Windrad vor dem Sonnenuntergang
(Symbolbild)
Bild: pixabay @ Angelika Graczyk
Erneuerbare Energie: Hier könnten rund um Karlsruhe Windräder entstehen
Karlsruhe
19.04.2017 09:00
An zwei Stellen in Karlsruhe wird der Wind bereits zur Energieerzeugung genutzt. In naher Zukunft könnten im Landkreis noch vier weitere Flächen folgen. Mit Zustimmung der Stadträte soll Karlsruhe für einen entsprechenden Teil-Flächennutzungsplan vom Nachbarschaftsverband Karlsruhe stimmen.
Wirtschaft interessiert Sie?

Bestellen Sie gratis unseren Business-Newsletter von Redaktionsleiterin Corina Bohner

Windräder stehen derzeit im Bereich des Energiebergs im Karlsruher Westen. Seit diesem Jahr findet man dort zudem ein weiteres Windrad auf dem Gelände des Fraunhofer-Instituts in Grötzingen. Hier soll zu Forschungszwecken Strom erzeugt werden. Geht es nach dem aktuellen Teil-Flächennutzungsplan, werden das fürs Erste alle Windräder in der Fächerstadt bleiben. Neue Anlagen könnten allerdings in der Region entstehen. 

Neue Windräder im zweiten Anlauf 

Der aktuelle Plan ist bereits der zweite Anlauf des Nachbarschaftsverbands, dem auch die Stadt Karlsruhe angehört. Eine erste öffentliche Auslegung war am Regierungspräsidium Karlsruhe gescheitert. So sei der Windenergie in der Region im ersten Entwurf, welcher nur die Fläche in der Gemeinde Karlsbad vorgesehen habe, kein ausreichender Raum beigemessen worden, lautete die Kritik. 

Jetzt hat der Nachbarschaft im neuen Entwurf drei weitere Bereiche als "Konzentrationsflächen Windenergie" ausgezeichnet. Zu diesem Entschluss kamen die Verantwortlichen laut Beschlussvorlage der Stadt nach der "schrittweisen Abschichtung dieser Suchkulisse gemäß den 'harten' und 'weichen' Kriterien". Im Plan ist nun jeweils eine Fläche in Rheinstetten (Stiftäcker), Ettlingen (Kreuzelberg), Karlsbad (Hagbuckel) und Weingarten (Kirchberg) für den Bau neuer Windräder vorgesehen. Bei seiner kommenden Sitzung muss der Gemeinderat dann entscheiden, welche Haltung die Stadt als Teil des Nachbarverbands einnimmt. 

Doch es gibt auch ein Problem: Im Bereich des Kreuzelbergs in Ettlingen hat die Prüfung laut Stadtverwaltung "ein sehr hohes artenschutzrechtliches Konfliktpotenzial für den Rotmilan" ermittelt. Weiter resultiere aus dem "gutachterlich festgestellten signifikant erhöhten Tötungsrisiko, das hier durch Vermeidungsmaßnahmen nicht gemildert werden kann."

Der Nachbarschaftsverband plant aber nicht, den Kreuzelsberg aus seinen Planungen zu streichen. Es sei nicht möglich, die Fläche wieder aus dem Nutzungsplan zu streichen, heißt es in der Stellungnahme des Verbandes. Die Ausweisung von Flächen für die Windenergie sei laut Regionalplan zwingend erforderlich. Stattdessen hat der Verband bei der zuständigen Naturschutzbehörde eine sogenannte "Ausweisung zur objektiven Ausnahmelage beantragt." 

Der Nachbarschaftsverband Karlsruhe trifft sich am 22. Mai zu seiner Versammlung. Wenn der Gemeinderat zustimmt, wird dort Oberbürgermeister Mentrup für den Teil-Flächennutzungsplan stimmen und somit eine öffentliche Auslegung in die Wege leiten. Die weiteren Schritte, wann also Windkraftanlagen entstehen könnten, sind derzeit noch nicht bekannt.

5 Kommentare

Hinweis: Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren. Bitte beachten Sie die Kommentarregeln.
Betreff/Titel


Ihr Kommentar

Noch Zeichen