Spargelernte
Die Spargelernte in der Region ist gestartet
Bild: Hendrik Schmidt
Spargel, Äpfel, Blumen: Das "Ländle" kann auch Landwirtschaft
Bruchsal
31.03.2017 15:00
Vergangene Woche trafen sich in Bruchsal die Genossenschaften Obst, Gemüse und Gartenbau in Bruchsal um ein Jahresresümee für 2016 zu ziehen und einen ersten Ausblick auf die Ernte in 2017 zu geben.

Von einem gerade "noch zufriedenstellenden" Ergebnis sprach Roman Glaser, der Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes. Trotz enormer witterungsbedingter Einbußen, sowohl beim Obst als auch beim Gemüse, konnten durch die - der allgemein schwachen Ernte geschuldeten - höheren Preise noch immer für die Erzeuger erträgliche Umsätze generiert werden, obwohl alle letztlich weniger erzielten als noch im Vorjahr.

"Der erwirtschaftete Gesamtumsatz der genossenschaftlichen Erzeugergroßmärkte und ihrer Vertriebsgesellschaften belief sich auf 453 Millionen Euro (Vorjahr: 485 Millionen Euro). Dies entspricht einem Rückgang von knapp sieben Prozent. Die höheren Preise konnten die Ernteausfälle zwar nicht gänzlich kompensieren. Im Mehrjahresvergleich können wir aber durchaus mit dem Ergebnis zufrieden sein", führte Glaser aus.

Für das Jahr 2017 gaben alle Genossenschaftsvertreter einen bisher positiven Ausblick. Die Apfelvermarktung sei positive angelaufen und auch für die kommenden Ernte sehe es derzeit noch gut aus, so Egon Treyer, Vorstandsmitglied der Marktgemeinschaft Bodenseeobst, dem Haupterzeuger von Äpfel hier in Baden-Württemberg.

Für die Region besonders bedeutend und interessant ist der Spargel: "In der vergangenen Woche wurde in Durmersheim der erste baden-württembergische Spargel aus dem Sonnentunnel gestochen", konnte Roman Glaser vermelden und erläuterte: "Die Kälte im Januar und die nun angezogenen Temperaturen sind gut für den Spargel, so dass wir mit einer guten Erntemenge rechnen."

Spargelsaison ist in der Region gestartet

Mit 5.550 Tonnen wurde im vergangenen Jahr die Absatzmenge des Jahres 2015 um sechs Prozent nur leicht unterschritten, der Gesamtumsatz blieb dank höherer Kiloerlöse von durchschnittlich 4,48 Euro mit 25,6 Millionen Euro nahezu unverändert. Bodenerwärmte Spargelanlagen, die Abwärmeleitungen von Blockheizkraftwerken nutzen, Verfrühungstechniken und geschützter Anbau gewinnen auch beim Spargel immer mehr an Bedeutung - da sie nicht nur die Erntezeit verlängern sondern die Ware auch vor negativen Witterungseinflüssen schützen können. Immer mehr Landwirte würden gerade in diese Technologien investieren, so Glaser. Das führe zu kleineren aber hochtechnisierten Anbauflächen - nicht nur in Baden-Württemberg.

Mehr politische Unterstützung beim Export gefordert

In Sachen Internationalität beklagen die baden-württembergischen Genossenschaften mangelndes bundespolitisches Engagement. Was die Anforderungen betrifft sei man durchaus schon jetzt in der Lage die großen asiatischen Märkte oder auch die USA zu beliefern, allerdings müsse die Politik auf höchster Ebene dabei helfen, diese Märke zu öffnen und die nötigen Abkommen zu schließen, wie sie das auch in anderen Branchen schon lange tue, erhofft sich Glaser, um die Landwirtschaft in Baden-Württemberg zu stärken.

Vom Verbraucher wünscht er sich, dass das Bewusstsein für regionale Produkte und deren Preis weiter wächst. Es könne nicht sein, dass Bio-Äpfel aus Neuseeland bevorzugt werden, wenn die Qualität und die Anforderungen der regionalen Erzeuger mindestens genauso gut seien. Ob Schnittblumen, Äpfe oder Spargel - wer die Erzeuger im "Ländle" unterstützen und die Umwelt schonen möchte, sollte regional kaufen, auch wenn es manchmal ein paar Cent mehr kostet.

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