Auf dem Bild zu sehen ist der Autotunnel Kriegsstraße, der durch die Haltestelle verläuft.
Bild: Kasig
Kombi News: Verzögerung auf dem Baufeld in der Kriegsstraße
Karlsruhe
16.09.2017 06:00
Die künftige unterirdische Haltestelle Durlacher Tor schließt zur Station Kongresszentrum auf: Auch in der östlichsten aller sieben neuen unterirdischen Haltestellen entstehen jetzt die Oberflächen der Bahnsteige. Das teilte die Karlsruher Schieneninfrakstrukurgesellschaft (Kasig) in ihren wöchentlichen Kombi-Bericht mit.

Bisher standen bereits die Bahnsteigkanten zu den Gleisen hin sowie weitere Wände unterhalb der Bahnsteigoberfläche. Zwischen diesen Wänden verlegten bisher die Handwerker im Rahmen des Innenausbaus der Haltestellen Löschwasserrohre und Pritschen, die Kabel für die gesamte Elektrotechnik in der Haltestelle aufnehmen werden. Diese Arbeiten ließen sich ohne die Bahnsteigoberfläche erheblich leichter, schneller und kostengünstiger erledigen.

Ab übernächster Woche werden für die jeweils etwa 100 Meter langen Bahnsteige die Fertigteil-Schalungselemente aus Stahlbeton aufgelegt, die dann betoniert werden. Der Zugang zu den Löschwasserrohren und Kabelpritschen ist dann nur noch über Einstiegsschächte möglich.

Einen entscheidenden Schritt vollziehen auch die Arbeiter auch im Nordkopf der Haltestelle Ettlinger Tor: Die dort bisher noch zu sehenden Schlitzwände wurden inzwischen mit Spritzbeton geglättet, die Außenwände erhalten jetzt die Bewehrung zur Herstellung der endgültigen Stationswände. Damit schließt auch dieser Teil der Haltestelle allmählich zum Baustand der anderen Haltestellen auf.

In den Haltestellen fließt der Beton

In diesen sind die Arbeiter nach wie vor mit der Betonage beschäftigt: Unter dem Europaplatz wird ein Portal – der Übergang von der Haltestelle zur Tunnelröhre – in der nächsten Woche betoniert. In den Haltestellen Lammstraße, Kronenplatz und im Südkopf der Haltestelle Ettlinger Tor entstehen zudem die endgültigen Stations- und Innenwände, die beispielsweise die Treppenläufe aufnehmen. Teile der großflächigen Zwischendecke und einer Verteilerebene im Gleisdreieck unter Marktplatz und Kaiserstraße sowie in einem Teil der Haltestelle Marktplatz müssen ebenfalls noch betoniert werden.

Die Stahlschotts in den Tunnelröhren zwischen den Haltestellen Europaplatz und Lammstraße, zwischen dem Gleisdreieck und der Haltestelle Kronenplatz sowie zwischen den Haltestellen Kronenplatz und Durlacher Tor werden derzeit nach und nach abgebaut. Diese hätten während des Erdaushubs in den Stationen im Havariefall das zur Sicherheit eingeleitete Wasser nicht über die betroffene Haltestelle hinaus in die Tunnelröhre und in andere Haltestellen einströmen lassen.

In den beiden Tunnelröhrenabschnitten zwischen den Haltestellen Europaplatz und Lammstraße sowie zwischen dem Gleisdreieck und der Haltestelle Kronenplatz und im Tunnelabschnitt Ettlinger Tor und Kongresszentrum werden die Randwege mit den Leerrohren für die Elektrokabel für die Zug- und Sicherheitstechnik eingebaut.

Schalwagen kommt weiter voran

Unter der Karl-Friedrich-Straße ist die vierte Betonage für das Gewölbe der Innenschale des Tunnels erfolgt – die 32 Meter der "Trompete", des im Querschnitt aufgeweiteten Tunnelbereichs unmittelbar südlich der Haltestelle Marktplatz haben damit ihre endgültige Tunnelwand erhalten. Jetzt müssen noch die 21 jeweils zehn Meter langen Abschnitte des "Regelquerschnitts" der Tunnelröhre hergestellt werden.

Die Stadtwerke Karlsruhe arbeiten rechtzeitig vor der kalten Jahreszeit oberirdisch auf der Kreuzung Ettlinger Tor an einer Fernwärmeleitung. Südlich davon in der Ettlinger Straße werden die Oberflächen für den Endzustand hergestellt, wobei die Fahrspuren für Autos, Rad- und Gehwege Zug um Zug entstehen. "Im Spätherbst sollen die Anwohner und der Einzelhandel ihre neue Ettlinger Straße dann fertiggestellt sehen", teilt die Kasig in ihrem wöchentlichen Baustellenbericht weiter mit.

Viele Kampfmittel-Verdachtsfälle verzögern Baustart

Bis etwa Ende September wird in der Kriegsstraße im Baufeld W 2 zwischen Lammstraße und Herrenstraße der Schlitzwandgreifer tätig sein, um die bis zu 25 Meter tiefen Schlitze auszuheben. Anschließend soll der Schlitzwandgreifer auf das Baufeld O1 in der Ludwig-Erhard-Allee umgesetzt werden, so dass die Arbeiten dort beginnen können. Der ursprünglich für August vorgesehene Beginn musste aufgrund einer unerwartet hohen Anzahl von Kampfmittelverdachtspunkten, die freigelegt und detailliert erkundet wurden, verschoben werden. Durch einen neu ausgerichteten Bauablauf soll die Baugrube nach Kasig-Angaben dennoch termingerecht ab März 2018 für die Betonarbeiten zur Verfügung stehen.

Im Baufeld O 4 zwischen Meidingerstraße und Ettlinger Tor haben die Stadtwerke die neue Transformatoren-Station aufgebaut, so dass jetzt mit dem Abbruch der früheren Fußgängerunterführung Kreuzstraße auch im Bereich der Kriegsstraße begonnen werden kann.

Mehr zum Thema:
Kombilösung Karlsruhe | ka-news.de: Baufortschritt, Mehrkosten, Sperrungen und Verzögerungen: Mehr Infos und Fotos von der Karlsruher Kombilösung finden Sie in unserem Dossier!
0 Kommentare

Hinweis: Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren. Bitte beachten Sie die Kommentarregeln.
Betreff/Titel


Ihr Kommentar

Noch Zeichen

Loggen Sie sich ein, um einen Kommentar zu schreiben!

Falls Sie noch nicht registriert sind, können Sie sich mit "Registrieren" ein kostenloses Benutzerkonto anlegen.