Sandkorn-Theater 1
(Symbolbild)
Bild: Paul Needham
Drohende Überschuldung: Sandkorn-Theater muss Insolvenz anmelden
Karlsruhe
31.08.2017 19:45
Schock für die Karlsruher Kulturszene: Das Sandkorn-Theater hat Insolvenz angemeldet. Als Grund für diesen Schritt nennt die Geschäftsführung Nachforderungen des Finanzamts. Der Theaterbetrieb soll vorerst weitergehen.
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In einer Stellungnahme, die ka-news vorliegt, erklärt Stefanie Lackner, Geschäftsführerin des Privattheaters, dass am gestrigen Mittwoch das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Sandkorn-Theater gGmbH, der Trägergeschaft des Sandkorn-Theaters, beantragt werden musste. Als Grund für diesen Schritt gibt Lackner "drohende Nachforderungen des Finanzamts für vergangene Jahre" an. Diese hätten zur Überschuldung des Sandkorn-Theaters geführt, wodurch dieser Schritt unvermeidbar gewesen sei.

Drohende Überschuldung zwingt Theater zum Handeln

"Den Betrieb eines Privattheaters wirtschaftlich zu führen und dennoch anspruchsvolles Programm anzubieten, ist eine immer schwerer zu lösende Aufgabe. Schon in den vergangenen Jahren war es nur mit Hilfe vieler Freunde des Theaters, und unter Einsatz privater Mittel der Verantwortlichen möglich, den Betrieb des Theaters zu garantieren", heißt es in der Stellungnahme weiter. 

Der Schritt in die Insolvenz solle auch dazu dienen, den Theaterbetrieb soweit als möglich fortzuführen, so Lackner weiter. "Die Geschäftsführung ist deshalb glücklich darüber, dass sich im Umfeld langjähriger Freunde des Sandkorn-Theaters namhafte Persönlichkeiten gefunden haben, die bereit sind, Verantwortung für den Fortbestand des Theaterbetriebs zu übernehmen." Das Ziel der Verantwortlichen ist es nun, die Auswirkung für die Schauspieler so gering wie möglich zu halten.

Unterstützer sagen Hilfe für Sandkorn-Theater zu

In einer eigenen Pressemeldung sichert Ullrich Eidenmüller, Bürgermeister a.D. und Gründungsvorsitzender des Sandkorn-Fördervereins, Unterstützung zu. "Für uns war es als langjährige Begleiter des Sandkorn-Theaters keine Frage, alles dafür zu tun, den Theaterbetrieb aufrecht zu erhalten", teilen die Förderer mit. 

Das Hauptaugenmerk müsse jetzt der Errichtung einer neuen Trägergesellschaft gelten, die mit ausgewiesener kultureller und wirtschaftlicher Kompetenz das Vertrauen der am Insolvenzverfahren Beteiligten genieße. Mit Günther Knappe und Erik Rastetter habe man bereits zwei Persönlichkeiten aus dem Karlsruher Kulturleben für dieses Anliegen gewinnen könnnen.

"Sie stehen bereit, in einer Auffanggesellschaft in dieser schwierigen Lage Verantwortung zu übernehmen", teilt der Förderverein mit. Für den Verein steht fest: "Der Theaterbetrieb muss weiter gehen, das Sandkorn-Theater weiter Teil des Kulturlebens unserer Stadt sein."

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