Bundespolizei
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Tatort Bahnhof: Straftaten haben sich in Karlsruhe verdreichfacht
Karlsruhe
06.09.2016 07:00
Die Anzahl von Straftaten an Bahnhöfen ist landesweit angestiegen: Mit 11.564 registrierten Straftaten im vergangenen Jahr war diese Zahl so hoch wie seit Jahren nicht, teilte das Innenministerium jüngst auf eine Anfrage der FDP-Fraktion im Landtag mit. Es ist eine Entwicklung, die auch in Karlsruhe spürbar ist. Hier ist die Anzahl der Delikte am Hauptbahnhof in den vergangenen Jahren auf das Dreifache angestiegen.

Nach Aussage der Bundespolizei gab es im Jahr 2011 noch 884 Straftaten am Karlsruher Hauptbahnhof. Für 2015 liegt der Wert bei 2.780 Delikten. Am häufigsten verzeichnet die Karlsruher Bundespolizei Straftaten bei Verstößen gegen Aufenthalts- Asylverfahren, Vermögens- und Fälschungsdelikte und Diebstahlkriminalität.

Landesweit dominieren bei Straftaten an Bahnhöfen insbesondere Fahrrad- und Taschendiebstähle, Körperverletzungen, Rauschgiftkriminalität, Vermögens- und Fälschungsdelikte, Sachbeschädigungen und Beleidigungen sowie ausländerrechtliche Verstöße. Das geht aus der Stellungnahme des Landesinnenministeriums hervor.

 

Videoüberwachung soll Taten eindämmen

Diesem Kriminalitätsanstieg will die Polizei entgegenwirken - und zwar mit Videoüberwachung des kompletten Bahnhofgeländes in Karlsruhe. Das Bundesinnenministerium und die Deutsche Bahn AG haben sich bereits 2013 auf ein gemeinsames "6-Jahre-Programm" geeinigt, wie die Bahnanlagen mit Videoanlagen ausgestattet werden sollen. 

"Im Rahmen dieses gemeinsamen Programms ist im Zeitraum von 2014 bis 2019 die Neuinstallation von Videotechnik sowie die Modernisierung und Ausweitung bestehender Videotechnik auf gemeinsam festgelegten Personenbahnhöfen der Deutsche Bahn AG vorgesehen", so die Bundespolizei auf Nachfrage von ka-news.de.

Karlsruhe bekommt Videoüberwachung, aber wann?

Bundespolizei und die Deutsche Bahn haben sich hierzu auf eine Auswahl von Personenbahnhöfen verständigt, die im Rahmen dieses 6-Jahres-Programm "videotechnisch ertüchtigt" werden sollen, heißt es vonseiten der Bundespolizei Karlsruhe. Der Karlsruher Hauptbahnhof sei bei dieser Auswahl ebenso wie die Hauptbahnhöfe Mannheim, Stuttgart und Heidelberg berücksichtigt worden, so Carolin Bartelt, Sprecherin der Bundespolizei.

Wann der Karlsruher Bahnhof verbesserte Videotechnik erhalten wird, ist unklar: "Die Ausbaureihenfolge der Personenbahnhöfe im Rahmen des zwischenzeitlich auf zehn Jahre verlängerten Programms wird anlassabhängig gemeinsam durch die Bundespolizei und die DB AG festgelegt",  sagt Bartelt. Daher kann die Bundespolizei keine konkreteren Angaben zur Berücksichtigung des Hauptbahnhofs Karlsruhe im Rahmen dieses Programms machen kann.

Vom Erfolg der Videoüberwachung ist die Bundespolizei überzeugt: Der Einsatz von Videotechnik auf dem Gebiet der Bahnanlagen der Eisenbahnen des Bundes sei ein geeignetes Mittel, "um potentielle Straftäter abzuschrecken, Täter zu identifizieren und Tathandlungen nachzuweisen sowie das subjektive Sicherheitsgefühl der Reisenden zu erhöhen", so Bartelt abschließend.

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