Autonomes Fahren Karlsruhe FZI
Bisher muss nach geltendem Recht immer ein Fahrer hinter dem Steuer eines selbst fahrenden Autos sitzen, um im Notfall eingreifen zu können.
Bild: FZI
"Opticar": Projekt für Autonomes Fahren in Karlsruhe gestartet
Karlsruhe
13.05.2017 20:00
Im Rahmen des Projektes "Opticar" haben Experten des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), des FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie und der Myestro Interactive GmbH jetzt eine Forschungs- und Erprobungsplattform für Stereo-Kamerasysteme entwickelt. Ziel des Gemeinschaftsprojekts ist es, diese Systeme präziser und robuster zu machen.
Wirtschaft interessiert Sie?

Bestellen Sie gratis unseren Business-Newsletter von Redaktionsleiterin Corina Bohner

"Die genaue Erfassung der Verkehrssituation um ein Auto herum ist eine entscheidende Grundlage für einen erfolgreichen Einsatz autonomer Fahrzeuge", sagt Matthias Pfriem, Manager des Clusters "Profilregion Mobilitätssysteme Karlsruhe" und Wissenschaftler am Institut für Fahrzeugsystemtechnik des KIT.

Neben Sensorsystemen wie Lidar, Radar und Ultraschall köntnen auch Weitwinkel-Stereo-Kameras dafür eingesetzt werden, dass ein autonomes Fahrzeug seine eigene Position und die der Objekte in seiner Umgebung jederzeit genau kennt, um Fahrmanöver, zum Beispiel einen Überholvorgang oder Spurwechsel, präzise durchführen zu können.

Forscher entwickeln Augen fürs Auto

Die Bilder von Stereo-Kameras ermöglichen - vergleichbar mit dem räumlichen Sehen eines Augenpaars - die Tiefenwahrnehmung der Umgebung und geben unter anderem Aufschluss über die Position, Distanz und Geschwindigkeit von Objekten. Die Wissenschaftler von KIT und FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie haben gemeinsam mit ihrem Industriepartner "Myestro" ein Demonstrator-Fahrzeug im Maßstab 1:4 entwickelt, das rundum mit sechs solcher Kamera-Paare ausgestattet ist.

Die Stereo-Kameras übermitteln ihre Daten über Ethernet an einen eingebetteten, hochleistungsfähigen Bildverarbeitungsrechner, der in Echtzeit und kontinuierlich ein Gesamtbild der Verkehrssituation im Umfeld erstellt.

Teil "Profilregion Mobilitätssysteme Karlsruhe"

Das "Opticar"- Fahrzeug soll für die Erprobung neuer Technologien und als Demonstrator in der Lehre eingesetzt werden. Mit seiner offenen Architektur kann das Testauto zudem abhängig von spezifischen Forschungsfragen um weitere Module wie Radar, Karten oder Car2X-Kommunikation erweitert werden.

"Opticar" ist Teil des Schwerpunktthemas "Automatisierte und autonome Mobilität" der "Profilregion Mobilitätssysteme Karlsruhe". Dieses vom Land Baden-Württemberg und der Fraunhofer-Gesellschaft geförderte Leistungszentrum vernetzt regionale Partner auf dem Gebiet der Mobilitätsforschung in einem Cluster.

Bundesrat macht Weg für automatisiertes Fahren frei

Erst am Freitag hatte der Bundesrat den Weg für das automatisierte Fahren bereitet und das Straßenverkehrsgesetz entsprechend geändert, wie das baden-württembergische Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration mitteilte.

Die Änderung soll die Voraussetzungen schaffen, dass automatisiertes Fahren in Deutschland erprobt werden kann. Der Stellvertretende Ministerpräsident Thomas Strobl lobte in diesem Zusammenhang auch die eingerichteten Teststrecke "autonomes Fahren" in der Technologieregion Karlsruhe.

Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert:
26 Kommentare

Hinweis: Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren. Bitte beachten Sie die Kommentarregeln.
Betreff/Titel


Ihr Kommentar

Noch Zeichen