Markus Lüpertz
Markus Lüpertz.
Bild: Bernd Wüstneck/Archiv
Gestaltung der Kombi-Haltestellen: Star-Künstler Lüpertz trifft auf Widerstand
Karlsruhe
11.05.2017 06:00
Wird Markus Lüpertz der Kombilösung ein neues Aussehen verleihen? Laut Medienberichten will der Starkünstler in den sieben unterirdischen Haltestellen die biblische Schöpfungsgeschichte an die Wände bringen. Die Karlsruher Grünen stellen sich jetzt ganz klar gegen den Vorschlag.

"Schon vor einigen Jahren hat ein Wettbewerb ein künstlerisches Ergebnis hervorgebracht, das Bezug zu Architektur und Funktion der Räume nimmt. Demnach wird als künstlerische Gestaltung der U-Strab-Haltestellen eine Beleuchtung installiert, die alle Schatten mehrfarbig erscheinen lässt", erinnert die Fraktionsvorsitzende Ute Leidig.

Die von Lüpertz geplante Majolikakunst mit Motiven aus der biblischen Schöpfungsgeschichte ist für die Grünen-Gemeinderatsfraktion mit dem grundlegenden Gestaltungskonzept der Haltestellen nicht vereinbar. Die Ihre Stadträte kritisieren auch den Prozess, der zur derzeitigen Diskussion geführt hat.

Ohne öffentliche Ausschreibung kein grünes Licht

"Erst führen wir Wettbewerbe durch, in denen künstlerische Ideen überzeugen müssen und das beste Konzept am Ende gewinnt", erklärt Renate Rastätter, kulturpolitische Sprecherin der Grünen, "jetzt soll ohne Juryverfahren eine bestimmte Kunstrichtung im öffentlichen Raum über einige Jahre fest verankert werden." Eine Auftragsvergabe ohne öffentliche Ausschreibung wollen die Grünen nach eigener Aussage nicht mittragen. 

Die Fraktion betont, dass sie künstlerischen Inszenierungen in den Haltestellen offen gegenüber stehe. Aber diese müssten temporär angelegt sein, zum generellen Gestaltungskonzept passen und sollten den Charakter von Karlsruhe als moderne Stadt unterstreichen. Das ZKM und andere Kunsteinrichtungen der Stadt böten sich hier als potenzielle Partner an.

Nicht hinnehmbar seien zusätzliche finanzielle Belastungen für die Stadt. "Angesichts der dramatischen Kosten für die U-Strab können sich Stadt und die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) weder Einnahmeausfälle aus wegfallenden Werbeflächen noch Zusatzkosten für dekorative Kunst leisten", so die Grünen.

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