Mehr als 370 Unternehmen in zwei Messehallen informieren über Ausbildungsberufe
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Bild: DIHK / Jens Schicke
Einstieg Beruf: "Ein persönlicher Kontakt ist durch nichts zu ersetzen“
Karlsruhe
13.01.2020 14:12
Eine Erfolgsgeschichte: Richard Seidel bricht 2016 sein Studium zum Bauingenieur ab. Er entscheidet sich für eine duale Ausbildung und lernt auf der Ausbildungsmesse "Einstieg Beruf" seinen späteren Ausbildungsbetrieb kennen - der Startpunkt seiner Karriere.

2016 war ein wegweisendes Jahr für Richard Seidel. Der damals 23-Jährige brach sein Studium zum Bauingenieur ab und musste sich nun für einen neuen beruflichen Weg entscheiden. Die Wahl fiel auf eine duale Ausbildung im Steine-, Erden- oder Betonbereich, passend zu seinen Interessen und seinem Vorwissen aus dem Studium. Drei Jahre später gehört Richard zu den besten Azubis Deutschlands. Seine Ausbildung zum Verfahrensmechaniker in der Steine- und Erdenindustrie mit der Fachrichtung Baustoffe schloss er als bester Azubi Deutschlands ab und wurde dafür mehrfach ausgezeichnet.

Auszubildende geben Tipps und berichten aus Ihrem Ausbildungsalltag Bild: IHK Karlsruhe

Ausbildungsberuf und Ausbildungsbetrieb lernte der inzwischen 27-Jährige auf der Ausbildungsmesse "Einstieg Beruf“ kennen: "Ich bin sehr gezielt an diesem Samstagmorgen auf die Messe gegangen. Im Vorfeld hatte ich mir den Messeplan angeschaut und mir 15 interessante Aussteller notiert, mit denen ich vor Ort das persönliche Gespräch gesucht habe." Trotz seiner Vorbereitungen: Der Kontakt zu seinem späteren Ausbildungsbetrieb kam eher durch Zufall zustande. "Ich war eigentlich gerade dabei, die Messe zu verlassen. Beim Rausgehen bin ich dann über einen Slogan auf einem Werbebanner gestolpert, der mich neugierig gemacht hat", erinnert sich Richard.

Am Stand von OPTERRA Wössingen GmbH kam er dann unter anderem mit Dominic Dorsch ins Gespräch. Der damals 24-jährige absolvierte gerade selbst seine Ausbildung zum Verfahrensmechaniker bei OPTERRA, hatte zuvor ebenfalls sein Studium zum Bauingenieur abgebrochen und konnte Richard authentische Einblicke in den Ausbildungsalltag geben: "Ich habe ihm erstmal erzählt, was bei uns im Zementwerk los ist, wie groß es ist, was genau hinter dem Ausbildungsberuf steckt, was in der Ausbildung passiert und wie das mit der Berufsschule abläuft." Wertvolle Einblicke, die Richard bis heute zu schätzen weiß: "Man kann sich immer viel über Berufe und Unternehmen durchlesen, aber jemand, der die Ausbildung selbst macht oder hinter sich hat, kann einem nochmal ganz andere Eindrücke vermitteln."

Dr. Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages e.V., überreicht Richard Seidel die Auszeichnung zum besten Azubi Bild: DIHK / Jens Schicke

Nach Messe: Praktikum

Noch auf der Messe vereinbarten OPTERRA und Richard ein dreitägiges Praktikum im Zementwerk. Dort wurde Richard dann wenige Wochen später durch das Werk geführt, konnte sich unterschiedliche Abteilungen anschauen und hatte am letzten Tag ein Abschlussgespräch. "Da wurde relativ schnell klar, dass wir uns einig sind und ich meine Ausbildung noch im selben Jahr bei OPTERRA beginnen werde." Keine Überraschung für Ex-Azubi Dominic: "Mir war schon nach dem Gespräch auf der Einstieg Beruf klar, dass Richard für uns in Frage kommt. Das Gesamtpaket hat gestimmt: sein Auftreten, seine Interessen, sein technisches Verständnis und das Wissen, dass es im Zementwerk auch anstrengend und schmutzig zugeht."

Inzwischen haben Dominic und Richard ihre Ausbildungen zum Verfahrensmechaniker in der Steine- und Erdenindustrie erfolgreich abgeschlossen, beide als beste Azubis Deutschlands: Dominic, der Richard auf der Ausbildungsmesse rekrutierte und später teilweise selbst ausbildete, legte 2018 sozusagen vor. Ein Jahr später durfte sich Richard als Bundesbester feiern lassen. Beide arbeiten weiterhin bei OPTERRA und wollen sich kontinuierlich weiterbilden. "Die Leute sollen sich nicht darauf fixieren, dass man ohne Studium nichts werden kann. Es gibt immer Möglichkeiten, sich weiterzubilden, zum Beispiel über den Weg Ausbildung, Meister, Studium", appelliert Dominic.

Mehr als 370 Unternehmen in zwei Messehallen informieren über Ausbildungsberufe Bild: IHK Karlsruhe

"Jede Ausbildungsmesse hat mich weitergebracht"

Eine Ausbildungsmesse wie die "Einstieg Beruf" zu besuchen, können beide jedem ans Herz legen: "Im Internet kann viel stehen, am Ende ist ein persönlicher Kontakt aber durch nichts zu ersetzen. Man kann Personen viel besser einschätzen als nur durch einen Lebenslauf. Jede einzelne Ausbildungsmesse, die ich besucht habe, hat mich weitergebracht und mir andere Facetten des Arbeitslebens gezeigt. Man kann sich ja gar nicht so recht vorstellen, wie viele unterschiedliche Firmen es gibt und mit was diese sich beschäftigen", so Richard. Zwei Tipps hat der 27-Jährige für Besucher der "Einstieg Beruf" am 18. Januar: "Früh dort sein und auf das persönliche Auftreten achten. Dazu zählt nicht nur das äußere Erscheinungsbild. Man muss den Eindruck vermitteln, dass man wirklich will und Interesse hat."

Was macht eigentlich ein Verfahrensmechaniker? Richard zeigt´s euch!

Informationen "Einstieg Beruf"

Mehr als 370 Unternehmen und schulische Ausbildungsstätten präsentieren sich am Samstag, 18. Januar 2020 von 10 Uhr bis 15.30 Uhr auf der Messe "Einstieg Beruf" in der Messe Karlsruhe. Bei kostenfreiem Eintritt informieren die Aussteller über 180 Ausbildungsberufe in Industrie, Handel, Gesundheit, Dienstleistung und Handwerk. Darüber hinaus geben Bildungseinrichtungen und -träger Einblicke in weiterführende Schulabschlüsse, Studiengänge und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Kostenfreier Eintritt und Bus-Shuttle zwischen Hauptbahnhof und Messe. Mehr Infos auf www.einstiegberuf.de

 

 

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