Der Indianerbrunnen auf dem Werderplatz in Karlsruhe.
Bild: Thomas Riedel
Gegen Alkohol und Gewalt: Arbeitsgruppe Werderplatz bringt Änderungen voran
Karlsruhe
14.11.2017 07:00
Der Werderplatz in der Karlsruher Südstadt gilt schon lange als heißes Pflaster. Die Gründe: Alkohol- und Drogenkonsum, Pöbeleien sowie Gewalt. Das soll jetzt ein Ende haben: Die Arbeitsgruppe Werderplatz legt dem Hauptausschuss ihren Abschlussbericht mit bereits abgeschlossenen und auch geplanten Maßnahmen vor.

In den vergangenen Monaten sorgte der Werderplatz häufig für Schlagzeilen - allerdings nicht für positive.  Die Liste der Missstände ist lang: Bis zu 60 Personen, die Alkohol und Drogen konsumieren, Pöbeleien und Auseinandersetzungen, Sachbeschädigungen, Verschmutzung, wie Spritzen in Grün- und Spielflächen.

Um die Situation am Werderplatz zu entschärfen, erarbeitete die Stadt im Rahmen einer Arbeitsgruppe - bestehend aus Fachleuten aus städtischen Ämtern, Polizei, Bürgergesellschaft und Wohlfahrtsverbänden - einige mögliche Verbesserungsmöglichkeiten.

Nachdem im Sommer dieses Jahres rund 200 Karlsruher bei einer öffentlichen Bürgerbeteiligung ebenfalls Ideen einbringen konnten, liegt dem Hauptausschuss nun der Abschlussbericht dieser Arbeitsgruppe vor. Der Ausschuss wird in seiner nächsten öffentlichen Sitzung am heutigen Dienstag, 14. November, ab 16.30 Uhr unter anderem auch über den abschließenden Bericht diskutieren.

Eine Maßnahme: Erhöhte Präsenz von Polizei und KOD

Zu besprechen sind dabei unter anderem Maßnahmen, die sich aktuell in der Umsetzung befinden. Dazu zählen dazu auch die höhere Präsenz sowohl der Polizei als auch des Kommunalen Ordnungsdienstes, "die Intensivierung der Kontaktaufnahme mit Russlanddeutschen und Rumänen" sowie die Belebung des Platzes durch positive Aktivitäten.

Bereits abgeschlossen seien laut Beschlussvorlage unter anderem Maßnahmen, wie die Ausnahmegenehmigung für Außengastronomie bis 22 Uhr auf dem Werderplatz und auch die Installation eines "Werderplatztelefons". Über diesen Weg können alle den Werderplatz betreffende Anliegen direkt an den KOD gemeldet werden. Um das Sicherheitsempfinden zu erhöhen, wird seit Oktober eine neue Beleuchtung auf dem Platz getestet, die heller als die bisherigen Lampen sein soll.

In Zukunft sollen weitere Maßnahmen umgesetzt werden

Weiter solle die öffentliche Toilettenanlage  unterhalb des Indianerbrunnens ab Frühjahr 2018 saniert werden. So soll einer Vermüllung und Verunreinigung der Umgebung entgegen gewirkt werden. Um dieses Ziel zu erreichen soll auch ein Straßenfeger-Team eingestellt werden. Das Team besteht aus Straßensozialarbeitern des Diakonischen Werks.

Die Arbeitsgruppe sieht zudem die Einrichtung von Räumlichkeiten vor, in welchen ein "alkoholakzeptierendes Aufenthalts- und Beratungsangebot" eingereichte werden soll. Dort sollen Fachkräfte aus der Sozialen Arbeit Kontakt zu den Menschen aufnehmen. In diesem Rahmen soll dann auch der Konsum von Alkohol gestattet sein. Ein ähnliches Angebot soll ein Drogenkonsumraum bieten: Dort sollen "konsumentschlossene Drogenabhängige die Möglichkeit [haben], bereits erworbene und mitgebrachte Substanzen unter Einhaltung bestimmter Regeln unter hygienischen Bedingungen einzunehmen.

Bei Zustimmung des Hauptausschusses können die in Umsetzung befindlichen und die geplanten Maßnahmen weitergeführt werden.

Mehr zum Thema:

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