Dunkelheit
(Symbolbild)
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Bahnen unter der Erde: Wie sicher werden die neuen Haltestellen?
Karlsruhe
24.04.2017 07:00
Der Ausbau der unterirdischen Haltestellen in der Karlsruher Innenstadt schreitet immer weiter voran. Vermutlich im Jahr 2021/22 werden dann Bahnen durch den Untergrund rollen - auch nachts und in den frühen Morgenstunden. Gibt es für diese dunklen Stunden ein Sicherheitskonzept?

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Wenn es dunkel wird, nimmt die subjektive Verunsicherung bei den Karlsruhern zu. Zu diesem Ergebnis kommt der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) in seinem Sicherheitsbericht für das Jahr 2014. 

Wie aus dem Umfrageergebnis hervorgeht, fühlen sich 68,5 Prozent der Befragten in der Karlsruher Innenstadt bei Tag sicher. In Bus und Bahn nimmt das Sicherheitsempfinden bei Einbruch der Dunkelheit ab.  29,8 Prozent der befragten Frauen gaben im Sicherheitsbericht an, Unsicherheit während der Abend- und Nachtstunden zu verspüren. 

Weniger Kriminalität in unterirdischen Haltestellen

Gleichzeitig sollen in ein paar Jahren die Karlsruher Bahnen zumindest teilweise unterirdisch fahren. Für die Fahrgäste bedeutet das, dass die insgesamt sieben unterirdischen Haltestellen auch in den späten Abend- und frühen Morgenstunden geöffnet sein werden - und damit bei Dunkelheit. Grund zur Sorgen sehen die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) laut einer Stellungnahme der Stadtverwaltung an den Karlsruher Gemeinderat aber nicht.

Man sehe keine prekäre Sicherheitslage an den Haltestellen im Stadtgebiet, teilt die Stadt mit. Polizeiliche Statistiken aus Städten, die über eine U-Bahn verfügen, würden belegen, "dass die Kriminalität in unterirdischen Haltestellen weit geringer ist als an oberirdischen Haltestellen." Und das subjektive Sicherheitsempfinden der Karlsruher?

Viel Licht und Kameras, aber keine Notruf-Knöpfe 

Damit sich die Karlsruher in den neuen Haltestellen nicht unwohl fühlen, wurde im Vorfeld ein Lichtkonzept erarbeitet. Was in erster Linie als ästhetisches Konzept gedacht ist, bringt einen Vorteil mit: "Das Lichtkonzept vor, dass die Haltestellen in Verbindung mit dem hellen Betonstein einen lichtdurchfluteten Aufenthaltsraum für die auf die Bahnen wartenden Fahrgäste anbieten", teilt die Stadt mit. Dunkle Ecken und Nischen soll es durch die Raumkonstruktion und der Ausleuchtung des gesamten Stationsbereichs nicht geben. 

Ebenfalls in der Planung für die Haltestellen enthalten: Videokameras, die Bilder an die Leitstelle der VBK übermitteln. Die Karlsruher Straßen- und Stadtbahnen sind bereits seit 2013 mit einer Videoüberwachungsanlage ausgestattet. Die Aufnahmen werden nach Aussage der Verkehrsbetriebe für maximal 48 Stunden gespeichert. 

Notruftasten an den Fahrkartenautomaten, wie sie zunächst die Stadträte und Gründer der "Allianz für mehr Sicherheit in Karlsruhe, Jürgen Wenzel (Freie Wähler) und der parteilose Stefan Schmitt, aber auch jüngst die Karlsruher SPD-Fraktion vorgeschlagen haben, sind nach aktueller Planung allerdings nicht vorgesehen - und zwar weder ober- noch unterirdisch. Die Karlsruher Stadträte sind sich sicher: Dadurch könne das subjektive Sicherheitsempfinden -auch in den unterirdischen Haltestellen- der Bevölkerung erhöht werden. 

VBK und Stadtverwaltung sehen das anders. Sie vertreten den Standpunkt, dass es sich bei der Alarmierung über Notrufsäulen um eine überholte und veraltete Technologie handle. Notrufe könnten über Handys unentgeltlich, ohne Tasten zu entsperren stadtweit an jeder beliebigen Stelle abgesetzt werden. Das soll auch unterirdisch kein Problem sein: "Der Stadtbahntunnel und die Haltestellen werden mobilfunktauglich sein." Um das Sicherheitsempfinden der Karlsruher Fahrgäste zu stärken, werden die Bahnen nach und nach mit Sprechstellen zum Fahrer an allen Einstiegsbereichen ausgerüstet. 

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