Polnischer Reisebus
Ein polnischer Reisebus wurde auf der A5 von der Polizei aus dem Verkehr gezogen.
Bild: Polizei Karlsruhe
Polizei stoppt defekten Reisebus: "An Gefährlichkeit kaum zu überbieten"
Forst
08.08.2017 17:48
Wegen seiner extremen Schräglage war einer Streife der Verkehrsüberwachung auf der A5 bei Forst am Dienstagvormittag ein polnischer Reisebus aufgefallen. Das Fahrzeug wurde auf die Rastanlage Bruchsal begleitet und kontrolliert. Dort kam nach den Angaben der Polizei nicht nur eine gerissene Frontscheibe zum Vorschein.

Wie sich herausstellte, hatte der Omnibus laut der Polizei tags zuvor in Paris einen geplatzten Reifen. Dabei war die komplette Niveausteuerung auf der linksseitigen Hinterachse abgerissen und nach dem Reifenwechsel eine Fachwerkstatt in Offenbach aufgesucht worden.

"Obwohl dort kein passendes Ersatzteil zur Verfügung stand, ordnete die polnische Firmenleitung an, in Frankfurt eine 15-köpfige chinesische Reisegruppe aufzunehmen," so die Polizei am Dienstag. Es wurde demnach nach einer alternativen Reparaturörtlichkeit gesucht und schließlich in Venedig gefunden. Somit wäre der Bus in diesem Zustand nach den Einschätzungen der Polizei samt Fahrgästen noch mindestens einen Tag weiterfahren.

Nach den Angaben des prüfenden Sachverständigen sei der Zustand des Fahrzeugs an Leichtfertigkeit und Gefährlichkeit wohl kaum zu überbieten gewesen. Neben der fehlenden Luftfederung, die sich auch auf das Bremsverhalten der Hinterachse auswirkte, wurde laut Polizei auch eine gerissene Frontscheibe festgestellt, die als Teil des Rahmens für eine zusätzliche Instabilität des Fahrzeugs sorgte.

Von der zuständigen Bußgeldstelle wurde für den 49-jährigen polnischen Busfahrer die Erhebung einer Sicherheitsleistung in vierstelliger Höhe angeordnet und die Weiterfahrt bis zur Behebung der Mängel untersagt. Im Reisebus waren die 15 Fahrgäste, die am Dienstag vom Frankfurter Flughafen aus zu einer elftägigen Europatour aufgebrochen sind.

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