Kombilösung , Marktplatz
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Tunnelvortrieb rückwärts: Das passiert gerade unter dem Marktplatz
Karlsruhe
12.04.2017 11:53
Einer der größten Baukomplexe der Kombilösung ist das Gleisdreieck unter dem Marktplatz. Kürzlich konnte von der Karl-Friedrich-Straße kommend die südliche Wand der Haltestelle erreicht werden - ein wichtiges Etappenziel. Was sich in der Baustelle unter Tage aktuell tut? ka-news ist in den Untergrund geklettert.

Der Tunnelvortrieb unter der Karl-Friedrich-Straße schreitet weiter voran - oder besser gesagt: Er läuft rückwärts. Das klingt im ersten Moment paradox, hat aber seine Richtigkeit. Denn vom Nordkopf aus läuft der Vortrieb unter Druckluft des Tunnels in der Karl-Friedrich-Straße planmäßig zurück zum Ettlinger Tor in den Süden. Das erklärte Peter Müller vom Karlsruher Ingenieurbüro "Krebs und Kiefer" bei einer Baustellenbegehung am Dienstag. 

Eine Erinnerung an früher 

Das Gleisdreieck unter dem Marktplatz ist, wie Müller sagt, einer der größten Baukomplexe der Kombilösung. Hier werden zukünftig zweispurige Gleise in die verschiedenen Richtungen laufen. "Über das Gleisdreieck werden die Bahnen von der Haltestelle Ettlinger Tor zur Haltestelle Marktplatz fahren und von dort dann sowohl in Richtung Kronenplatz als auch in Richtung Europaplatz weiterfahren können - und umgekehrt natürlich", so Müller.

Das erinnert dann stark an früher, als die Bahnen noch an der Marktplatz-Oberfläche abbiegen konnten: "Das Gleisdreieck ähnelt dem ursprünglichen Dreieck an der Marktplatz-Oberfläche. Jetzt ist es allerdings nicht mehr so weit östlich, sondern mehr im Westen. Die Funktion des Dreiecks ist aber die selbe", erklärt der Experte. 


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Ein unterirdischer Zugang zum Karstadt 

Ein Blick unter den Marktplatz lohnt sich, denn inzwischen kann man sich das angestrebte Endprodukt recht gut vorstellen. Hier sowie im Tunnelrohr zwischen Marktplatz und Kronenplatz wird nun mit Füllbeton die Ebene betoniert auf der später Schotter und Gleise liegen werden.

"Die nächsten Schritte im Gleisdreieck sind die weitere Fertigstellung der Stationswände, die Ebenen-Auffüllung mit Beton sowie natürlich auch die Verlegung der Schwellen und Schienen", schildert Müller. Dort, wo diese Ebene mit einer Höhe von etwas mehr als zwei Metern schon betoniert ist, werden laut Karlsruher Schieneninfrastruktur Gesellschaft (Kasig) inzwischen Notwege gebaut sowie integrierte Kabelleerrohre für den unterirdischen Betrieb der Bahnen verlegt.

Ein weiterer wichtiger Teil der Haltestelle Ettlinger Tor wird der direkte Zugang zum Einkaufszentrum Ettlinger Tor sein. "Bereits beim Bau des Shoppingcenters wurde an einen direkten Zugang zur unterirdischen Haltestelle gedacht und dementsprechend klug gebaut", weiß Peter Müller. Außerdem verrät der Experte, dass das Kaufhaus Karstadt ebenfalls einen direkten unterirdischen Zugang bekommen wird.

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