Diskussion über den Werderplatz
Blick auf den Indianerbrunnen am Werderplatz.
Bild: Stadt Karlsruhe
Drogenraum und Alkohol-Verbot: Stadt will am Werderplatz eingreifen
Karlsruhe
11.07.2017 13:06
Pöbeleien, Lärm, Alkohol- und Drogenkonsum rund um den Indianerbrunnen sorgen am Werderplatz für Aufregung. Seit Monaten klagen Anwohner und Gewerbetreibende über die Situation. Die Stadt hat daher erste Maßnahmen erarbeitet, mit denen sie die Situation entspannen will. Vorher muss das Thema aber durch den Hauptausschuss.

Die Situation am Werderplatz sorgt seit Wochen für negative Schlagzeilen. Auch bei der Verwaltung der Stadt Karlsruhe weiß man um die Problematik. Die Szene verhaltensauffälliger Personen rund um den Indianerbrunnen habe sich in den vergangenen Monaten extrem erhöht, so ihre Einschätzung.

Immer wieder komme es zu Pöbeleien, Belästigungen und Schlägereien. Auch starke Verunreinigungen und Lärm sorgen in der Südstadt für Unmut. Um die Situation in der Südstadt zu verbessern wurden bereits einige Maßnahmen umgesetzt, weitere sollen im Hauptausschuss am Dienstag diskutiert werden.

Karlsruhe macht ernst beim Alkoholverbot 

Bisher ist am Werderplatz unter anderem der kommunale Ordnungsdienst (KOD) mit erhöhter Präsenz unterwegs. Zudem wurde speziell für den Werderplatz ein Bürgertelefon beim Ordnungs- und Bürgeramt eingerichtet. Auch ein Alkoholverbot befindet sich in der Prüfung. Wie die Stadt mitteilt, wurde ein Gesuch an das baden-württembergische Innenministerium gerichtet, das es der Stadt erlauben soll,  "ein zeitlich und örtlich begrenztes Alkoholkonsumverbot im öffentlichen Raum zu erlassen", heißt es im Bericht. 

Nach Angaben der Stadt gab es auch Gesprächsrunden mit lokalen Gewerbetreibenden sowie mit dem Landkreis und der Kassenärztlichen Vereinigung, um die Substitutionspraxen im Stadtgebiet zu entlasten und neue im Landkreis zu gewinnen. Eine Besserung der Situation erhofft sich die Stadt darüber hinaus durch eine "intensivere Kontaktaufnahme mit der südosteuropäisch geprägten Besucherszene am Werderplatz durch eine rumänischsprachige Sozialarbeiterin", heißt es in der Beschlussvorlage, die dem Hauptausschuss vorliegen wird. 

Möglich wäre, dass ab Dienstag noch weitere Maßnahmen hinzukommen könnten. Die dezernatsübergreifende Arbeitsgruppe Werderplatz hat weitere Maßnahmen zur Deeskalation der Situation am Werderplatz entwickelt. Sollte der Hauptausschuss diesen zustimmen, wird die Stadtverwaltung beauftragt, erste Maßnahmen umzusetzen. 

Diese weiteren Maßnahmen plant die Stadtverwaltung für den Werderplatz:

  • Eine bessere Beleuchtung auf dem Werderplatz. 
  • Die Einrichtung eines Drogenkonsumraums in Kombination mit einem Kontaktladen, sobald das Land die dementsprechende Rechtsgrundlage geschaffen hat.
  • Die Einrichtung eines Aufenthaltsraumes für die Szene bei dem auch Beratungs- und Freizeitangebote bereitgestellt werden.
  • Die Prüfung eines zeitlich und örtlich begrenzten Alkoholverbots, sobald das Land die entsprechende Ermächtigungsgrundlage dafür erlassen hat.
  • Sanierung der öffentlichen Toilettenanlage am Indianerbrunnen, mit dem Ziel diese möglichst reinigungsarm und vandalismushemmend zu gestalten. 
  • Suche nach einem alternativen Aufenthaltsort für die Indianerbrunnen-Szene, wenn der gepachtete Kleingarten an der Stuttgarter Straße wegen Sanierungsarbeiten geräumt werden muss. 
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