Mann mit Messer in der Hand
(Symbolbild)
Bild: fotolia: Tiko
Versuchter Mord vor Gericht: Wie eine Affäre mit einer brutalen Attacke endete
Karlsruhe
31.03.2017 07:00
Die Vorwürfe wiegen schwer: Seit rund zwei Wochen muss sich ein 38-Jähriger wegen versuchten Mordes verantworten. Er soll eine Frau auf einem Waldparkplatz zwischen Friedrichstal und Linkenheim lebensgefährlich verletzt haben. Für die Frau hat diese Attacke weitreichende Folgen.

Es ist ein Samstagmorgen im September des vergangenen Jahres, als ein Spaziergänger auf einem Waldweg nahe der L558 Richtung Linkenheim-Hochstetten eine grausige Entdeckung macht: Er findet den regungslosen Körper einer 32 Jahre alten Frau. Der jungen Frau wurde mehrfach gegen den Kopf getreten, an ihrem Hals hat sie eine offene Schnittwunde. Die 32-Jährige wird mit lebensgefährlichen Verletzungen in eine Karlsruher Klinik eingeliefert. 

Schläge gegen den Kopf und Stiche in den Hals

Verantwortlich für diese Verletzungen soll aus Sicht der Karlsruher Staatsanwaltschaft ein 38 Jahre alter Mann sein. Er hatte mit der Geschädigten jahrelang ein Verhältnis. SMS belegen, dass die 32-Jährige sich eine gemeinsame Zukunft mit dem Angeklagten wünschte. Auch von einer Schwangerschaft war 2015 die Rede. Ihre Gefühle wurden seitens des 38-Jährigen, der zu dieser Zeit mit einer anderen Frau verlobt war, allerdings nicht erwidert. Mit teils derben Nachrichten erteilte er einer möglichen Beziehung eine Absage. 

Am 23. September des vergangenen Jahres eskalierte die Situation dann. Die Karlsruher Staatsanwaltschaft wirft dem 38-Jährigen vor, die junge Frau mit Schlägen malträtiert und ihr mit der Sägeklinge eines Taschenmessers schwere Verletzungen am Halsbereich beigebracht zu haben. Zudem steht der Verdacht im Raum, dass es auch zu einer Sexualstraftat gekommen sein könnte.

Anschließend soll der Angeklagte die 32-Jährige mit lebensbedrohlichen Verletzungen - unter anderem mit einer offenen Kehle - im Wald nahe Stutensee-Friedrichstal liegengelassen haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte seiner Geliebten diese Verletzungen beibrachte in der Absicht, sich ihrer zu entledigen. 

Junge Frau kämpft mit den Folgen des Angriffs

Die Frau überlebte den Angriff, hat aber seither mit als Folge eines Hirntraumas mit bleibenden Schäden zu kämpfen. Ein Gutachter bescheinigt ihr vor Gericht eine "ungünstige Prognose". Seit der Attacke leide sie unter Problemen sprachlicher, motorischer und kognitiver Natur. "Sie ist ständig auf Hilfe angewiesen", so der Arzt im Zeugenstand. Hoffnung, dass sich ihr Zustand noch merklich verbessern könnte, hat der Experte nicht. 

Und der Angeklagte? Er hatte im Laufe des Verfahrens eingeräumt, seine ehemalige Geliebte geschlagen und mit seinem Taschenmesser verletzt zu haben. Es bleibt zu klären, ob er mit Vorsatz im Affekt handelte. Der Prozess wird an diesem Freitag fortgeführt. Es bleibt abzuwarten, ob an diesem Tag auch schon das Urteil fällt. 

Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert:
Es ist nicht mehr möglich, Kommentare zu diesem Artikel zu verfassen.