(Symbolbild)
Bild: Airbus Helicopters (c) Christian
Helikopter über Karlsruhe: Wann kommt der Polizei-Hubschrauber zum Einsatz?
Göppingen/Karlsruhe
10.05.2017 07:00
Ob Fahndungseinsatz aufgrund einer Verbrechersuche oder Überwachung einer Großveranstaltung: Die Polizeihubschrauberstaffel Baden-Württemberg ist immer vor Ort, wenn Beamten am Boden Unterstützung aus der Luft benötigen. So stehen die Polizisten im Helikopter den Kollegen unter ihnen auch in Karlsruhe zur Seite.

In der vergangenen Woche kreiste ein Hubschrauber über die Fächerstadt: Eine Anfrage bei der Polizei ergab, dass es sich hierbei um einen Polizeihubschrauber handelt, der auf der Suche nach einer vermissten 24-Jährigen war. Kein seltenes Vorkommen: Fast 1.000 Mal rückten die Sondereinsatzkräfte 2015 zu ähnlichen Einsätzen im Land aus.

Wird die Polizeihubschrauberstaffel Baden-Württemberg zu Hilfe gerufen, kann diese von ihrem Standort am Flughafen Stuttgart und von einer Außenstelle in Söllingen bei Baden-Baden in kürzester Zeit jeden Einsatzort erreichen. So sei der Hubschrauber aus Stuttgart in maximal einer halben Stunde an jeglichen Zielen des Landes, erklärt Armin Förster aus dem zuständigen Polizeipräsidium "Einsatz" in Göppingen im Gespräch mit ka-news.

Kommt es zu einem Einsatz in Karlsruhe, wie etwa einer Vermissten-Suche, bekommen die Beamten der Fächerstadt in der Regel Unterstützung aus der Außenstelle bei Baden-Baden. Dort treffe der Helikopter dann nach ungefähr 10 Minuten Flugzeit ein. Sei diese jedoch schon anderweitig eingesetzt, fliege ein Hubschrauber aus Stuttgart los, erklärt Förster weiter.

40 Polizisten können die Helis im Land bedienen

Wenn der Ernstfall eintritt und ein Helikopter eingesetzt wird, stehen der Polizeihubschrauberstaffel insgesamt 40 Polizisten für das Cockpit, sowohl als Pilot als auch als Co-Pilot, rund um die Uhr zur Verfügung. Weitere zehn Polizisten können in Baden-Württemberg als sogenannte "Flir-Operatoren" fungieren. Sie bedienen, nach den Angaben des Polizeipräsidiums Einsatz, dann als dritter Mann an Bord die aufwändige Technik im Hubschrauber. Ausgebildet werden diese Polizisten von drei eigenen Fluglehrern.

Ist der Einsatz bei Nacht, verfügt das Team über Nachtsichtbrillen - die Dunkelheit stellt also kein Problem für die Hubschrauberstaffel dar. Auch im Bereich der Lautstärke steht der Staffel nichts im Wege: Wie Förster berichtet, "ist die Polizei von den Bestimmungen des Luftverkehrsgesetzes ausgenommen." Dennoch sei die Staffel in Bezug auf den Fluglärm, der bei einem Einsatz in der Luft nie ganz vermieden werden könne, sehr sensibel. Die Thematik des Lärms würde nie ausgeblendet werden: Man gehe immer mit Fingerspitzengefühl um, heißt es weiter.

Und auch die Weite eines Einsatzes ist kein Problem - so lange diese unter 600 Kilometer bleibt. Der Tank eines Helikopters fasst nämlich insgesamt 700 Liter Kerosin und kann damit bis zu zweieinhalb Stunden fliegen, erklärt Förster.

Mit der neuesten Technik ausgestattet

Derzeit sind die Polizeipiloten mit insgesamt sechs Helikoptern unterwegs. Wie das Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration informiert, wurde die Hubschrauberflotte der Polizei Baden-Württemberg erst vergangenes Jahr komplett erneuert. Mit dem Modell H145 der Firma Airbus Helicopters sei die Flotte durch leistungsstarke Hubschrauber bestens ausgestattet. Denn: "Sie kann auch unter schwierigen Flug- und Einsatzbedingungen eingesetzt werden", so das Ministerium weiter.

Vorteile liegen demnach vor allem in der modernen Ausstattung. "Die Maschine verfügt über eine hochauflösende Wärmebild- und Videoanlage sowie über einen leistungsstarken Suchscheinwerfer." Daten und Aufnahmen eines Einsatzes können dadurch direkt aus dem Hubschrauber an Polizeipräsidien übertragen werden.

Und dass die Technik der Polizei - egal ob in der Luft oder an Boden - auf dem neusten Stand ist, ist auch notwendig. Denn im Jahr 2015 flog die Staffel aus Stuttgart insgesamt 2616 Einsätze. 949 Mal wurde davon nach Vermissten gesucht. Wie Förster mitteilt, werden Zahlen aus dem vergangenen Jahr aktuell noch aufbereitet und liegen dem Polizeipräsidium Einsatz derzeit noch nicht vor.

Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert:
13 Kommentare

Hinweis: Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren. Bitte beachten Sie die Kommentarregeln.
Betreff/Titel


Ihr Kommentar

Noch Zeichen