Bahnübergang in Karlsruhe
(Symbolbild)
Bild: Thomas Riedel
ÖPNV-Offensive: Land will Bahn- und Busverkehr ausbauen
Stuttgart/Karlsruhe
20.04.2017 06:00
Baden-Württemberg will in den kommenden Jahren den Bahn- und Busverkehr im Land wesentlich erweitern. Wie das Verkehrsministerium mitteilte, sollen alle Kommunen am Tag öfter als bisher und mindestens im Stundentakt angebunden sein.

Dieses Mobilitätsversprechen wolle man in den kommenden Jahren umsetzen, so der Verkehrsminister Winfried Hermann. Er fügte hinzu: "Das hilft, den Stau auf den Straßen abzubauen, und bereitet den Weg hin zu einer umweltfreundlichen Mobilität."

So soll der ländliche Raum als attraktiver Lebensraum auch für Familien weiter gestärkt werden. Darüber hinaus soll zum Erreichen der Klimaschutzziele im Verkehrsbereich der öffentliche Verkehr mit Bahnen und Bussen deutlich zulegen.

Schienenpersonennahverkehr (SPNV) ausbauen

Das Land ist zuständig für die Nahverkehrszüge im regionalen Schienenverkehr. Wie das Verkehrsministerium in einer Pressemeldung mitteilt, wird es in den kommenden Jahren das "Zielkonzept 2025 für den Schienenpersonennahverkehr" umsetzen. Dieses sieht neben qualitativen Verbesserungen wie dem Einsatz neuer Züge oder Wlan in den Zügen auch zahlenmäßig mehr Zugverbindungen vor.

Auch auf allen Strecken im ländlichen Raum soll ein Stundentakt von 5 bis 24 Uhr umgesetzt werden. Mit der Aufstockung der Regionalisierungsmittel, die die Länder vom Bund für die Bestellung des regionalen Schienenverkehrs erhalten, sollen sich die Aussichten auf eine Umsetzung verbessert haben.

Mehr Regiobuslinien einrichten

Allerdings liegen nicht alle größeren Kommunen an den vorhandenen Schienenstrecken. Laut Hermann werden mit dem Förderprogramm für Regiobuslinien hochwertige und vertaktete Schnellbuslinien, welche die Landkreise zur Anbindung von Mittel- und Unterzentren an das Schienennetz einrichten, gefördert.

Das Land übernimmt nach eigenen Angaben hierbei die Hälfte der Kosten, die nicht durch Einnahmen gedeckt werden können.

Bedarfsgesteuerte Rufbussysteme

Für den örtlichen Busverkehr sind die Landkreise zuständig. Dem Verkehrsminister ist hierbei klar, dass ein flächendeckender Stundentakt im ländlichen Raum und zu Schwachverkehrszeiten nicht mit dem klassischen Linienbus funktioniere.

Daher setzt das Land in solchen Fällen auf bedarfsgesteuerte Rufbussysteme. Derzeit fördert das Land zwei Modellvorhaben in den Landkreisen Göppingen und Calw, mit denen der flächendeckende Stundentakt von 5 bis 24 Uhr beispielhaft mit Rufbussen erprobt wird.

Die schrittweise Einführung eines Baden-Württemberg-Tarifs wird es zudem ermöglichen, über die Grenzen der einzelnen Verkehrsverbünde hinweg mit nur einem Fahrschein unterwegs zu sein. "Das umweltfreundliche Angebot wird lauten: Eine Fahrt – ein Ticket", so der Minister.

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