Bahn bei Nacht
(Symbolbild)
Bild: Bohner
Weniger Fahrgäste: Stadträte fragen nach Sicherheit in Karlsruher Bahnen
Karlsruhe
11.01.2017 07:00
Die Fahrgastzahlen im Karlsruher Nahverkehr sind zurückgegangen. Das geht aus städtischen Unterlagen hervor. Den Grund dafür wollen zwei Stadträte im allgemeinen Unsicherheitsgefühl der Bevölkerung in Karlsruhe erkannt haben.

Die beiden Stadträte Jürgen Wenzel (Freie Wähler) und der parteilose Stefan Schmitt verweisen in ihrer Anfrage zur kommenden Gemeinderatssitzung am 17. Januar auf den Sicherheitsbericht des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) für das Jahr 2014.

Dieser kam zu dem Ergebnis, dass sich das Sicherheitsempfinden in Straßenbahn und Bus bei Dunkelheit verschlechtert hat. 29,8 Prozent der befragten Frauen gaben im Sicherheitsbericht an, Unsicherheit während der Abend- und Nachtstunden zu verspüren. 

Die beiden Stadträte sind sich sicher: Der Schluss liegt nahe, dass der Rückgang der Fahrgäste in Bussen und Bahnen auch auf das stark verschlechterte Sicherheitsgefühl der Bürger und nicht etwa nur auf die demographische Entwicklung zurückzuführen ist. 

Großteil der Fahrgäste fühlt sich in den Bahnen sicher

Dem widerspricht der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) in einer Stellungnahme. "Grundsätzlich ist in der Tat die demographische Entwicklung, hier insbesondere die sinkenden Jahrgangsstärken im Bereich der Kinder- und Jugendlichen, ein wesentlicher Grund für sinkende Fahrgastzahlen", so der Verkehrsverbund. Die ScoolCard mache 50 Prozent der Abokunden aus. "Ein Rückgang um zwei Prozent bei den verkauften ScoolCards entspricht ungefähr einem Sinken der Fahrtenanzahl von über einer halben Million im Jahr", heißt es weiter. 

Sicherheit spiele neben Sauberkeit und Pünktlichkeit eine große Rolle für die Fahrgäste. Aus diesem Grund habe man, so der KVV weiter, 2015 eine Umfrage unter 385 Fahrgästen der VBK auf den Linien 1 bis 8 und S2 zu ihrem Sicherheitsempfinden befragt. Das Fazit des KVV: "Hierbei hat sich gezeigt, dass das Thema Sicherheit von den befragten Fahrgästen wahrgenommen wird, aber nicht als Zutrittsbarriere für die Nutzung des ÖPNV gesehen wird." 

72 Prozent der Befragten hätten die Sicherheit in den Karlsruher Bahnen als gut oder besser eingestuft. Nur acht Prozent zeigen sich nach Aussage des KVV mit einer als "schlecht" oder "sehr schlecht" eingeschätzten Sicherheitslage konfrontiert.

Zahlen werden nicht öffentlich vorgestellt

Öffentlich einsehbar sind die Ergebnisse nicht. Sie wurden dem Aufsichtsrat der VBK im November 2015 vorgestellt und diskutiert. Dass die Untersuchung nicht öffentlich ist, begründet der KVV damit, dass es sich um eine "interne Markterkundung der VBK" handle. Es gebe daher derzeit keine Überlegungen, diese Untersuchung zu veröffentlichen. 

Die Unterlagen zur kommenden Gemeinderatssitzung gibt es unter folgendem Link: http://web3.karlsruhe.de/Gemeinderat/ris/bi/to0040.php?__ksinr=4521

Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert:
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