Katwarn-App
Katwarn wird von einigen Bundesländern bereits genutzt. Baden-Württemberg setzt stattdessen auf Nina.
Bild: (ka-news)
Warn-Apps für Karlsruhe: Was bringen Katwarn, Nina und Co.?
Karlsruhe/Stuttgart
13.10.2016 07:00
Katwarn, Nina, Biwapp - die Zahl der Apps, mit denen sich Smartphone-Nutzer über Ereignisse informieren lassen können, wächst. Doch nicht immer werden die Anwender auch tatsächlich informiert. Als eine Bombendrohung die Behörden in Rastatt am Dienstag erreichte, blieb der Alarm beispielsweise aus.

Die Polizei in Baden-Württemberg will die Bevölkerung künftig besser und schneller über Katastrophen informieren - und zwar über das Smartphone. So ging vergangene Woche die neue Warn-App Nina an den Start. Die Idee: Mit dieser App sollen die Nutzer Warnmeldung vom Unwetter über Großbrände bis hin zu Amokläufen anzeigen lassen können.

Das Land habe sich entschieden, diese App zu nutzen, da es mit dem Satellitenbasierten und Modularen Warnsystem des Bundes - kurz MoWaS - arbeite, so Carsten Dehner, Sprecher des Ministeriums für Inneres, Digitalisierung und Migration Baden-Württemberg. "Über dieses bundeseinheitliche System können neben Nina zahlreiche weitere Dienste angesteuert werden, wie zum Beispiel die Rundfunkanstalten und Nachrichtendienste", erklärt Dehner.

"Kein Eintrag, keine Meldung, nichts"

Der Nutzer kann den Ort in der App entweder manuell einstellen oder sich über die GPS-Funktion orten und warnen lassen. Das gilt an sich auch für die Region Karlsruhe. Als am Dienstag allerdings nach einer Bombendrohung der Rastatter Bahnhof gesperrt wurde, blieb Nina stumm. Die Offenburger Bundespolizei informierte stattdessen via Twitter über den aktuellen Sachstand vor Ort.

"Kein Eintrag, keine Warnung, keine Meldung - nichts", ärgerte sich ein ka-news-Leser auf Facebook, der Nina offenbar auf seinem Gerät installiert hatte. Eine App, die dann in einem solchen Fall nicht informiere, brauche er nicht. "Ich dachte, die haben sich mal etwas Sinnvolles geleistet", schreibt er enttäuscht.

Wie Pressesprecher Dehner auf Nachfrage von ka-news bestätigt, wurden Nina-Nutzer in der Tat nicht informiert. "Bei der Sperrung des Bahnhofs Rastatt war der gefährdete Bereich durch die Polizei abgeriegelt", so die Erklärung vonseiten des Ministeriums, "damit bestand für die Bevölkerung keine unmittelbare Gefahr und es musste keine Warnung ausgesprochen werden."

Katwarn-Nutzer haben in Karlsruhe das Nachsehen

Auch Nutzer der App Katwarn wurden von ihrer App nicht über die Ereignisse in Rastatt informiert. Diese App wird von anderen Bundesländern wie etwa Hamburg oder Rheinland-Pfalz verwendet. Dass die Nutzer in der Region keine Warnung erhielten, hat bei Katwarn einen anderen Hintergrund: "Es haben sich noch nicht alle Behörden angeschlossen", schildert Pressesprecher Niklas Reinhardt im Gespräch mit ka-news. Auch Behörden aus Karlsruhe und der Region finden sich in der Liste der Katwarn-Landkreise nicht.

Dabei arbeiten Böblingen und Mannheim bereits mit der Warn-App zusammen. In der Katwarn-User in der Fächerstadt werden derzeit nur über Wettereignisse in ihrer Region informiert. "Das liegt daran, dass die Daten vom Deutschen Wetterdienst (DWD) bundesweit eingespeist werden", so Reinhardt. Grundsätzlich können sich die Katwarn-Macher durchaus eine Zusammenarbeit mit den Karlsruher Behörden einstellen. "Wir stehen zur Verfügung, wenn sich die Stadt dazu entschließen würde", verspricht Reinhardt. 

Auf diese Nachfrage gibt man beim zuständigen Landratsamt Karlsruhe an, dass man sich auf das staatliche Angebot Nina verlassen wolle. Zu dieser Entscheidung sei man gelangt, nachdem man sich ein Überblick über das Angebot, das teilweise von privaten Anbietern getragen wird, gemacht hat, wie Sprecher Martin Zawichowski angibt. Im Krisen- und Katastrophenfall verweist er zudem auf die Homepage des Landratsamtes sowie den Twitterkanal, der im Bedarfsfall bestückt würde.

Hintergrund bei ka-news:

Das Land Baden-Württemberg plant, dass bis Ende des Jahres alle Polizeibehörden in den Sozialen Netzwerken vertreten sind. Die Karlsruher Polizei ist seit 2013 bereits auf Facebook vertreten. Seit vergangenem Jahr ist die Karlsruher Polizei unter @Polizei_KA auf Twitter vertreten. Ob die Karlsruher Polizei künftig auch andere Kanäle wie Snapchat bedienen wird, steht derzeit noch nicht fest.

Seit Ende 2015 twittern auch die die Bundespolizeiinspektionen Karlsruhe, Offenburg, Weil am Rhein und Konstanz gemeinsam unter @bpol_bw. Für die Karlsruher Bundespolizei twitterten Carolin Bartelt unter k_cb  Sascha Roth unter k_sr.

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