Das Logo der IHK an einer Glastür
Das Logo der Industrie- und Handelskammer (IHK) der Region Stuttgart.
Bild: Marijan Murat/Archiv
Südwest-Firmen werden noch optimistischer
Stuttgart
19.05.2017 12:35
Die gute Konjunktur im Land sorgt für beste Laune unter den Firmen. Selbst die wechselhafte Stimmung des US-Präsidenten kann sie nicht bremsen. Dennoch bleiben Risiken.

Die Firmen im Südwesten beurteilen ihre Lage trotz der Unsicherheiten in Großbritannien und den USA immer positiver. «Die Auftragseingänge nehmen aktuell sogar noch zu», sagte der Präsident des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags (BWIHK), Wolfgang Grenke, am Freitag in Stuttgart. «Wir gehen davon aus, dass der gute Nachfragetrend weiter an Breite gewinnt.»

Rund 96 Prozent der etwa 4000 Firmen in der aktuellen Konjunkturumfrage des BWIHK schätzen ihre Lage demnach als «gut» oder «befriedigend» ein. Das ist eine leichte Zunahme um einen Prozentpunkt zu der bereits guten Stimmung im Januar. Mehr als ein Drittel der Befragten erwartet in den kommenden Monaten sogar noch bessere Geschäfte. Eine Verschlechterung erwarten nur noch 7,8 Prozent der Befragten.

Schwung erhoffen sich die im Ausland aktiven Unternehmen vor allem von Exporten. «Für Europa gehen wir davon aus, dass der Ausgang der Präsidentschaftswahlen in Frankreich ein klares Signal setzt für mehr Zusammenarbeit und die Durchsetzung notwendiger Reformen in Europa», sagte Grenke. Während die Firmen wegen des geplanten EU-Austritts Großbritanniens um einen wichtigen Absatz und Beschaffungsmarkt bangten, gebe es mit Blick auf die USA Sorgen aber auch Hoffnungen. Das zeigt sich auch in den Exportdaten zu Jahresbeginn. Nach einem Einbruch der Ausfuhren an den wichtigsten Handelspartner Baden-Württembergs um 9,4 Prozent im vergangenen Jahr, zogen die Exporte im Januar und Februar wieder um 15,6 Prozent an.

Die gute Stimmung dürfte sich auf den Arbeitsmarkt übertragen: Mehr als ein Viertel der Befragten will in diesem Jahr zusätzliches Personal einstellen. Das Problem sei allerdings nach wie vor, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Der Fachkräftemangel sei somit das größte Geschäftsrisiko für die Firmen im Land.