Bild: Paul Needham
Falschgeld hat Saison: Gauner nutzen Weihnachtstrubel
Karlsruhe
02.12.2016 07:00
Die Weihnachtszeit bedeutet Hochkonjunktur für die Einzelhändler, aber auch für die Geldfälscher. Denn letztere hoffen im Einkaufstrubel ihr Falschgeld unter die Menschen zu bringen. Und dieses Vorgehen nimmt laut der Karlsruher Polizei derzeit zu.

In den vergangenen Wochen wurde im Stadtkreis Karlsruhe ein Anstieg von in Umlauf gebrachten Blüten verzeichnet. Das bestätigt die Polizei auf Anfrage von ka-news. Der Anstieg der Fallzahlen sei aber nicht überraschend. "Es handelt sich wohl um den üblichen Anstieg im Vorweihnachtszeitraum", so Edgar Benz, Leiter der Kriminalinspektion für Cyberkriminalität und Korruption in Karlsruhe. Betroffen seien besonders 50- und 100-Euro-Scheine, beschreibt Benz weiter.

So wurden bis zum 21. November diesen Jahres 909 Fälle von Falschgeld im Stadtkreis Karlsruhe registriert. "Hierunter sind auch Fälle bei denen Münzgeld und Scheingeld fremder Währungen betroffen waren", so Benz weiter. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 926 Fälle von falschen Geldscheinen und Münzen.

Händler bemerken Falschgeld oft spät

"In der Regel werden die falschen Geldnoten erst bei dem Einzahlvorgang bei der Bank bemerkt", beschreibt der Leiter der Kriminalinspektion weiter. Nur in den wenigsten Fällen würde die Polizei von der Annahmestelle selbst informiert.

"Aus diesem Grund wird von Seiten des Polizeipräsidiums Karlsruhe immer wieder versucht, präventiv an die Verkaufsstellen heranzutreten, um hinsichtlich des Anstieges der Verausgabungen und der Erkennungsmerkmale von Falschgeld zu sensibilisieren", sagt Benz. Aktuell wurde auch das Verkaufspersonal auf dem Karlsruher Christkindlesmarkt geschult, Blüten zu erkennen.

Neue Scheine für weniger Falschgeld?

Um den Fälschern das Leben schwer zu machen, hat die Europäische Zentralbank (EZB) bereits 2013 damit begonnen, nach und nach eine neue Generation von Banknoten in Umlauf zu bringen und versprach dabei: "Die neuen Sicherheitsmerkmale der Europa-Serie lassen sich auf den Banknoten leicht ausmachen und sorgen dafür, dass die Euro-Geldscheine fälschungssicher sind." Bislang sind neue 5-Euro, 10-Euro und 20-Euro-Noten ausgegeben worden.

Offensichtlich mit Erfolg: Der Anteil der 20-Euro-Fälschungen sei seit der Einführung im November 2015 bis zum Sommer um mehr als zehn Prozent gesunken. Den höchsten Anteil machen weiterhin die "falschen Fuffziger" mit rund 58 Prozent aus. Die Falschgeldzahlen an sich seien aber laut Bundesbank beinahe unverändert.

Die Deutsche Bundesbank betont: "Insgesamt bleibt das Falschgeldaufkommen in Deutschland auf einem niedrigen Niveau." Rein statistisch müsse man 900 Jahre alt werden, um in Deutschland einmal im Leben mit Falschgeld in Berührung zu kommen, rechnet die Bundesbank vor.

Neue Scheine sorgen für kaum einen Rückgang

Matthias Callen, stellvertretender Leiter des Zentralbereichs Bargeld der Deutschen Bundesbank, rechnet damit, dass mit der Ausgabe der neuen 50-Euro-Banknote ab dem 4. April 2017 allerdings auch die Anzahl der 50-Euro-Fälschungen zurückgedrängt werden kann.

Eine Verbesserung der Fallzahlen durch die neuen Scheine kann der Karlsruher Polizist Edgar Benz allerdings bislang in Bezug auf die 5-, 10- und 20-Euro Noten nicht feststellen: "Im Moment können wir im Stadtkreis Karlsruhe keinen spürbaren Rückgang der Fallzahlen bei den 'neuen' Scheinen erkennen."

Scheine auf Echtheit prüfen

Die Bundesbank rät dazu, Banknoten stets aufmerksam zu prüfen, denn für Falschgeld gibt es keinen Ersatz. "Ob der Schein in der Hand falsch ist oder nicht, lässt sich durch das Prinzip 'Fühlen-Sehen-Kippen' schnell erkennen", sagte Bundesbankvorstand Thiele. In die Prüfung sollten mehrere Sicherheitsmerkmale einbezogen werden, denn die Sicherheit der Euro-Banknoten liegt im Zusammenspiel der verschiedenen Merkmale:

  • Auf der Vorderseite der Banknoten sind zum Beispiel erhabene Teile des Druckbildes zu fühlen. Erste Euro-Banknotenserie: Schriftzug "BCE ECB EZB EKT EKP" am oberen Rand Neue Europa-Serie: Schriftzug "BCE ECB E?? EZB EKP EKT EKB BCE EBC" und zusätzlich Striche am rechten und linken Rand
  • Das Wasserzeichen lässt sich im unbedruckten Bereich in Durchsicht sehen.
  • Die Hologrammelemente verändern sich beim Kippen der Banknote.
  • Auf der Rückseite kann der Perlglanzstreifen (Stückelungen bis 20 Euro) oder der Farbwechsel der rechten Wertzahl (Stückelungen ab 50 Euro) beim Kippen der Noten geprüft werden.
  • Zusätzlich weisen die neuen Euro-Banknoten der Europa-Serie auf der Vorderseite links die Smaragdzahl auf: Beim Kippen verändert sich die Farbe, und ein heller Balken wandert auf- beziehungsweise abwärts.

Bei der Prüfung einer verdächtigen Banknote sollte eine zweifelsfrei echte Banknote zum Vergleich herangezogen werden. Das ist etwa eine Banknote, die von einem Geldautomaten ausgezahlt wurde. Bei der Prüfung von Banknoten mit Lupen, Prüfstiften oder UV-Lampen lässt sich nicht immer ein eindeutiges Prüfergebnis erzielen. Diese Hilfsmittel sollten deshalb besser in Kombination mit der Prüfung anderer Sicherheitsmerkmale genutzt werden

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