Bild: Melissa Betsch
Tunnel-Panne in Rastatt: Eisenbahnen arbeiten enger zusammen
Karlsruhe
28.08.2017 15:00
Noch bis Anfang Oktober ist die Bahnstrecke zwischen Baden-Baden und Rastatt nach einem Erdrutsch im Rastatter Tunnel gesperrt. Das hat nicht nur Auswirkungen für Pendler, sondern auch auf den Güterverkehr. Wie die Deutsche Bahn (DB) berichtet, haben sich nun betroffenen Eisenbahnen zusammengetan.

Nach der Sperrung der Rheintalbahn hatte sich die Schweiz besorgt über mögliche Probleme beim Güterverkehr gezeigt. Es werde nicht gelingen, alle Züge umzuleiten, so ein Sprecher der Schweizer Bahn kurz nach der Sperrung am 12. August. Es fehlten passende Gütertrassen. Zudem stünden auf den Alternativrouten nicht genügend Lokomotiven und Lokführer zur Verfügung. Die Umleitungen seien außerdem mit Mehrkosten verbunden.

Die Strecke Karlsruhe-Basel gilt als wichtige Nord-Süd-Bahnverbindung und eine der bedeutendsten Güterfernstrecken Europas. Sie verbindet Deutschland mit der Schweiz und Italien. Nachdem am Dienstag bekannt wurde, dass die Strecke erst am 7. Oktober wieder in Betrieb genommen werden kann, verständigten sich die Deutsche Bahn (DB), die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) sowie die Société Nationale des Chemins de Fer (SNCF) auf ein umfangreiches Maßnahmenpaket. Das teilt die DB in einer Pressemeldung mit. 

Mehr Loks und -führer über Frankreich und Österreich

Auf diese Weise sollen die Auswirkungen während der Rheintalsperrung für den Schiengüterverkehr so gering wie möglich gehalten werden. Der Grund für die Kooperation: Ohne abgestimmte Maßnahmen könnte die Nachfrage in den kommenden Wochen nicht vollständig gedeckt werden.

Mit ihrer Initiative wollen die vier Bahnchefs laut Pressemitteilung die Auswirkungen der Rheintalbahnsperrung für die Kunden im Güter- und Personenverkehr so gering wie möglich halten. Zudem hätten die vier Bahnchefs Richard Lutz (DB), Andreas Meyer (SBB), Andreas Matthä (ÖBB) und Guillaume Pepy (SNCF) verabredet, sich regelmäßig eng abzustimmen. 

Neben den bereits getroffenen Maßnahmen stellen die vier Bahnen gemeinsam zusätzliche Lokführer und Loks für die Korridore über Frankreich und Österreich bereit, wie die DB weiter mitteilt. Dies ermögliche "eine effiziente Ausnutzung der verschiedenen Umleitungskorridore, die gemeinsam mit den Partnerbahnen abgestimmt werden".

Um die Fahrt von Deutschland in die Schweiz zu erleichtern, werde intensiv geprüft, zwischen Kornwestheim und Zürich einen Shuttleverkehr für Güterzüge einzurichten. Auch geplante Baustellen sollen kurzfristig angepasst werden, um auf Ausweichstrecken möglichst schnell Trassenkapazitäten für den Schienengüterverkehr zu schaffen., heißt es abschließend. 

Aushub für Betonplatte am kaputten Bahntunnel 

Derweil laufen die Arbeiten am kaputten Bahntunnel weiter. Wie die Deutsche Bahn am Sonntag meldete, wurde mit dem Bau einer Stahlbetonplatte über dem beschädigten Tunnel der Rheintalbahn in Rastatt begonnen. Dazu werde jetzt eine Baugrube ausgehoben, teilte das Unternehmen am Sonntag in Stuttgart mit.

Der Rückbau der alten Gleise sei wie vorgesehen am Samstag abgeschlossen worden. Die Stahlbetonplatte mit einem Meter Dicke soll 100 Meter lang werden und die neuen Schienen tragen. Zuvor hatte die DB mit 120 Metern Länge gerechnet. Bei einer Optimierung der Planung sei es zu der Reduzierung gekommen, sagte ein Sprecher. Die beschädigte Röhre wurde zur Stabilisierung auf 150 Metern Länge mit Beton ausgefüllt.

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Baustelle Rastatter Tunnel: Die Deutsche Bahn will die Strecke Karlsruhe-Basel ausbauen. Eine wichtige Maßnahme: der Bau eines neues Eisenbahntunnels in Rastatt. Alle Informationen zum Bauvorhaben, dem Fortschritt und den Auswirkungen für den Bahnverkehr finden Sie in unserem Dossier.
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