Kriegsstraßentunnel im Bau
Aktuell entsteht der Autotunnel auf der Kriegsstraße.
Bild: Montage ka-news/ Archiv: Kasig
Autotunnel Kriegsstraße: Könnte er auch länger werden?
Karlsruhe
15.05.2017 07:00
Ende April fiel der Startschuss für den zweiten Teil der Kombilösung. Seither laufen die Arbeiten für den Bau des 1,6 Kilometer langen Autotunnels unter der Kriegsstraße. Könnte der Tunnel auch darüber hinaus verlängert werden? Denkbar wäre es - zumindest grundsätzlich.

Der Autotunnel reicht vom westlichen Ende der Ludwig-Erhard-Allee bis zur Kreuzung Kriegs- und Karlstraße. Wieso nicht länger - über die Kreuzung mit der Reinhold-Frank-Straße hinaus? Diese Frage kam bei einer Diskussionsrunde von Einzelhändlern mit Vertretern städtischer Behörden, der Polizei und der Karlsruher Schieneninfrastruktur Gesellschaft (Kasig) auf. Veranstaltet wird die Runde von Lars E. Dragmanli und Petra Lorenz, Laden-Besitzerin und Initiatorin der Einzelhändler-Interessengemeinschaft "Für Karlsruhe", von den Freien Wählern.

Grundsätzlich könne man Tunnel verlängern

Vor allem die Kreuzung der Reinhold-Frank-Straße mit der Kriegsstraße sei problematisch, merkte der Vertreter eines Karlsruher Hotels in der Diskussionsrunde kritisch an. Dort seien immer wieder chaotische Szenen zu beobachten, so der junge Mann. "Warum wurde denn der Autotunnel in der Kriegsstraße nicht bis dorthin verlängert?", will er von den anwesenden Verantwortlichen wissen.

Grundsätzlich könnte man den Tunnel natürlich verlängern, so die Verantwortlichen - allerdings müsste die Stadt die Kosten aus der eigenen Tasche zahlen. Denn: Die Entscheidung, wie der Autotunnel in der Kriegsstraße aussehen wird, fiel bereits vor vielen Jahren und ist gekoppelt an den Willen der Bürger. 

Autotunnel würde Förderung verlieren

Nach dem positiven Bürgerentscheid von 2002 hatte die Kasig einen Antrag auf Förderung und eine Planung erstellt. 2004 landete der Antrag beim Innenministerium von Baden-Württemberg. Nach einem Ergänzungsantrag 2010 wurde das Teilprojekt Kriegsstraßentunnel 2013 dann endgültig in das Bundesprogramm des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) aufgenommen.



Damit erhält das Bauprojekt finanzielle Unterstützung von Bund und Land. Beide tragen 80 Prozent der Baukosten für das insgesamt 230 Millionen Euro teure Tunnel-Projekt. Eine Verlängerung hätte damals in die Planungen aufgenommen werden können, hätte allerdings die Wahrscheinlichkeit verringert, Fördermittel auch für den zweiten Teil der Kombilösung zu erhalten. Denn mit der aktuellen Planung der "Kombilösung" ist der Autotunnel an die oberirdische Bahntrasse gekoppelt - und diese endet am Karlstor.

Verlängerung des Tunnels ist mögliche Option in Zukunft

Bei einer Verlängerung des Autotunnels sei der zweite Teil der Kombilösung nicht mehr förderungsfähig, erklärt Kasig-Chef Uwe Konrath. Soll heißen: Würde man den Autotunnel einfach verlängern, müssten die Kasig und die Stadt die Kosten hierfür komplett aus eigener Tasche zahlen.

Aus diesem Grund ist laut Konrath aktuell keine Änderung geplant. Der Kasig-Chef schließt bei der Diskussion allerdings nicht aus, dass der Autotunnel in der Kriegsstraße in der Zukunft weiter verlängert werden könnte - zumindest in der Theorie. Die Entscheidung liege dann aber bei der Stadt. 

 

Fahrplan für den Kriegsstraßen-Tunnel:

Lange hatten die Verantwortlichen um den Bau des Autotunnels bangen müssen, seit Ende April laufen die Bauarbeiten in der Kriegsstraße: In neun Bauabschnitten entsteht hier für 230 Millionen Euro ein insgesamt 1,6 Kilometer langer, durchgängiger Autotunnel mit zwei Röhren.
  • April 2017: Baubeginn für den Tunnelrohbau
  • November 2019: Baubeginn des Straßen- und Gleisbaus
  • November 2020: Baubeginn Tunnelausstattung wie z.B. Rettungseinrichtungen und Lüftungen für den Brandschutz
  • Mai 2021: Fertigstellung des Tunnelrohbaus
  • September 2021: Inbetriebnahme des Tunnels
  • Dezember 2021: Passend zum Fahrplanwechsel Inbetriebnahme der Straßenbahn
Wie sieht es derzeit auf den Baustellen der Kombilösung aus? Hier geht es zu unseren Webcams!
Lade TED
 
Ted wird geladen, bitte warten...
 
Mehr zum Thema:
Kombilösung Karlsruhe | ka-news.de: Baufortschritt, Mehrkosten, Sperrungen und Verzögerungen: Mehr Infos und Fotos von der Karlsruher Kombilösung finden Sie in unserem Dossier!
10 Kommentare

Hinweis: Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren. Bitte beachten Sie die Kommentarregeln.
Betreff/Titel


Ihr Kommentar

Noch Zeichen

Loggen Sie sich ein, um einen Kommentar zu schreiben!

Falls Sie noch nicht registriert sind, können Sie sich mit "Registrieren" ein kostenloses Benutzerkonto anlegen.