Erlebnispraktikum bei der Polizei Erlebnispraktikum bei der Polizei
Erlebnispraktikum bei der Polizei
Bild: Schwitalla
Wasserwerfer, Hundestaffel, Intelligenztest: Mädchen beim Polizei-Praktikum
Karlsruhe/Bruchsal
11.08.2017 11:55
Rund 30 angehende Abiturientinnen aus der Region haben vergangene Woche ein dreitägiges Erlebnispraktikum beim Polizeipräsidium Karlsruhe gemacht. Sie erhielten Einblicke in Anforderungen, Karrieremöglichkeiten und die Bandbreite des Polizeiberufs.

Mit einem Motivationsschreiben hatten sich die Mädchen im Frühjahr bereits beworben, nun erleben sie drei Tage lang an den Standorten Karlsruhe und Bruchsal – wie viel Abwechslung und verschiedene Karrieremöglichkeiten eine Ausbildung oder ein Studium bei der Polizei tatsächlich bieten können. Ob Polizeihubschrauber, Hundestaffel, Pressestelle, Streife, Kriminalpolizei, Reiterstaffel, Wasserwerfer oder Drogenrazzia – Rede und Antwort standen den jungen Mädchen überall weibliche Polizeibeamte, die aus Sicht der Frauen die zahlreichen Fragen der Schülerinnen beantworteten.

1.400 Neueinstellungen bei der Polizei

1.400 Neueinstellungen plant die Landesregierung 2018 für die Polizei, in den Folgejahren ist sogar von 1.800 die Rede und Jürgen Schöfer vom Polizeipräsidium Karlsruhe weiß, dass es schon jetzt gilt, bei den jungen Menschen Interesse für den Polizeiberuf zu wecken. "Denn diese Zahlen wollen erst einmal erfüllt werden", meint er. "Außerdem möchten wir gerne unseren Frauenanteil steigern, daher das Ferienpraktikum nur für Mädchen."

"Da fliegt alles auf Dich"

Und die zeigten sich absolut begeistert, selbst vom anspruchsvollen Sport- und Intelligenztest ließen sie sich nicht bremsen. Interessiert probierten sie so die Schutzausrüstung an, die ein Beamter beispielsweise bei Einsätzen zu Fußballspielen oder Demonstrationen sie trägt. Gespannt lauschten sie den Ausführungen dreier Bruchsaler Polizisten, die beim G20-Einsatz in Hamburg dabei waren und von ihren Erlebnissen und Erfahrungen dort berichteten. "Da fliegt alles von der Bratwurst über Bier bis hin zur Mülltonne auf dich. Das ist nicht witzig. Aber dafür haben wir ja unsere Schutzausrüstung", erklärt Maren S., die für die Beweissicherung per Kamera verantwortlich ist, den jungen Mädchen.

Sie lernten, wie ein Wasserwerfer funktioniert, woher er sein Wasser bekommt und dass man dieses auch zum Löschen von Bränden einsetzen kann. Vom Fahrrad bis zum Unimog lernten die Mädchen den Fuhrpark der Polizei kennen und erfuhren, dass man die Hundestaffel zur Suche nach Vermissten aber auch nach Rauschgift oder Sprengstoff einsetzen kann. Auch, dass der Dienst hoch zu Ross nicht immer ein Vergnügen ist, bekamen sie zu hören.

Hunde, Pferde, Wasserwerfer

Zwei Beamtinnen der Reiterstaffel Mannheim entzauberten die Reiterhof-Phantasien einiger Mädchen: "Wir sitzen bei jedem Wetter im Sattel, ob es regnet, stürmt, schneit oder die Sonne vom Himmel brennt, manchmal stundenlang", berichteten sie und auch davon, dass es insgesamt nur knapp 40 Polizisten zu Pferde im Land gibt. "Wer nur wegen der Pferde zur Polizei will, sollte es lassen", warnten sie. Aber natürlich erfuhren die Mädchen auch viel Ermutigung und Unterstützung – sei es, wenn der Sporttest doch nicht so hundertprozentig war, oder wenn sich eine der jungen Frauen bei der einen oder anderen Tätigkeit nicht für geeignet hielt.

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