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Bild: pixabay @ TanjaVdB
Hallensituation in Karlsruhe: Stadt will Bau in Neureut unterstützen
Karlsruhe
21.04.2017 07:00
Soll die Stadt die TG Neureut beim Bau einer Sporthalle finanziell unterstützen? Diese Frage wird am Dienstag im Karlsruher Gemeinderat gestellt. Es könnte der Teil der Lösung sein, um die prekäre Hallensituation in Karlsruhe zu entschärfen.

Anfang 2015 waren Rauchschwaden im Karlsruher Norden zu sehen. Sie gingen von der Vereinsturnhalle der TG Neureut aus, in der am Mittag des 21. Januars in Flammen stand. Verletzt wurde niemand, doch die Sportstätte brannte bis auf die Grundmauern nieder.

Die Halle, die 1912 gebaut, im zweiten Weltkrieg zerbombt und in den Jahren 1948 und 1949 wiederaufgebaut wurde, konnte danach nicht wieder genutzt werden. Gruppen der Turngemeinde mussten umgesiedelt werden und auch die Neureuter Nordschule musste ihren Sportunterricht von einem Tag auf den anderen neu organisieren.

Dachstuhlbrand Neureut
Rauchschwaden zeugen vom Dachstuhlbrand am TG Neureut. Bild: ka-Reporter

Seither fehlt in Neureut nicht nur eine Vereins- sondern auch eine Schulsporthalle. Derzeit findet der Sportunterricht an der Südschule, im Schwimmbad, im Gemeindehaus und beim CVJM Neureut statt. Teilweise müssen die Schüler einen Bus nutzen, was mit einem erheblichen zusätzlichen Aufwand verbunden ist. Außerdem gehen die Wegezeiten zulasten der Sport-Unterrichtsstunden.

Kein Wiederaufbau, dafür komplett neue Halle

Ein Wiederaufbau der einsturzgefährdeten alten Halle hat sich schnell als nicht realisierbar erwiesen, jetzt entscheidet der Karlsruher Gemeinderat über die finanzielle Unterstützung des Neubaus einer größeren Halle an gleicher Stelle in der Neureuter Friedhofstraße/Kirchhofstraße.

Entstehen soll dort nach den Vorstellungen der TG im Erdgeschoss eine Turnhalle, ein Geräteraum und ein Seminarraum, im ersten Obergeschoss ein Jugendraum, die Geschäftsstelle, sowie Umkleide- und Sanitärräume, im zweiten Obergeschoss sind ein Spiegelsaal, ein Fitnessraum, Umkleide- und Sanitärräume geplant.

Stadt will Hallenbau bezuschussen

Problem dabei ist die Finanzierung, die bisher noch eine Deckungslücke von 1.495.203 Euro aufweist. Der Gemeinderat soll deshalb einem Sonderzuschuss in eben dieser Höhe für den Verein zustimmen. Die Gesamtkosten betragen 3.758.000 Euro und werden folgendermaßen finanziert: Die TG Neureut steuert einen Eigenanteil von 1.235.500 Euro – in Form von Eigenleistungen, den Versicherungsleistungen, Darlehen und bereits gesammelter Spenden – bei, zudem wird ein Zuschuss des Badischen Sportbundes in Höhe von 304.950 Euro erwartet, dazu käme der städtische Regelzuschuss durch die Sportförderung, der 722.347 Euro beträgt.

Die Stadtverwaltung bittet den Gemeinderat in seiner Sitzung am kommenden Dienstag nun um seine Zustimmung für einen Sonderzuschuss für die TG Neureut, da ein eigener Neubau der Stadt teurer und erst im nächsten Doppelhaushalt also nach 2020 realisierbar wäre. Die TG könnte sofort bauen und eine Fertigstellung wäre dann schon Ende 2018/Anfang 2019 möglich.

Lösung für Neureut - aber keine Lösung für das Karlsruher Hallenproblem

Die Halle wird für den Schulsport in Neureut dringend benötigt und auch die Karlsruher Sportvereine klagen allgemein schon lange über einen dauerhaften Mangel an Sporthallen. Zuletzt hat der PSK sogar eine Online-Petition (externer Link) gestartet, um die Stadt zur Unterstützung bei der Suche nach einer Ballsporthalle für seine Basketballmannschaft zu bewegen.

Zumindest für Neureut könnte der dreigeschossige Neubau der TG nun relativ zügig Abhilfe schaffen. Die TG Neureut würde der Stadt Karlsruhe im Gegenzug für die finanzielle Unterstützung die Turnhalle in den kommenden 20 Jahren kostenlos zur Verfügung stellen. Die Stadt müsste dann lediglich die Nebenkosten für die vom Schulsport genutzten Bereiche tragen. Eine Win-Win-Situation für beide Seiten.

Insofern erscheine es gerechtfertigt, so die Verwaltung in ihrer Stellungnahme, "der TG Neureut neben der regulären Sportförderung einen Sonderzuschuss in Höhe der Deckungslücke zu gewähren. Da es sich bei dieser Maßnahme um eine Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse handelt, kann der Gemeinderat beschließen, auf die direkte Gegenfinanzierung zu verzichten." Die entsprechenden Mittel werden von der Stadtkämmerei als überplanmäßige Mittel mit entsprechender Deckung im Haushalt des Tiefbauamtes bereitgestellt.

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