Notruf-Knopf an Haltestellen
Die Stadt Mannheim hat ihn im Dezember eingeführt: Den Notruf-Knopf an Haltestellen, in Karlsruhe soll es ihn vorerst nicht geben. (Bildmontage)
Bild: Riedel/Stadt Mannheim, Fachbereich Presse und Kommunikation
Sicherheit in Karlsruhe: Neue Notruf-Knöpfe an Haltestellen?
Karlsruhe
05.01.2017 07:00
Brauchen die Haltestellen in Karlsruhe eine Notruf-Taste? Diese Frage wirft die "Allianz für mehr Sicherheit" jetzt auf. Sie fordert: Auch Fahrscheinautomaten in der Fächerstadt sollten einen Notruf-Knopf bekommen. Die Umsetzung dieser Idee gestaltet sich allerdings schwierig.

Überfälle, medizinische Notlagen, Diebstähle: Wer in Karlsruhe an einer Haltestelle in Not geriet, konnte bis 2015 über Notruf-Säulen Hilfe rufen. An insgesamt 14 Haltestellen im Stadtgebiet waren diese installiert. Die Säulen gehörten dem Land Baden-Württemberg und wurden von der Deutschen Telekom betrieben. 

Notruf-Tasten statt -säulen an Karlsruher Haltestellen?

In Zeiten von Handys sahen die Betreiber die Säulen aber nicht mehr als zeitgemäß an. Die Kommunikationstechnik, insbesondere bei der Notrufabsetzung habe sich verändert. Soll heißen: Die Säulen wurden kaum noch genutzt - der größte Teil der Notrufe wurde nach Aussage der Stadt Karlsruhe per Handy abgesetzt. 2015 entschied das Land daher, die Notruf-Säulen wieder abzubauen - sehr zum Ärger von Stadtrat Stefan Schmitt.

In einer Anfrage fordert der parteilose Stadtrat und Mitbegründer der "Allianz für mehr Sicherheit" von der Stadt eine Alternative zu den abgebauten Notruf-Säulen zu schaffen. Konkret drängen der parteilose Schmitt und Jürgen Wenzel von den Freien Wählern darauf, die Fahrkartenautomaten an den Karlsruher Bahnhaltestellen mit einer Notruf-Technik auszustatten. Mannheim mache bereits vor, wie das aussehen könne. 

Per Knopfdruck direkt zur Polizei 

Hier testet die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv) neue Notruf-Knöpfe an seinen Fahrkartenautomaten. An bislang elf Automaten finden die Fahrgäste auf einer roten Fläche direkt über dem Münzeinwurf Anfang Dezember die Notruf-Taste. Wird sie gedrückt, wird der Hilferuf direkt an das Mannheimer Polizeipräsidium durchgestellt. Das Ziel: Die Fahrgäste sollen sich sicher fühlen. 

Notruf-Knopf in Mannheim
Mannheims erster Bürgermeister Christian Specht testet den Notruf-Knopf Bild: Stadt Mannheim, Fachbereich Presse und Kommunikation

"Der Notruf-Knopf an Fahrkartenautomaten ist auch für die Polizei ein weiterer Schritt, dass sich Bürgerinnen und Bürger in der Metropolregion sicher fühlen", so Mannheims Polizeidirektor Jürgen Dörr. "Als mögliche Anlässe zähle ich Unfälle, medizinische Notfälle oder auch Straftaten. Mit der automatischen Übermittlung des Standortes können wir zudem schnell vor Ort sein."

Bis zum zweiten Quartal dieses Jahres soll die Umrüstung weiterer 200 Automaten im rnv-Gebiet folgen. Langfristig sollen alle Automaten im rnv-Gebiet über einen Notruf-Knopf verfügen. Könnte Mannheim hier Vorbild für Karlsruhe sein?

VBK erteilt Stadträten eine Absage 

Bei den Verkehrsbetrieben Karlsruhe (VBK) sieht man den Vorschlag der beiden Stadträte eher skeptisch. In Mannheim hatte das Verkehrsunternehmen bei der Anschaffung der rund 200 neuen Automaten nach eigener Aussage bereits darauf geachtet, dass ein nachträglicher Einbau von Notrufsystemen möglich ist. In Karlsruhe müssten die Automaten umgerüstet, wenn nicht gar ausgetauscht werden. 

Sowohl eine Umrüstung als auch der großflächige Austausch der Automaten wären mit einem hohen Aufwand verbunden, erklärt Unternehmenssprecher Michael Krauth im Gespräch mit ka-news. Bis Dezember 2018 planen die VBK, die neuen Niederflurbahnen mit einem Notrufsystem auszustatten, das den Fahrgast im Notfall mit dem Fahrer verbindet. 

Ein weiteres Problem des Vorschlags: Die Kosten für eine Automaten-Umrüstung liegen nach Aussage der Mannheimer Verkehrsbetriebe zwar unter den Kosten für die Installation einer separaten Notrufsäule - billig war der Umbau dennoch nicht. In Mannheim kostet die Umrüstung 3.000 bis 4.000 Euro pro Automat. "Bei den VBK ist aktuell nichts in diese Richtung geplant", so Krauth. Ob sich das ändern wird, bleibt abzuwarten. 

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