Magnetschwebebahn am KIT SupraTrans am KIT
Die SupraTrans ist bereits in Karlsruhe angekommen.
Bild: evico GmbH
KIT macht's möglich: Karlsruhe bekommt eine Schwebebahn!
Karlsruhe
13.11.2017 07:00
Ein Aprilscherz im November? Nein, es ist wirklich kein Witz: Karlsruhe bekommt eine Schwebebahn! Bereits letzte Woche wurde das Gefährt in die Fächerstadt geliefert und wartet nun auf seinen Aufbau. ka-news verrät, wann und wo in Karlsruhe "geschwebt" werden kann - und ob der ÖPNV nun revolutioniert wird.
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Es klingt wie Zukunftsmusik, doch schon in wenigen Monaten können die Karlsruher sich schwebend fortbewegen! Möglich macht das die SupraTrans. Dieses Forschungsprojekt, das optisch einer Achterbahn ähnelt, ist nämlich nun vom Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung (IFW) in Dresden an das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) umgezogen. "Als sich diese Möglichkeit ergab, haben wir spontan zugeschlagen", erklärt Professor Bernhard Holzapfel, der lange Zeit am IFW und am Projekt SupraTrans mitwirkte aber inzwischen als Direktor der Supraleitenden Materialien am KIT arbeitet.

Mehrere Jahre forschte das IFW an der rund 80 Meter langen Versuchsanlage und dem Zweisitzermodell SupraTrans. Doch nun ist Dresdens Traum vom Schweben ausgeträumt, denn ab sofort wird am KIT an der SupraTrans weiter geforscht. "Die Aufgabenschwerpunkte des Instituts in Dresden ändern sich, darum wurde die SupraTrans nach Karlsruhe gebracht. Das KIT wird die angewandte Supraleitung intensivieren und damit in Deutschland und auch europaweit ein Zentrum auf dem Gebiet der Supraleitung darstellen", erklärt Holzapfel.

Was ist Supraleitung?

Die SupraTrans schwebt mittels eines Magnetfeldes über dem Boden - ähnlich wie ein Transrapid, nur, dass dieser mit Elektromagneten funktioniert und die SupraTrans dank eines eingefrorenen Magnetflusses in einem Supraleiter schweben kann. Eine Technologie, die laut den Forschern, noch am Beginn ihrer Entwicklung steht und daher dringend weiter erforscht - und auch der Öffentlichkeit näher gebracht werden muss.

Das sieht auch Holzapfel so: "Die SupraTrans war in Dresden nicht nur reine Forschung, sondern auch ein öffentliches Projekt - und das wird auch in Karlsruhe so sein. "Nur so kann man ein breites Publikum an den neuen Technologien teilhaben lassen und den Menschen das physikalische Verständnis näher bringen".

Campus Nord wird öffentlicher

Bereits im Sommer 2018 soll die Hightech-Bahn auf dem KIT Campus Nord in den Dauerbetrieb genommen werden. Die Versuchsanlage wird allerdings nicht wie bisher in einer Halle, sondern im Freien über das Campusgelände schweben. "Das ist Teil der Forschung - wir möchten sehen wie die SupraTrans auf verschiedene Witterungen reagiert", so Holzapfel.

Das Schweben wird allerdings nicht nur den Forschern vorbehalten bleiben, denn auch Schüler- und Besuchergruppen sollen zum Schweben vorbeikommen können, das so Holzapfel "ein echtes Erlebnis" ist: "Dieses 600 Kilogramm schwere Gefährt muss man nur einmal leicht anstupsen damit es sich langsam schwebend fortbewegt. Mit einem Motor fährt es dann schneller, das kann man ausbauen bis zur Höchstgeschwindigkeit".

SupraTrans (vorerst) nicht im ÖPNV

"Wir haben am KIT Campus Nord eine direkte Anbindung an das neu entstehende Schülerlabor zum Thema Energie sowie ein Informationszentrum zur Anwendungen der Supraleitung. Es ist wichtig, dass die SupraTrans zweifach genutzt wird", so Holzapfel. Damit meint der Physik-Professor, dass das Modell zum einen als größeres Demonstrationsprojekt in Kooperation mit dem Schülerlabor und dem Infozentrum stehen soll und andererseits dem KIT zu Forschungszwecken zur Verfügung steht.

Die SupraTrans ist übrigens nicht in Karlsruhe um die Kombi-Lösung zu ersetzen. "Bis die SupraTrans für den öffentlichen Nahverkehr in Frage kommt, müssen noch viele Details erforscht werden, wie beispielsweise die spezielle Kühltechnik", informiert Holzapfel. Der Schwerpunkt der Forschung liege vorerst in der Automatisierungstechnik - da hier viel Potenzial gesehen wird. Allerdings kann sich der Physik-Professor vorstellen, dass die SupraTrans sich auf "speziellen Strecken" als sinnvoll erweisen könnte. "Die SupraTrans könnte möglicherweise durch den Hardtwald schweben und so den Campus Süd mit dem Campus Nord verbinden", zieht Holzapfel in Betracht.

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