"Time-Park" braucht Zeit
Karlsruhe
28.08.2006 17:37
Der Internet-Provider 1&1 hat offenbar kein Interesse mehr am städtischen Filetstück "Südlicher Hauptbahnhof" (Foto: ka-news)
Die Träume der Stadt, für das südlich vom Hauptbahnhof gelegene Gelände bald einen Investor zu präsentieren, müssen wohl auf unabsehbare Zeit begraben werden. Seit Ende vergangenen Jahres hatte der Internet-Dienstleister 1&1 für sich geprüft, ob eine Ansiedelung auf dem Gelände hinter dem Hauptbahnhof in Frage komme, jedoch nie öffentliches Interesse bekundet. Auf Anfrage von ka-news teilte jetzt 1&1-Pressesprecher Michael Frenzel mit: "Wir möchten uns im näheren Umfeld der Brauerstraße weiter entwickeln und dort in den nächsten Jahren unsere Wachstumspläne verwirklichen."
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"Für den Verbleib am Standort Brauerstraße spricht einfach, dass wir dort mit dem Hochleistungsrechenzentrum und 25.000 Servern einen riesigen Anker geworfen haben", erklärte Frenzel. Daneben verwies er auf die Aussage eines Vorstandssprechers von 1&1, der vor kurzem bei einer öffentlichen Veranstaltung in Karlsruhe angedeutet habe, dass der Standort hinter dem Hauptbahnhof "aus dem Rennen" sei.

Stadt lässt sich bei Suche nach Investor nicht unter Druck setzen

Für Stefan Rastetter von der städtischen Wirtschaftsförderung ist die Angelegenheit indes noch nicht vom Tisch. Er wisse bisher nur, dass die Sache für 1&1 nicht mehr die 'erste Priorität' habe. "Das heißt für uns aber nicht, das nicht doch noch Chancen bestehen." Dass das nach über einem Dutzend Jahren gut abgehangene Filetstück aber immer noch auf einen Investor wartet ist für Rastetter kein Zufall. Aufgrund der Größe der angebotenen Fläche, müsse es sich um einen "potenten Investor" handeln, der die Nutzung der Gebäude auf sichere Beine stellen könne, so der Wirtschaftsförderer. Doch der muss jetzt, nach dem Rückzieher von 1&1, offenbar erneut gesucht werden. Gespräche mit zwei, drei Interessenten würden laufen, deren Namen wollte Rastetter allerdings nicht preisgeben.

Wieder einmal nicht von Erfolg gekrönt: Die Suche nach einem potenten Investor für das großflächige Areal "Hinterm Hauptbahnhof" geht weiter (Foto: ka-news)

Derweil verdeutlicht sich zusehends, dass der politische Aktionismus der Stadt immer weiter ins Leere zu laufen scheint. Nachdem der linksalternative "Stachel" Ex-Steffi aus dem vom Rathaus angepriesenen "Filetstück" herausgerissen wurde (ka-news berichtete) und der Gemeinderat den Bebauungsplan für das Gelände "Hinterm Hauptbahnhof" zügig voranbrachte (ka-news berichtete), herrscht jetzt wieder Stillstand.

Die Wirtschaftsförderung werde sich bei der Suche nach einem geeigneten Investor aber nicht unter Druck setzen lassen, betonte Rastetter. "Das Gelände wird ja im Laufe der Zeit nicht wertloser. Deshalb prüfen wir sehr genau, welcher Investor überhaupt ein tragfähiges Konzept vorlegen kann", das dem Filetstück "Time-Park" gerecht werden soll. Das Beispiel des Durlacher BMD-Geländes mit dem kommenden Neubau der Propack Data GmbH zeige, dass es sich lohne, auf den richtigen Investor zu warten, so Rastetter. Wie lange der große Durchbruch in Sachen "Time-Park" allerdings noch auf sich warten lässt, ließ er offen.

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