Bild: Eric Reiff
Baustart für Autotunnel: Ab sofort wird in der Kriegsstraße gebuddelt
Karlsruhe
21.04.2017 13:11
Lange Zeit stand das Projekt auf der Kippe, jetzt kann es offiziell losgehen: Am Freitag wurden die Baumaßnahmen für den Autotunnel in der Kriegsstraße mit Spatenstich und Baggerbiss eröffnet. Mit dabei: Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) und Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup.

"Was lange währt, wird endlich gut." Es ist ein guter Tag für Alexander Pischon und seinen Kollegen Uwe Konrath. Die beiden Geschäftsführer der Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig) können zusammen mit Vertretern aus der Politik auf dem Baufeld in der Ludwig-Erhard-Allee offiziell den Startschuss für den zweiten Teil der Kombilösung geben. 

Bereits am ersten Tag wird gebuddelt 

Die Erleichterung ist bei den Beteiligten groß, stand die Finanzierung des zweiten Teils der Kombilösung und damit das gesamte Projekt über Monate nach der Absage des Bundesrechnungshofs auf der Kippe. Bei der Stadt und der Kasig ist man daher froh, den baden-württembergischen Verkehrsminister Winfried Hermann als Unterstützung gehabt zu haben. Ohne den Einsatz des Ministers sei es fraglich, ob man heute den Spatenstich feiern könne, gibt Oberbürgermeister Frank Mentrup zu bedenken. 



Dass Bauvorhaben dieser Größenordnung umstritten seien, sei ganz richtig so, erklärt Minister Herrmann bei der Eröffnung. Aber: Er habe sich "ziemlich geärgert", als der Bundesrechnungshof den Kriegsstraßen-Tunnel "in der Mitte des Projekts" hinterfragt habe. Das wäre im Vorfeld möglich gewesen. "Jetzt muss man das durchziehen und zwar so schnell wie möglich", betont der Minister. 

Nach etwa einem Jahr Bangen starten an diesem Freitag nun aber die Bauarbeiten für den Autotunnel in der Kriegsstraße. "Mit etwas Verspätung aber nicht zu spät starten wir mit dem zweiten Teil der Kombilösung", freut sich Kasig-Chef Konrath. Unmittelbar nach dem Spatenstich soll dann der Erdaushub starten, so Konrath. 

In neun Bauabschnitten soll für 230 Millionen Euro der insgesamt 1,6 Kilometer lange, durchgängige Autotunnel unter der Kriegsstraße entstehen. In den geschätzten vier Jahren Bauzeit soll die Belastung für die Autofahrer so gering wie möglich gehalten werden, indem der Verkehr an den Baufeldern vorbeigeführt werden sollen. Wenn alles nach Plan läuft, sind die Arbeiten im Jahr 2021 abgeschlossen. 


Spatenstich zum Umbau der Kriegsstraße


So wird der Tunnel gebaut

Der Autotunnel in der Kriegsstraße wird in offener Bauweise hergestellt: Zunächst werden Schlitzwände oder Bohrpfähle ins Erdreich eingebracht, dann folgt die Sohle. In dem dann U-förmigen "Kasten" erfolgt schließlich der Aushub des Erdreichs, der Einbau der Bodenplatte, der Wände und zu guter Letzt das "Aufsetzen des Deckels".

Der Aushub umfasst laut Kasig 300.000 Kubikmeter, eingebaut werden 98.000 Kubikmeter Beton und 22.800 Tonnen Stahl. Insgesamt müssen 47.000 Quadratmeter Schlitzwände und 18.500 Quadratmeter Bohrpfahlwände hergestellt werden. 90 Kilometer Anker sorgen zusätzlich für die Stabilität der Baugruben. Im Tunnel entstehen für die Autos 24.000 Quadratmeter Verkehrsfläche.

Der Autotunnel mit darüber liegenden Gleisen ist der zweite Teil der Kombilösung: Für das Zusammentreffen der beiden Teilprojekte steht seit Jahren symbolisch der Infopavillon "K." am Ettlinger Tor. Derzeit wird dort das Kombi-Bauwerk fertiggestellt.

Mehr im Artikel Baustart für Autotunnel: Kriegsstraße wird zur Großbaustelle

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