Polizeinotruf per Handy
Eine Frau hält ein Smartphone mit der eingegebenen Notrufnummer 110.
Bild: David Ebener/Archiv
"No Notruf": Hat die Karlsruher Polizei ein Problem mit sinnlosen Anrufen?
Karlsruhe
29.11.2016 11:30
In der vergangenen Woche hat die Berliner Polizei mit der Aktion "#noNotruf" für Aufsehen im Netz gesorgt. Auf diese Weise sollen Anrufer dafür sensibilisiert werden, wann ihr Anruf ein Notruf für die Polizei ist und wann nicht. Bei der Karlsruher Polizei sieht man die Aktion kritisch.

Etwa 1,3 Millionen Mal im Jahr klingelt bei der Polizei in Berlin das Telefon der Beamten, welche die Notrufe entgegennehmen. Doch in 300.000 Fällen ist die Polizeileitstelle schlicht der falsche Ansprechpartner für das Anliegen. Um auf diese Tatsache aufmerksam zu machen, haben die Beamten in Berlin eine Woche lang skurrile Telefonate ins Netz gestellt.

 

 

 

 

 

Wann ist ein Notruf auch wirklich ein Notruf?

Ganz so schlimm wie in Berlin sei die Lage in der Fächerstadt nicht, beruhigt Ralf Minet, Sprecher der Karlsruher Polizei im Gespräch mit ka-news. "Das liegt aber wohl auch ganz einfach daran, dass wir auch sehr viel weniger Notrufe bekommen, da Karlsruhe viel kleiner ist als Berlin." In der Fächerstadt gehen pro Jahr rund 230.000 Notrufe bei der Polizei ein.

Eine Aktion wie bei den Berliner Kollegen wird es in Karlsruhe erst einmal nicht geben. "Im Gegenteil, wir wollen die Bevölkerung eher dazu ermutigen, bei verdächtigen Wahrnehmungen die 110 zu wählen", so Minet weiter. Aus diesem Grund habe man erst im Oktober die Aktion "Rote Karte für Einbrecher!", gestartet. Man wolle den Anrufern nicht die Verantwortung übertragen, selbst zu entscheiden, ob es ein legitimer Notruf ist, oder nicht.

Wenn sich allerdings herausstellt, dass absichtlich oder wissentlich die Notruf-Nummer missbraucht wurde, dann sieht das Strafgesetzbuch eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe vor. Zudem können die Kosten für den Einsatz in Rechnung gestellt werden, die schnell in die Tausende gehen können.

"Wer natürlich nur sein Herz ausschütten will, für den gibt es andere Angebote", erklärt Minet und hofft auf den gesunden Menschenverstand. "Der Notruf soll nicht unnötig blockiert werden." Aktuell würden rund 650 Notrufe am Tag bei der Karlsruher Polizei abgesetzt, rund ein Viertel davon hätten keinen direkten Polizeieinsatz zur Folge.

Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert:
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