Einer der 35 Meter langen und über 8 Meter breiten Kokskammern.
Bild: MiRO
Ausbau bei MiRO: Riesige Kokskammern sind auf dem Weg nach Karlsruhe
Karlsruhe
03.10.2017 19:00
Großes kommt auf die MiRO zu: Die Koker-Anlage im Werkteil Zwei der Mineralöl-Raffinerie Oberrhein erhält neue Kokskammern. Schwere Rückstände aus der Rohöldestillation sollen dort in marktgerechte Gas- und Benzinkomponenten, Dieselkraftstoff oder Heizöl umgewandelt werden.
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Das Großprojekt hat nach Konzern-Angaben ein Gesamtvolumen von zirka 75 Millionen Euro und soll zur weiteren Verbesserung der Sicherheit und Wirtschaftlichkeit in dieser wichtigen Konversionsanlage beitragen. "Diese Investition ist ein Bekenntnis zum Standort Karlsruhe und ein Zeichen, dass MiRO eine weitere Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit im Fokus hat“, betont der Sprecher der MiRO-Geschäftsführung, Ralf Schairer.

Die beiden Koksbehälter würden zurzeit in Nordspanien gefertigt und gingen Ende September per Schiff auf die Reise über den Atlantik nach Rotterdam und von dort über den Rhein nach Karlsruhe. Die MiRO erwartet die beiden je rund 400 Tonnen schweren Kolosse Ende Oktober im Karlsruher Pionierhafen. Dann werden die 35-Meter langen Stahltanks umgeladen zum Lagerplatz bei der MiRO-Verwaltung transportiert. Dort werden die Kammern fertiggestellt bis zu ihrem Einbau im Rahmen der TÜV-Großinspektion im März 2018.

Einer der 35 Meter langen und über 8 Meter breiten Kokskammern. Bild: MiRO

Auf dem Weg vom Pionierhafen zum Lagerplatz in der Raffinerie muss die Alb überquert werden. Da die Behälter zu schwer für einen Transport über die bestehende Albbrücke sind, wird zurzeit eine temporäre Albquerung auf Höhe Esso-Straße / Am Kirchtal erstellt und hinterher wieder vollständig zurückgebaut werden soll. Die MiRO spricht von einer großen logistischen Herausforderung

2.000 Tonnen Kran in Karlsruhe

Für den Austausch der Kokskammern soll einer der größten Kräne der Welt den Blick auf die Raffinerie ab Frühjahr 2018 deutlich verändern. Für den sicheren Stand des 2.000 Tonnen-Ringkrans beim Hub entsteht zurzeit ein Fundament direkt neben der Anlage. Außerdem sind umfangreiche Stahlbauarbeiten erforderlich.

Insgesamt werden 500 Tonnen Stahl verbaut. 200 Tonnen davon können erst während der TÜV-Inspektion im Frühjahr 2018 montiert werden. "Der Austausch der Kammern und wesentlichen Rohrleitungssysteme ist deutlich komplexer und anspruchsvoller als ein Neubau", berichtet MiRO-Projektleiter Frank Wischniewski. Der Ingenieur und sein Team haben viele Jahre in die Planung und Vorbereitung des Großprojektes  investiert. Man freue sich nun darauf, dass es nun in die Umsetzungsphase gehe, heißt es. 

Ab Dezember ist im Bereich der Raffinerie mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen durch Schwerlasttransporte zu rechnen. Die MiRO-Verantwortlichen bemühen sich nach eigenen Angaben darum, die Auswirkungen für die Nachbarschaft so gering wie möglich zu halten.

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