Gabriela Büssemaker mit Thomas Fedrow
Gabriela Büssemaker mit Bürgermeister Thomas Fedrow.
Tumult in Ettlingen: Mobbing-Vorwürfe gegen Bürgermeister
Karlsruhe
13.01.2017 12:22
In Ettlingen ist Tumult im Rathaus: Einige städtischen Angestellten erheben Vorwürfe gegen Bürgermeister Thomas Fedrow (CDU). Er soll seine Mitarbeiter gemobbt haben. Es ist nicht das erste Mal, dass Fedrow für negative Schlagzeilen sorgt.

In einem "Brandbrief" erheben zehn Ettlinger Amtsleiter schwere Vorwürfe gegen ihren Bürgermeister Thomas Fedrow. Er soll mit systematischen Mobbing die städtischen Angestellten psychisch unter Druck stellen. Das berichtet die Rhein-Neckar-Zeitung. Besonders getroffen hätte die Attacke eine Justiziarin, die derzeit sogar krank geschrieben sei. Oberbürgermeister Johannes Arnold soll im Schreiben gebeten worden sein, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Thomas Fedrow für negative Schlagzeilen sorgt: 2010 war der Bürgermeister kurz nach seiner Amtseinführung am 15. Dezember 2009 bundesweit in die Presse geraten, weil er die damalige Oberbürgermeisterin Gabriele Büssemaker bei einer Fasnachtsveranstaltung geschlagen haben soll. Es folgten lange Streitereien im Rathaus, die in einem Disziplinarverfahren gegen Fedrow endeten. Später wurde das Verfahren wieder eingestellt.

Lange währender Konflikt

Büssenmaker schied aus dem Amt, doch auch in der Zusammenarbeit mit Nachfolger Johannes Arnold gab es Sand im Getriebe. So habe sich Fedrow nicht immer an die Spielregeln gehalten, es war unter anderem von "Aktendiebstahl" die Rede.

Und nun die Mobbing-Vorwürfe gegen die Angestellten. Für die Ettlinger CDU ist damit das Maß überschritten. In einer Pressemeldung setzen sie die Öffentlichkeit in Kenntnis, dass Fedrow bei der im Herbst anstehenden Neuwahl des Ettlinger Beigeordneten bei einer eventuellen Kandidatur nicht unterstützt wird. Die laufende Amtszeit des Bürgermeisters endet 2018.

Man erkenne die Fachkunde des Bürgermeisters an, so die CDU, und heiße es gut, dass er ein offenes Ohr für die Bürgeranliegen habe und hierbei sich für schnelle und unbürokratische Lösungen eingesetzt habe. Doch auf der anderen Seite habe man auch Kenntnis von dem seit Jahren schwelenden Streit im Rathaus.

CDU unterstützt Fedrow nicht mehr

"Wichtig ist nach unserer Ansicht, dass der andauernde Streit die Arbeitsfähigkeit der Stadtverwaltung in starkem Maße beeinträchtigt und daher beendet werden muss. Es muss wieder Ruhe im Rathaus einkehren", teilt die CDU-Fraktion nach eigenen Angaben in einem Schreiben an Oberbürgermeister Arnold mit.

Wie der Vorsitzende der Fraktion weiter angibt, halte man eine einvernehmliche Beilegung der Streitigkeiten für unrealistisch. So sei es ein Gebot der Fairness, die Entscheidung, Fedrow bei einer Kandidatur nicht zu unterstützen, nicht unnötig lange zurückzuhalten, sondern sie dem Betroffenen frühzeitig mitzuteilen. "Wir hätten uns mit Sicherheit einen anderen Verlauf gewünscht", fasst die CDU-Fraktion die Entwicklung um die Tätigkeit des Bürgermeisters Fedrow in Ettlingen zusammen.

Fedrow weist Vorwürfe zurück

Auf Anfrage von ka-news weist Bürgermeister Thomas Fedrow die Mobbingvorwürfe zurück. Die in dem Brief an Oberbürgermeister Arnold formulierten Vorwürfe seien unbewiesen. So gibt Fedrow in der Pressemeldung weiter an: "Das ist falsch und unwahr. Ich habe zu keiner Zeit meine Mitarbeiter gemobbt oder unter psychischen Druck gesetzt und sie erniedrigt."

So habe Fedrow über die Vorwürfe erst aus den Medien erfahren, OB Arnold habe sich ihm gegenüber nicht geäußert. Weiter heißt es, dass Fedrow die Mitarbeiter des Juristischen Dienstes in einer offenen Runde befragt habe. Dabei sei zu Tage gekommen, dass zwischen dem Bürgermeister und den Mitarbeitern des Rechtsamts ein "sehr gutes Arbeitsverhältnis" bestünde.

Für Fedrow sei mittlerweile der Eindruck entstanden, dass man rathausintern nicht an einer fairen Aufklärung interessiert sei. Aus diesem Grund fordere er eine Mediation, um den Sachverhalt aufzuklären.

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