Sticker auf Bahnen
Sticker auf AVG-Bahnen
Bild: ka-Reporter
"Rapefugees not welcome": Karlsruher Bahnbetreiber verurteilen Hetz-Sticker
Karlsruhe
01.02.2017 11:45
"Rapefugees not welcome" und "Asylbetrüger nicht willkommen": Parolen wie diese wurden in den vergangenen Tagen an Karlsruher Bahnen angebracht - sehr zum Ärger eines ka-Reporters. Die Verkehrsbetriebe stehen dem Problem allerdings relativ machtlos gegenüber.

Dass Sticker an Bahnen, Laternenmasten und Co. angebracht werden, lässt sich in der Fächerstadt immer wieder beobachten. Einige von ihnen sind einem Karlsruher nun aber unangenehm aufgefallen. "Neuerdings tauchen bestimmte Aufkleber an den Bahnen auf", so ein ka-Reporter in einer Nachricht an die Redaktion.

Darauf zu lesen: Botschaften wie etwa "Rapefugees not welcome" (Anm. d. Red.: Bei dem Begriff 'Rapefugees' handelt es sich um eine Verschmelzung der englischen Wörter 'rape' (Vergewaltigung) und 'refugee' (Flüchtling).) Allein an einer Bahn hätten Unbekannte vier dieser Aufkleber angebracht, so der ka-Reporter - und er ärgert sich: "Diese Hetze muss nicht sein."

"Intoleranz und Rassismus haben bei uns keinen Platz"

Auf Nachfrage bestätigt Nicolas Lutterbach, Pressesprecher der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) und der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG), dass man Kenntnis von der Aufkleber-Aktion habe: "Die Sticker sind in den vergangenen Tagen vereinzelt auf einigen Bahnen der AVG und VBK festgestellt worden." Eine erkennbare Häufung könne allerdings bislang nicht registriert werden.

Anzeige hätten die Verkehrsunternehmen in diesen Fällen bislang nicht erstattet. "Sofern es sich nicht um eine auffällig hohe Zahl des gleichen Stickers handelt, wird in der Regel auch keine Anzeige von uns erstattet", erklärt Lutterbach weiter. Der Grund: Der Aufwand wäre unverhältnismäßig groß.

Bei der Vielzahl an Stickern, die mit ganz unterschiedlichen Botschaften und Motiven auf die Karlsruher Bahnen geklebt würden, könne oft nur Anzeige "gegen Unbekannt" erstattet werden. Daher würden sich die Ermittlungen gegen die Täter entsprechend schwierig gestalten, schildert Lutterbach. So bleibe nicht viel mehr übrig, als sämtliche fremden Aufkleber durch die Fahrzeugreiniger entfernen und entsorgen zu lassen.

Zur inhaltlichen Aussage der Aufkleber beziehen die VBK und AVG ganz klar Stellung: "Pro Jahr befördern die AVG und VBK zusammen rund 170 Millionen Fahrgäste. Dabei machen wir keinen Unterschied, welche Hautfarbe diese Menschen haben, aus welchem Land sie kommen, welche Sprache sie sprechen, welchen Glauben sie ausüben, welche sexuelle Orientierung sie haben oder wie ihre soziale Herkunft ist. Unsere Verkehrsmittel sind ein Ort, an dem sich alle diese Menschen in ihrer wunderbaren Vielfalt begegnen. Vor diesem Hintergrund haben Intoleranz, Rassismus, Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit keinen Platz in unserem Unternehmen."

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