Amtsgericht Karlsruhe
Bild: Clara Wolf
Erfundene Attacke: Karlsruher Amtsgericht spricht 23-Jährigen frei
Karlsruhe
18.05.2017 14:18
Das Karlsruher Amtsgericht hat am Mittwoch einen 23-jährigen Studenten freigesprochen: Ihm wurde vorgeworfen, eine Frau sexuell genötigt zu haben. Wie sich später herausstellte, war der Vorfall frei erfunden.

Im Winter wurden mehrere Attacken bekannt, bei denen Frauen in Karlsruhe von Männern angegriffen worden zu sein. Dabei geriet ein damals 22-jähriger Student in das Visier der Ermittler. Er war vor rund zwei Monaten mit einem Lichtbild gesucht worden, weil ihn eine 23-Jährige beschuldigte, einen Angriff auf sie verübt zu haben.

Wie sich aber später heraus stellte, hatte die Frau die Attacke auf sich nur erfunden. Sie war von dem Mann nicht angegangen worden, vielmehr sei sie freiwillig mit ihm nach Hause gegangen. Die Gründe für die falsche Beschuldigung liegen derzeit noch im Dunkeln. Gegen die Frau läuft nun ein zivilrechtliches Ermittlungsverfahren. Ein Termin vor dem Amtsgericht steht derzeit noch nicht fest.

Sowohl der Verteidiger als auch die Staatsanwaltschaft forderten daher vor dem Karlsruher Amtsgericht einen Freispruch des Mannes. Dieser wurde am Mittwoch auch erteilt. Vom Staat erhält der Mann nun eine Haftentschädigung. Zudem könne er eine Entschädigung für den Verdienstausfall geltend machen.

Da es sich allerdings um einen Studenten handelt, hält eine Sprecherin des Amtsgericht eine solche Forderung für unwahrscheinlich. Doch auch von der Frau kann der zu Unrecht verdächtigte Mann eine Entschädigungsforderung geltend machen.

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