Biotonnenschild
Bild: dac
Bio-Müll in Karlsruhe: Kranke Mitarbeiter, volle Tonnen
Karlsruhe
19.05.2017 07:00
Wegen hoher Krankheitsstände bei der Müllabfuhr des Amts für Abfallwirtschaft (AfA) kommt es immer wieder zu Ausfällen von Leerungen. Das kritisieren die Karlsruher Linken. Ursache der Ausfälle ist ein hoher Krankenstand bei den Mitarbeitern. Was unternimmt die Stadt dagegen?

Nicht nur im April dieses Jahres, sondern schon häufiger standen Karlsruher vor ihrer nicht geleerten Mülltonne. In einer Anfrage der Linken an den Gemeinderat soll nun einiges geklärt werden: Wie hoch war der Krankenstand denn tatsächlich in den letzten Jahren? Hat die Stadt überhaupt genug Personal? Und werden für dieses Personal gesundheitsfördernde Maßnahmen eingesetzt?

Nach den Angaben der Stadt liege die Krankheitsquote derzeit punktuell bei bis zu 20 Prozent. Nur bei besonders hohen Krankenständen, die sehr kurzfristig auftreten, müssten Biotouren ausfallen. Das AfA sorge allerdings durch interne Personalumsetzungen und externe Leiharbeitnehmer dafür, dass sich die Ausfälle auf wenige Touren beschränken.

Zuletzt Ausfälle bei den Fahrern

Aber warum genau müssen solche Touren denn überhaupt ausfallen? In den von den Linken angefragten Jahren - nämlich in den Jahren 2015 bis heute - resultierte der hohe Krankenstand aus den Ausfällen bei den Ladern. Die jüngsten Ausfälle waren jedoch durch Krankheiten bei den Fahrern begründet. Und darauf reagiert die Stadt nach eigener Aussage: Derzeit seien Auswahlverfahren für die Einstellung von Kraftfahrern angedacht.

Fraglich ist nur noch, warum ausgerechnet Touren des Biomülls betroffen sind? Im Gegensatz zu den anderen Müllarten Restmüll, Wertstoff und Papier werden die Biotonnen einmal wöchentlich geleert, so die Stadt. Dadurch soll eine Überfüllung der Behältnisse weitgehend vermieden werden. Resultat ist jedoch eine höhere Betroffenheit dieser Touren.

Ziel des AfA: Krankheitsstand senken

Auf die Frage, ob der Personalstand bei der Müllabfuhr erhöht werden müsse, hat die Stadt eine klare Antwort: Nein! Ziel des AfA sei nämlich nicht die Zahl der Mitarbeiter zu erhöhen, sondern den Krankheitsstand zu verringern. Um die Gesundheit der Mitarbeiter aufrechtzuerhalten, seien Rückenschulungen oder auch Bewegungsangebote schon jetzt eingesetzte Maßnahmen.

Des Weiteren sind nach den Angaben der Stadt alle Müllgroßbehälter mit Rädern ausgestattet, so dass nur noch im Rahmen der Sperrmüllabfuhr eine händische Beladung der Fahrzeuge erfolgt. Außerdem erfolge derzeitig die Umstellung von normalen Fahrzeugen auf Niederflurfahrzeuge, erklärt die Stadt. Die Folge: "Der Bewegungsapparat der Mülllader wird dadurch weniger belastet und die Unfallgefahr beim Aussteigen minimiert."

Im Rahmen der Stellungnahme kündigt die Stadt für eine der nächsten Sitzungen des Ausschusses für Umwelt und Gesundheit (AUG) einen Sachstandbericht zur Reduzierung der Krankheitsquote an.

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