Hoepfner Burg Innenhof
Hoepfner Burg Innenhof
Bild: Corina Bohner
Hoepfner ändert Produktion: Kommt das Bier bald aus dem Odenwald?
Karlsruhe
18.05.2017 07:00
Hoepfner will einen Teil seiner Bierproduktion aus Karlsruhe nach Hessen verlagern. Genauer: Ins rund 100 Kilometer entfernte Mossautal im Odenwald. Warum? ka-news hat mit Hoepfner-Geschäftsführer Willy Schmidt über die Pläne gesprochen.
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Die Bierburg der Privatbrauerei Hoepfner prägt seit 1898 die Karlsruher Oststadt. Seither wird dort auch Bier gebraut. Und die Karlsruher hängen an "ihrem" Bier: In einer Online-Petition wird zum Erhalt des Hoepfner-Biers aufgerufen. "Bier braucht Heimat, und eine Stadt ihre Biere!" Das fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Beim Biergenuss solle auf regionale Produkte gesetzt werden, so die Forderung.

Hintergrund der Online-Petition ist das Bekanntwerden von Überlegungen, dass die Privatbrauerei Hoepfner Teile ihrer Produktion aus der Fächerstadt verlagern möchte. Konkret geht es dabei um die Flaschenabfüllung, die künftig die Privatbrauerei Schmucker in Mossautal in Hessen übernehmen soll. Schmucker ist wie Hoepfner Teil und hundertprozentige Tochter der Paulaner Brauerei Gruppe.

Flaschenabfüllung ab 2019 im Odenwald?

Es sind Pläne, die Willy Schmidt, Geschäftsführer der Brauerei Hoepfner und der Brauerei Schmucker, im Gespräch mit ka-news bestätigt. "Wenn alles so funktioniert, wie wir uns das vorstellen, dann könnte dieser Teil der Produktion ab 31. Dezember 2018 verlagert sein."



Ab dann sollen in Karlsruhe kein Bier mehr in Flaschen gefüllt werden. Die Fassabfüllung ist von dieser Maßnahme aber nicht betroffen. Grundsätzlich sei auch denkbar, einzelne Produkte aus dem Sortiment bei Schmucker produzieren zu lassen. Bereits heute kommen die alkoholfreien Biere beispielsweise nicht aus der Karlsruher Oststadt, da es dort keine Anlage zur Entalkoholisierung gibt. Die wichtigsten Sorten, wie unter anderem Pils, sollen aber auf jeden Fall weiter in der Bierburg gebraut werden.

Auch die Logistik des Unternehmens soll aus der Bierburg ausziehen - Hoepfner plant ein neues Verteilerzentrum. Dieses soll allerdings im Großraum Karlsruhe verbleiben. Welche Auswirkungen die Hoepfner-Pläne auf die Bierburg-Mitarbeiter haben werden, sei zum aktuellen Zeitpunkt laut Schmidt nicht absehbar.

Einsparungen bei der Miete

Grund für diese Maßnahme seien Einsparungspläne. Die derzeitige Anlage müsse bis 2023 komplett erneuert werden. Bei einer Verlagerung fällt diese Maßnahme allerdings weg. Zudem kann die Brauerei dann einen Teil der Fläche an den Vermieter, die Hoepfner Immobiliengesellschaft, zurückgeben.

Seit 2005 gehört die Privatbrauerei Hoepfner zur Paulaner Brauerei Gruppe, der früheren Brau Holding International (BHI). In der Bierburg ist die Brauerei seither nur noch Mieter. Durch eine Rückgabe von Fläche wolle man unter anderem Miete einsparen, so Schmidt weiter.

Trotz den Überlegungen der Verlagerungen will Schmidt aber auf jeden Fall am Brau-Standort Karlsruhe festhalten. So wolle man bei den Verhandlungen für einen neuen Mietvertrag eine langfristige Vereinbarung treffen, so Schmidt im Interview weiter. "Karlsruhe ist die Heimat von Hoepfner Bier und bleibt es auch."

Die Online-Petition gibt es unter folgendem Link: https://weact.campact.de/petitions/karlsruher-bier-braucht-heimat

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