Graffiti-Serien
(Symbolbild)
Bild: ps/pol
Schmierereien an Häusern und Co.: Hat Karlsruhe ein Graffiti-Problem?
Karlsruhe
30.01.2017 07:00
Ist das Kunst, oder muss das weg? In einer Nachricht an die Redaktion zeigt sich eine ka-Reporterin verärgert. Immer öfter würden Graffitis und andere Schmierereien das Stadtbild verunstalten. Bei der Stadt kennt man das Problem - steht aber auch vor so manchem Hindernis.

"In letzter Zeit muss ich immer wieder mit Wehmut feststellen, dass illegale Sprühereien und Graffiti vor allem in der Ost-und Südstadt vermehrt zunehmen", berichtet eine ka-Reporterin. Ihre Befürchtung: Die Schmierereien würden Karlsruhe verunstalten und zum Eindruck der Verwahrlosung beitragen. 

Das wiederum habe auch eine Auswirkung auf das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung, so die ka-Reporterin in ihrer Nachricht an die Redaktion. Ihr Appell an die Behörden: Die Stadt müsse zentrale Maßnahmen ergreifen und die Entfernung dieser Schmierereien vorantreiben. Graffitis zu entfernen ist aber gar nicht so leicht, wie Helga Riedel weiß. 

Kunst: ja, Schmierereien: nein

"Grundsätzlich muss man bei Graffiti zwischen Kunst und Vandalismus unterscheiden", betont die Mitarbeiterin des Presseamts der Stadt Karlsruhe. Während die Kunstszene von der Stadt unterstützt werde, sorge man gleichzeitig für eine zeitnahe Entsorgung der illegalen Schmierereien. "Das ist eine Arbeit, die im Tagesgeschäft mit erledigt wird", so Riedel weiter. Ein eigenes Projektteam sei hier allerdings nicht nötig. 

Jährlich kostet Entfernung der Schmierereien in Karlsruhe zwischen 30.000 und 40.000 Euro. Den Schilderungen der ka-Reporterin kann die Sprecherin der Stadt aber nicht ganz zustimmen: "Graffitis an sich sind kein Auslöser für ein schlechtes Sicherheitsgefühl." Es sei viel mehr eine Kombination aus verschiedenen Faktoren, zu denen Graffiti im öffentlichen Raum dazugehören würden. 

Schwerpunkte wie etwa die Ost- oder die Südstadt gibt es aus Sicht der Stadt nicht. "Es gibt in diesen Bereichen einfach grundsätzlich viele Schmierereien, die zum Teil schon mehr als 20 Jahre dort sind. Das heißt aber nicht, dass dort mehr gesprüht wird", sagt die Pressesprecherin.

Haus-Eigentümer können nicht zur Entfernung gezwungen werden

Eine Entfernung sei in vielen Fällen gar nicht so leicht. Während zu städtischen Gebäuden ein Graffiti-Beseitigungstrupp ausrückt, ist es im privaten Raum Sache des Eigentümers, sich um die Entfernung zu kümmern. "Und zwingen können wir ihn nicht", so Riedel, "es ist die Sache eines jeden Eigentümers, was er mit seiner Immobilie macht." Im Rahmen von öffentlichen Quartiers-Planungswerkstätten weise man aber darauf hin, dass die Entfernung allerdings eine Auswirkung auf die Außendarstellung des Bereichs habe.

Anders stellt sich die Sache im Kunst-Bereich dar, der auch von der ka-Reporterin begrüßt wird. Ähnlicher Ansicht ist auch die CDU-Fraktion, die im Dezember 2015 im Gemeinderat einen Antrag für eine Intensivierung der Streetart in Karlsruhe gestellt hat: "Als tolerante Stadt muss Karlsruhe offen für kulturelle Vielfalt sein und neben der traditionellen Kunst auch jungen Menschen Raum für ihre künstlerische Ausdrucksform bieten", heißt es in der Begründung.

Der Antrag sei bei der Stadt auf offene Ohren gestoßen, so Riedel. Im Hintergrund würden Planungen laufen, auch in Absprache mit der Kunstkommission. Ziel sei es, weitere Freewalls, also Wände, an welchen Graffiti-Künstler ihrer Kunst freien Lauf lassen können, zu schaffen. In der Prüfung seien dabei nicht nur der Vorschlag, Wandflächen dauerhaft freizugeben, sondern auch temporäre Freewalls anzubieten, "beispielsweise an Abrissgebäuden oder Unterführungen, die saniert werden sollen."

ka-news Hintergrund

Ganz ohne Strafverfolgung darf man in Karlsruhe an den sogenannten "Free Walls" entlang der Alb, aber auch am Messplatz und am Seubert in der Oststadt seine Graffiti hinterlassen.

Wer ein Graffiti auf einem städtischen Gebäude entdeckt, kann die "Sauberkeits-Hotline" 0721/133-7082 anrufen. "Die Meldungen werden dann von Mitarbeitern des Amts für Abfallwirtschaft (AfA) gesichtet und entfernt oder der Hinweis an die jeweils zuständigen Töchter-Unternehmen der Stadt weitergeleitet", beschreibt Helga Riedel, Pressesprecherin der Stadt, das Vorgehen. Handelt es sich um eine strafrechtlich relevante Schmiererei, wird die Polizei informiert.

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