An einem Haus in Knielingen wurde durch einen umgefallenen Kran das Dach beschädigt.
Bild: Eric Reiff
Stürmisches Herbstwetter: Rund um Karlsruhe bleibt es windig
Karlsruhe
13.09.2017 11:18
Starke Windböen haben Karlsruhe und die Region heute fest im Griff. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor starken Wind, Sturmböen und herab fallenden Ästen. Örtlich ist es auch schon zu Schäden gekommen: In Knielingen ist ein Kran umgestürzt und hat ein Dach beschädigt. Auch am Donnerstag soll der Sturm weiter anhalten.

Die Karlsruher Feuerwehr hat nach eigenen Angaben für den Stadtkreis bisher zehn Einsatzmeldungen verzeichnet. Wie sie auf ka-news-Anfrage mitteilt, handelte es sich in den meisten Fällen jedoch um geringere Schäden wie umgefallene oder abgeknickte Bäume, Bauzäune oder Verkehrschilder.

Einen größeren Einsatz hatte die Feuerwehr heute Vormittag in Knielingen: In der Neufeldstraße hat ein umgekippter Kran nach Feuerwehr- und Polizeiinformationen durch die Windböen eine Oberleitung sowie Häuserdächer beschädigt.

Orkanböen im Schwarzwald

In Karlsruhe kann es laut DWD zu Böen zwischen 65 und 85 Kilometern pro Stunde (km/h) kommen. Auf den Höhen kann es sogar zu Böen mit bis zu 100 km/h kommen. Über Mittag und Nachmittag treten vielerorts im Flachland Stürmische Böen um 70 km/h auf, in den Hochlagen von Schwarzwald und Alb ist mit Sturmböen um 80 km/h zu rechnen.

Wie der Deutsche Wetterdienst mitteilt, werden auf einigen Schwarzwaldgipfeln orkanartige Böen um 110 km/h erreicht, auf dem Feldberg wird vor Böen von bis zu 130 km/h gewarnt. Abends schwächt sich der Wind im Flachland langsam ab, während er im Bergland unverändert stark bleibt. Grund für das kalte, stürmische Wetter sind laut DWD die Ausläufer eines Orkantiefes, das von der Nordsee zur Ostsee zieht - seine Ausläufer bestimmen das Wetter in Baden-Württemberg.

Aktualisierung, 15.09 Uhr:

Der DWD hat bekannt gegeben, dass bis heute Abend vielerorts mit Sturmböen zwischen 70 und 80 km/h gerechnet werden muss. In den Hochlagen von Schwarzwald und Alb kann es ebenfalls zu Böen um 80 km/h kommen, auf ungeschützen Schwarzwaldgipfeln sogar zu orkanartigen Böen um 110 km/h.

In der Nacht zu Donnerstag gehen die Böen laut DWD im Norden rasch unter die Warnschwelle von 50 km/h zurück. Tagsüber muss allerdings weiterhin mit Böen zwischen 50 und 75 km/h aus westlichen Richtungen gerechnet werden. Im Bergland werden weiterhin Sturmböen um 80 km/h, in den Hochlagen des Schwarzwaldes sogar schwere Sturmböen um 100 km/h erwartet. Im Laufe des Donnerstages soll nach Angaben des DWD die dem Orkantief zugehörige Kaltfront allerdings nach Südosten abziehen. Im Norden und Westen kann gebietsweise ergiebiger Dauerregen aufkommen.

Aktualisierung, 15.52 Uhr:

Wie das Polizeipräsidium Karlsruhe in einer Pressemitteilung mitteilte, kam es im Raum Karlsruhe zu mehreren Sturmschäden. Zwischen 8 und 15 Uhr war die Polizei zu rund 75 Einsätzen gerufen worden. In den meisten Fällen handelte es sich, wie bereits die Feuerwehr bestätigte, um entwurzelte Bäume, umgefallene Bauzäune oder Verkehrszeichen. "Allein 25 Einsätze waren in Karlsruhe und hier insbesondere in den westlichen und nordwestlichen Stadtteilen zu verzeichnen", meldet die Polizei. 

Die witterungsbedingten Sachschäden bewegen sich nach Polizeiangaben in einem niedrigen Bereich, Personenschäden wurden nicht bekannt. Der Haken am Arm eines Baukranes, der durch den Sturm gedreht wurde, beschädigte in Knielingen drei angrenzenden Häuser und blieb schließlich in der Oberleitung der Stromversorgung hängen. Dabei entstand nach Polizeieinschätzungen ein Schaden von 3.000 bis 4.000 Euro. Da an der betroffenen Stromleitung kein Schaden entstanden war, konnten die Bewohner der vorsorglich evakuierten drei Gebäude nach rund anderthalb Stunden in ihre Häuser zurück.

Die Landesstraße 340 musste nach Polizeiinformationen zwischen Eyachmühle und Dobel in der Mittagszeit wegen eines auf der Fahrbahn liegenden Baumes und heruntergefallener Äste kurze Zeit gesperrt werden. Nach Beseitigung der Hindernisse und Begutachtung durch die Straßenmeisterei und den zuständigen Förster konnte die Strecke wieder freigegeben werden. "Die Hauptarbeit bei der Bewältigung der Sturmschäden lag bei den zuständigen Feuerwehren", betonte die Polizei in ihrer Pressemitteilung.

Windböen sorgen auch in Rastatt für Sachschäden

Die Folgen der Sturmböen in Baden-Württemberg sind auch in Mittelbaden deutlich zu spüren. Wie die Polizei mitteilte, schlug der Wind in Rastatt um 12 Uhr derart stark gegen ein offenstehendes Fenster, dass die Scheibe zersplitterte. Nach aktuellem Sachstand wurden zudem etwa fünf geparkte Auto beschädigt, was einen Gesamtschaden von rund 20.000 Euro zur Folge hatte. Personenschäden sind glücklicherweise auch hier bislang nicht zu beklagen.

Aktualisierung, 14.09. 17:09 Uhr:

Auch rund um Karlsruhe, in Ettlingen, Marxzell oder Malsch hat das stürmische Wetter die Einsatzkräfte auf Trab gehalten. Es kam auch hier zu einigen witterungsbedingten Einsätzen. Ein herabgestürzter Ast verursachte an einem Fahrzeug einen Sachschaden. Ein größerer Ast drohte auf der Max-Reger-Straße auf die Fahrbahn zu stürzen und musste durch die Feuerwehr abgesägt werden. In Malsch blockierte ein umgestürzter Baum den Radweg entlang der L 607. Ein Blechdach musste in Marxzell abmontiert werden, weil es weg zufliegen drohte. Im Ettlinger Stadteil Schölbronn entpuppte sich ein vermeintlicher Einbrecher als herum fliegender Sonnenschirm.

Aktuellen Warnlagebericht des Deutschen Wetterdienstes (externer Link)

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