadionbau läuft, die Dächer auf den Tribünen sind da", erklärt der 67-Jährige. 

Hindernisse in der Satzung

Doch zwischen ihm und einer möglichen Wahl zum Präsidenten - er würde nach zehn Jahren im Amt Ingo Wellenreuther ablösen - steht die Vereinssatzung. Die besagt in § 17: "Das Präsidium besteht aus dem Präsidenten und zwei Vizepräsidenten. Sie sind wählbar, wenn sie seit mindestens drei Jahren ununterbrochen Vereinsmitglied sind." Und genau da liegt die Crux. Rolf Dohmen ist erst seit Januar 2017 wieder Mitglied des Karlsruher SC. 

Bild: Thomas Riedel

"Das ist leider die Voraussetzung, also werde ich im Oktober dieses Jahres nicht kandidieren. Da habe ich mich drei Monate zu spät wieder angemeldet", sagt Dohmen. "Es gab zwar auch schon Ausnahmen von dieser Satzung, aber wie gesagt, ich möchte keine Unruhe reinbringen!"

Herz schlägt Blau-Weiß

Um in diesem Jahr doch noch antreten zu können, bedürfe es einer Satzungsänderung. Doch die strebt er nicht an. Daher bleibt ihm vorerst nur die Option, 2022 wieder seinen Hut in den Ring zu werfen, denn alle drei Jahre wird das Präsidium des KSC neu gewählt.

Abstimmung bei der Mitgliederversammlung 2018. (Archivbild) Bild: Thomas Riedel

Heute ärgert sich der ehemalige Manager des Karlsruher SC darüber, ausgetreten zu sein. "Es ist ärgerlich, aber ich wusste ja, was die Satzung besagt. Aber ich wäre auch nie ausgetreten, wenn es keine Gründe dafür gegeben hätte, aber die hatte ich nun mal", so Rolf Dohmen im Gespräch mit ka-news.de. 

Ob Mitglied oder zeitweise nicht - der Ex-KSC-Profi ist immer im Bilde, wenn es um das Team aus dem Wildpark geht. "Ich bin voll informiert, schaue die Spiele vor dem Fernseher oder im Stadion. Ich war so lange beim Fußball, der KSC ist mein Verein", sagt er. "Da trägt man einfach Blau-Weiß!" 

ka-news.de Hintergrund: Rolf Dohmen
Geboren am 4. April 1952 in Nordrhein-Westfalen kam Rolf Dohmen das erste Mal von 1978 bis 1982 zum Karlsruher SC. Als Fußballprofi bestritt er für den KSC 141 Spiele und schoss sieben Tore. 

Im Mai 2002 kam er in den Wildpark zurück, diesmal als Manager des Vereins. Bereits seit 2005 kriselte es zwischen dem Karlsruher SC und Dohmen. Das gipfelte in einem Eklat im März 2009, als der Verdacht im Raum stand, Dohmen könnte Schmiergeldzahlungen des Ausrüsters "Nike" erhalten haben. Ende 2009 wurde er vom Verein freigestellt. Später klagte er vor dem Arbeitsgericht noch ausstehende Gelder ein. Das Gericht gab ihm recht. 

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